Strengste Hygienevorschriften im Hochinfektionstransport-Team des Roten Kreuzes

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Martina Ebner Martina Ebner, Tips Redaktion, 01.04.2020 12:25 Uhr

BEZIRK VÖCKLABRUCK/LENZING. Die Maßnahmen gegen Covid-19 haben den Alltag verändert. Das Hochinfektionstransport-Team des Roten Kreuzes musste seine Kapazitäten aufstocken. Celina Frühwirth, die in Lenzing wohnt, ist eine von fünf Frauen im aktuellen Hochinfektionstransport-Team und eine Heldin des Corona-Alltags.

Seit einigen Wochen üben wir uns alle in einem neuen Händewasch-Ritual. Das Hochinfektionstransport-Team des Roten Kreuzes (kurz „HIT-Team“) hat da noch ganz andere Hygienevorschriften zu erfüllen. Die Rettungssanitäter, die die Covid-19-Verdachtsfälle bzw. die bestätigten Covid-19-Patienten transportieren, mussten eine eigene Hygieneschulung durchlaufen, um sich, das Material und in weiterer Folge Angehörige, Kollegen und vor allem andere Patienten wirksam vor Ansteckung zu schützen. In einem sorgfältigen Ablauf wird der Schutzanzug übergestreift, die Schuhe bekommen Überzieher, eine Schutzbrille wird aufgesetzt, und auch die obligatorische Atemschutzmaske Typ FFP3 darf keinesfalls fehlen. Die beiden Sanitätswagen hat das HIT-Team innen so adaptiert, dass sie einfach zu reinigen sind.

Kapazitäten aufgestockt

Das Rote Kreuz stockte die Kapazitäten des HIT-Teams auf. Normalerweise stellen sieben Rettungssanitäter und eine Rettungssanitäterin das Team, zurzeit stehen stattdessen 18 Teammitglieder bereit. Extra für diese Situation wurde der Rotkreuz-Logistikstandort Schalchham zu einer provisorischen „HIT-Ortsstelle“ umgebaut.

„In der Vorbereitung fielen durch allerlei logistische Vorbereitungen natürlich mehr Arbeitsstunden an, als es ein normaler 48-Stunden-Dienst von uns fordert. Inzwischen haben wir die Logistik aufgesetzt und die Abläufe ausgiebig geübt. Das Anziehen der Schutzanzüge geht jetzt so schnell, dass wir bei Anruf innerhalb fünf Minuten abfahrtbereit sind“, so Celina Frühwirth, eine von fünf Frauen im aktuellen Hochinfektionstransport-Team: „Die Patienten unserer Krankentransporte waren bisher meist recht fit, manche haben überlegt, wo sie sich angesteckt haben könnten. Es ist ihnen oft unangenehm, welchen Aufwand wir betreiben, um sie sicher transportieren zu können. Aber das gehört eben einfach dazu.“

Bestens eingespielte Gemeinschaft

Die Kollegen in Schalchham sind mittlerweile Teil einer bestens eingespielten Gemeinschaft. Der persönliche Austausch hat sehr an Bedeutung gewonnen. „Ich habe festgestellt, dass es schon in guten Zeiten wichtig ist, dass man sich wohlfühlt in seinem Team. In dieser Krise ist das Team fast zu einer Art Familienersatz geworden. Die Verbundenheit hat zugenommen und man merkt, dass jede und jeder für einen da ist, man kann sich zu 100 Prozent aufeinander verlassen. Das ist das, was uns in dieser emotional starken Zeit auffängt“, so Frühwirth über ihre Erfahrungen in der Corona-Krise.

Stille im Privatleben - Intensität im Dienst 

Celina Frühwirth ist gebürtige Attnang-Puchheimerin, wohnt seit drei Jahren in Lenzing. Wenn sie nach einem langen Dienst nach Hause kommt, fällt es ihr manchmal schwer, den Schalter umzulegen. „Erst die Intensität im Dienst und dann plötzlich die Ruhe daheim. Keine Ablenkung durch Freunde, kein ausgleichendes Gespräch mit der Mutter – das ist eigentlich fast das Schwierigste. Ich muss dann auch oft an meine Großeltern denken. Während die einen noch ziemlich fit sind und sich sogar um die Nachbarin kümmern können, ist meine andere Oma Hochrisikopatientin. Sie lebt in einem Altersheim, und natürlich mache ich mir da so meine Gedanken.“ Frühwirth spürt jeden Tag hautnah, wie schnell Ansteckung möglich ist, und wie gefährlich Covid-19 werden kann. „Dabei ist es so einfach, sich vor Ansteckung zu schützen, wenn man sorgfältig die Hygieneregeln beachtet und umsetzt. Das versuche ich auch allen zu vermitteln, mit denen ich privat in Kontakt stehe“, so die 24-Jährige.

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