Neues Früherkennungsprogramm für Brustkrebs gestartet

Karin Novak Karin Novak, Tips Redaktion, 21.01.2014 14:36 Uhr

Waidhofen/Ybbs. In Österreich wurde mit 1. Jänner ein qualitätsgesichertes Programm zur Früherkennung von Brustkrebs eingeführt. Ziel ist es, Brustkrebs früh zu entdecken, um ihn mit bestmöglichem Erfolg behandeln zu können.

Mit 5.058 Neuerkrankungen im Jahr 2010 ist der Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Österreich. Statistisch gesehen erkrankt etwa jede 13. Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Durch verbesserte Früherkennung und Fortschritte in der Behandlung sind in den letzten zehn Jahren sowohl Neuerkrankungen als auch die Sterblichkeit zurückgegangen. Das österreichweite Programm „früh erkennen“ ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Sozialversicherung, Ländern und der Ärztekammer. Die Teilnahme an diesem Programm ist freiwillig. Alle Frauen zwischen 45 und 69 Jahren erhalten alle zwei Jahre einen persönlichen Einladungsbrief zur Mammographie-Untersuchung. Mit diesem Einladungsschreiben kann direkt ein Untersuchungstermin vereinbart werden – es ist keine Zuweisung vom Hausarzt oder Gynäkologen  mehr erforderlich. Frauen zwischen 40 und 44 Jahren und zwischen 70 und 74 Jahren können bei der Telefon-Serviceline eine Einladung anfordern und freiwillig am Programm teilnehmen. Frauen zwischen 40 und 74 Jahren, die nicht sozialversichert sind, können kostenlos und ohne weitere Verpflichtungen bei der zuständigen Gebietskrankenkasse eine Sozialversicherungsnummer anfordern und sich eine Einladung über die Telefon-Serviceline zuschicken lassen. Die Früherkennungsmammographie richtet sich an gesunde Frauen, die keine Symptome einer Brust- erkrankung haben und gilt derzeit als verlässlichste Methode, um Brustkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen. Um diese Untersuchung geht es beim Österreichischen Brustkrebs-Früh-erkennungsprogramm. Wie bisher besteht auch weiterhin die Möglichkeit, bei Beschwerden oder einem Krankheitsverdacht jederzeit und altersunabhängig mit einer ärztlichen Zuweisung eine Mammographie durchführen zu lassen. Die  Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung. Dabei wird  eine  Brust nach der anderen zwischen zwei Kunststoffplatten zusammengedrückt und  mittels Röntgenstrahlen ein Bild erstellt. Viele Frauen beschreiben die Untersuchung als unangenehm,  manche als schmerzhaft, andere wiederum empfinden sie als unproblematisch. In Waidhofen werden die Untersuchungen in der Gruppenpraxis Linhart u. Partner OG (Linhart,Wegenschimmel, Eibenberger) angeboten.  „Die Mammografie ist die einzige Untersuchung, die wissenschaftlich  erwiesen die Brustkrebssterblichkeit senkt. Wir als Radiologen appellieren daher an die Frauen, unbedingt von dieser Möglichkeit im Alter zwischen 40 und 74 Gebrauch zu machen. Alle teilnehmenden Radiologen erfüllen strenge Qualitätsrichtlinien, sind geprüft und zertifiziert, und haben sich einer regelmäßigen Weiterbildung zu unterziehen. Auch wird der Befund zusätzlich von zwei unabhängigen Befundern erstellt“, so der Facharzt für Radiologie Wilfried Wegenschimmel. Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken steigt mit dem Alter an. Etwa 80 Prozent aller  Frauen, die die Diagnose Brustkrebs erhalten, sind älter als 50 Jahre. Das Programm soll gezielt jene Frauen ansprechen, die am häufigsten von Brustkrebs betroffen sind. Große Studien haben gezeigt, dass Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr die beste Nutzen-Risiken-Bilanz bei Brustkrebs-Früherkennungsprogrammen mit Mammographie aufweisen. Diese Altersgruppe entspricht der Empfehlung der EU und wird in vielen europäischen Ländern umgesetzt. In jüngeren Jahren ist das Brustgewebe meist so dicht, dass bei einer Mammographieaufnahme viel schwieriger gesundes von krankem Gewebe unterschieden werden kann. Dadurch kann es auch öfter zu Fehlalarmen kom- men. Zudem ist Brustkrebs bei jungen Frauen viel seltener und ihr Brustgewebe ist empfindlicher gegenüber Röntgenstrahlen. Generell sind Screening-Untersuchungen nicht nur mit einem Nutzen, sondern auch mit Risiken verbunden. Da sie sich an grundsätzlich gesunde Menschen richten, ist das Abwägen von Vor- und Nachteilen besonders wichtig. Negative Effekte der Brustkrebs-Früherkennung sind zum Beispiel Überdiagnosen (darunter versteht man eine Brustkrebserkrankung,  die  zu Lebzeiten der Frau wahrscheinlich nicht auffällig geworden wäre  und keine Beschwerden hervorgerufen hätte), die immer zu Übertherapien führen, falsch positive  Befunde (auffälliger Befund,  obwohl  keine  Brustkrebs-Erkrankung  vorliegt) und  falsch negative  Befunde (unauffälliger Befund, obwohl eine  Brustkrebs-Erkrankung vorliegt),  unnötige  Ängste,  in falscher Sicherheit wiegen und natürlich auch die Strahlenbelastung. Experten gehen jedenfalls davon aus, dass die Vorteile eines Screenings überwiegen.
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