Österreichs acht CulturBrauer: „Für immer unabhängig“

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Eva Leutgeb Eva Leutgeb, Tips Redaktion, 22.04.2020 08:46 Uhr

GMÜND/ZWETTL. Acht österreichische Mitgliedsbetriebe der CulturBrauer, darunter das Zwettler Bier von Karl Schwarz und das Schremser von Karl Trojan, kämpfen für den Erhalt der österreichischen Bierkultur. Von Dornbirn bis Zwettl produzieren acht Privatbrauereien mehr als 100 verschiedene Biersorten. Weltkonzerne dominieren den Weltmarkt. Die acht unabhängigen, eigenständig arbeitenden Privatbrauereien haben sich ein gemeinsames Ziel gesetzt: „Für immer unabhängig“.

Österreich blickt auf eine Jahrhunderte alte Braukultur zurück, die regionale Besonderheiten und unterschiedliche Stile entstehen ließ. Diese Vielfalt wird von den CulturBrauern seit Jahrzehnten bewusst vorangetrieben. Dort wo handwerklich arbeitende, auf Tradition bedachte Brauereien dieses Erbe pflegen, ist die Bierherstellung auch eng mit der Landwirtschaft verknüpft: Die regionalen Rohstoffe, das besondere Kleinklima und nicht zuletzt das Wasser entscheiden über den unverwechselbaren Charakter eines regional gebrauten Bieres. Aber diese Qualität ist nicht selbstverständlich. In vielen Ländern kommen private Brauereien unter die Räder, die Produktion wird auf Massengeschmack getrimmt, mit Dumpingpreisen wird der Umsatz angekurbelt. So etwas darf in Österreich nicht passieren.

Corona hat die Menschen wachgerüttelt

Die CulturBrauer verstehen es gerade jetzt als ihre Aufgabe, die Braukultur in Österreich zu bewahren und weiterzutragen. Die Corona-Krise hat die Menschen wachgerüttelt, die Skepsis gegen die Globalisierung mit ihren weltweit gehandelten Billigprodukten wächst, noch nie war die Besinnung auf Regionalität so stark wie derzeit.

Aktuelle Kampagne: „Für immer unabhängig“

Wer dieser Tage in die digitalen Kanäle der CulturBrauer schaut, wird ein starkes Bekenntnis zu Regionalität und Unabhängigkeit finden. Ein Versprechen an die Konsumenten. Die Kampagne läuft bis Ende Mai in Form von Kurz-Videos. In einem Zusammenschnitt erläutern die acht Brauereichefs wofür sie stehen und wofür sie kämpfen.

Die acht Cultubrauer

  • Hubert Stöhr, Brauerei Schloss Eggenberg, Oberösterreich
  • Ewald Pöschko, Braucommune Freistadt, Oberösterreich
  • Karl Trojan, Schremser Privatbrauerei, Niederösterreich
  • Karl Schwarz, Privatbrauerei Zwettl, Niederösterreich
  • Seppi Sigl, Trumer Privatbrauerei, Salzburg
  • Sepp Rieberer, Brauerei Murau, Steiermark
  • Klaus Möller, Privatbrauerei Hirt, Kärnten
  • Heinz Huber, Mohrenbrauerei, Vorarlberg

Die Biere der CulturBrauer sind die Antithese zum Industriebier – so lautet die Botschaft. Es ist ein Vergnügen, den CulturBrauern zuzuhören, wie sie mit Emotion und Engagement erklären, warum ihnen die Unabhängigkeit, die Regionalität und das wertschätzende Miteinander so wichtig sind. Denn die CulturBrauer sind mittelständische, private Brauereien, die jeweils auf eine lange Unternehmensgeschichte verweisen können. Manche sind buchstäblich schon seit Jahrhunderten erfolgreich in ihrem Metier. Das bedeutet auch, dass dort altes Wissen von Generation zu Generation weitergegeben wurde, vor allem aber, dass diese Betriebe Verantwortung für ihre Region übernehmen, dass sie Teil der regionalen Kultur geworden sind.

Es ist eine Frage der Kultur

Die heimische Bierkultur gehört zu Österreich wie Mozart zu Salzburg oder das Riesenrad zu Wien. Es ist eine Frage der Kultur, ob jemand Urlaub im familiengeführten Hotel macht (was hoffentlich bald wieder möglich sein wird) oder bei einer internationalen Kette, ob er ins traditionelle Kaffeehaus geht (sobald sie wieder aufsperren dürfen) oder zum Plastikbecher-Coffee-to-go-Shop, zum heimischen Wirt oder zum Gastro-Multi. „Es liegt in der Verantwortung der bewussten Konsumenten, heute wieder verstärkt zu regionalen Produkten zu greifen, anstatt zu jenen, die es überall auf der Welt zu kaufen gibt“, sagt Karl Trojan, Chef der Schremser Brauerei und aktueller Sprecher der CulturBrauer-Gruppe.

Wertschöpfung und Regionalität

Wer regional kauft, sorgt überdies dafür, dass die Wertschöpfung im Land bleibt. Regionale Produzenten kaufen bei regionalen Zulieferern (im Falle der CulturBrauer sind das österreichische Bauern), sie zahlen ihre Steuern zu 100 Prozent im Inland und sie investieren auch wieder in Österreich. Gemeinsam stellen die CulturBrauer eine durchaus bedeutende Kraft im heimischen Biermarkt dar: Rund 7,5 Millionen Hektoliter Bier werden in Österreich jedes Jahr gebraut, davon stammen 1,1 Millionen Hektoliter von den CulturBrauern. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 1.000 Mitarbeiter und bietet 100 verschiedene Biere an.

Biergenuss in Zeiten der Quarantäne

Den CulturBrauen ist es sogar gelungen ein gemeinsames Bier zu kreieren. Ein Bier, das von acht Braumeistern gemeinsam entwickelt und gemeinsam gebraut wurde. Das gab es in Österreich noch nie. Das Austrian Lager ist ein zutiefst österreichisches Bier und bei Spar (Euro-, Inter- und Gourmetspar) in ganz Österreich verfügbar. Wer sich lieber durchkosten will, kann auch eine der CulturBrauer-Boxen online bestellen oder einen der aktuellen Lieferdienste in Anspruch nehmen.

Aktuelle Lieferdienste der CulturBrauer

  • Trumer Hopfenbox
  • Hirter Genussbote
  • Murauer Flaschenpost
  • Eggenberger HEIMDIENST
  • Zwettler

Mehr Infos zu den CulturBrauern, der Unabhängigkeitskampagne und dem Austrian Lager findet man auf den CulturBrauer-Channels: www.culturbrauer.at CulturBrauer Facebook CulturBrauer Instagram

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