Eine Bus-Chauffeurin die für die Kinder eine Vertrauensperson war

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Gertrude Paltinger, BSc Gertrude Paltinger, BSc, Tips Redaktion, 09.07.2020 13:00 Uhr

GUNSKIRCHEN/WELS. Vor 25 Jahren war eine Frau hinter dem Steuer eines Linienbusses eine Seltenheit. Regina Hüttmayr war die erste Frau in Wels die für ihre Firma sabtours Bus gefahren ist. Mehr als zwei Jahrzehnte hat sie in Gunskirchen den Schulbus gelenkt und war für die Kinder eine Vertrauensperson. Mit 1. Juli ist sie in Pension getreten.

Zum Bus fahren ist die gelernte Friseurin fast durch Zufall gekommen. Sie war bei der Firma sabtours Mitarbeiterin in der Deko-Abteilung als sie ihr Chef ermutigt hat, den Bus-Führerschein zu machen. „Das rief bei den Kollegen gemischte Reaktionen hervor. Die einen meinten, ich solle lieber einen Kochlöffel als ein Lenkrad in die Hand nehmen. Andere haben mich sehr bestärkt, ein Kollege hat sogar im Messegelände mit mir geübt“, blickt die 60-jährige Welserin auf die Vorbereitungszeit zu ihrer Bus-Führerschein-Prüfung zurück.

Auch skeptische Fahrgäste

Nach bestandener Prüfung hat sie begonnen den Früh-Verstärker und später den regulären Linienbus für sabtours in Wels zu fahren. „Es gab schon auch skeptische Fahrgäste, die anfänglich gar nicht mit mir fahren wollten, und natürlich viele erstaunte Gesichter. Ich habe aber auch viele Komplimente für meinen Fahrstil bekommen“, erzählt die Jung-Pensionistin. Auf die Unterstützung durch ihren Arbeitgeber sabtours konnte sie sich aber all die Jahre voll verlassen.  Nach ein paar Jahren ergab sich dann die Gelegenheit den Schulbus in Gunskirchen für ihre Firma zu übernehmen.

22 Jahre Schulbus

Das war für Hüttmayr eine große Verantwortung aber auch einer der prägendsten Entscheidungen in ihrem Berufsleben. 22 Jahre hat sie dann tagtäglich die Kinder aus den umliegenden Ortschaften in Gunskirchen ins Ortszentrum chauffiert – von den dreijährigen Kindergartenkindern bis zu den 14-jährigen Mittelschülern.

Vertrauen und Respekt

„Ich hatte die Kinder elf Jahre in meinem Bus, da lernt man sich schon gut kennen. Es war für mich selbstverständlich zu schauen ob die Kinder beim Aussteigen die Jacke zu und die Haube auf haben. Oft haben mir die Kinder auch Dinge anvertraut. Wenn sie zum Beispiel eine schlechte Note oder den ersten Liebeskummer hatten“, erzählt sie von vielen schönen Momenten in denen sie die Kinder ins Herz geschlossen hat.

Natürlich musste sie sich zu Beginn auch erstmal Respekt verschaffen, vor allem von den größeren Burschen. Die haben ihr so manchen Streich gespielt. Hüttmayr nahm es aber gelassen: „Am Ende waren sie dann sogar ein bisschen stolz auf mich.“ Geblieben sind viele Freundschaften und schöne Erinnerungen an „ihre“ Buskinder.

Am letzten Arbeitstag vor der Pensionierung gab es dann noch eine Überraschung von den Kindern die in diesem Jahr von ihr chauffiert wurden: Schilder mit Glückwünschen an den Haltestellen und ein paar Geschenke

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