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Renaturierungsverordnung: OÖ Bauernbund befürchtet massive Auswirkungen

Olivia Lentschig, 19.06.2024 08:30

URFAHR-UMGEBUNG. Die Natur zu erhalten und zu schützen ist seit Generationen das ureigenste Anliegen der Bauern, denn ohne eine funktionierende Natur gibt es keine Nahrungsmittelproduktion. „Umso unverständlicher ist es, dass die sogenannte Renaturierung auf dem Rücken der Landwirtschaft ausgetragen wird“, sind sich Peter Preuer (Bauernbundobmann Urfahr-Umgebung) und Wolfgang Wallner (OÖ Bauernbund-Direktor) einig.

Wälder, Wiesen, Moore und vor allem Flüsse fallen unter das Renaturierungsgesetz. Laut EU-Parlament sollen "bis 2023 mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresflächen der EU und bis 2050 alle sanierungsbedürftigen Ökosysteme wiederhergestellt werden". (Foto: stock.adobe.com-ThomBal)
Wälder, Wiesen, Moore und vor allem Flüsse fallen unter das Renaturierungsgesetz. Laut EU-Parlament sollen "bis 2023 mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresflächen der EU und bis 2050 alle sanierungsbedürftigen Ökosysteme wiederhergestellt werden". (Foto: stock.adobe.com-ThomBal)

„Hier wird ein völlig falsches Bild in der Öffentlichkeit gezeichnet. Denn diese Verordnung wird nicht nur die Landwirtschaft, sondern uns alle treffen“, betont Wolfgang Wallner. „Weder die Auswirkungen im privaten Bereich durch steigende Grundstückspreise, höhere Mieten, steigende Lebensmittelpreise und mehr klimaschädliche Lebensmittelimporte aus anderen Teilen der Welt, noch die Folgewirkungen auf Länder und Gemeinden wurden ausreichend diskutiert. Infrastrukturprojekte, sei es Straßen- oder Leitungsbauten, werden in ausgewiesenen Renaturierungsgebieten nicht mehr oder nur unter sehr erschwerten Bedingungen möglich sein. Generell sind noch viele Details zur Umsetzung und Finanzierbarkeit der Verordnung über die Wiederherstellung der Natur nicht geklärt.“

Bürokratischer Aufwand und hoher Finanzbedarf

„Diese Verordnung wird zudem zu einem Bürokratiemonster für Österreich und die EU-Mitgliedstaaten. Auf EU-Ebene wird der finanzielle Aufwand für die Umsetzung der Verordnung von der EU-Kommission mit über 154 Milliarden Euro beziffert. Pläne müssen anhand von Indikatoren wie Waldvögel, Grünflächen, Kohlenstoff, etc. die Erreichung überwachen. Zum Beispiel wäre es schwierig neue Windräder zu bauen, um die Renaturierung (z.B. Vögel) nicht zu gefährden. Wie kann man so etwas beschließen, ohne zu wissen, wie man es umsetzt oder finanziert“, wundert sich Wallner.

„Diese ideologiegetriebene Verbots-Politik muss aufhören. Sonst treiben wir alle in den Ruin und importieren aus Ländern, die weder unsere sozialen noch unsere ökologischen Anforderungen erfüllen“, ärgert sich Peter Preuer, Bauernbundobmann Urfahr-Umgebung, und fügt hinzu: „Besser und ökologischer wäre es, diesen Ländern einen Riegel vorzuschieben und Importe von Produkten zu verbieten, die nicht nach unseren Standards produziert werden.


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