Leserbrief zum Thema Windparks im Waldviertel

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Eva Leutgeb Eva Leutgeb, Tips Redaktion, 08.07.2020 07:00 Uhr

SALLINGBERG/WALDHAUSEN. In diversen Medien wurde über den geplanten Windpark in der Gemeinde Sallingberg berichtet. Rosa Golob-Fichtinger aus Obernondorf sandte einen Leserbrief zu dem einseitig dargestellten Projekt.

„Schon vor vier Jahren gab es massive Proteste gegen diesen Windpark, worüber Sie auch ausführlich berichtet haben. Jetzt soll ein “neuer Anlagetyp„ eingesetzt werden. Die neuen Windräder werden eine Höhe von 244 Metern (!) aufweisen, das entspricht fast der Höhe des Wiener Donauturms, und das sind nochmals 30 Meter mehr als die damals geplanten Anlagen. Auch die Länge der Rotoren erhöht sich um weitere zwölf Meter! Die bestehenden Windräder in Grafenschlag haben eine Turmhöhe von 63 Metern, die neuen Windanlagen in Sallingberg werden fast vier Mal so hoch sein! Das muss man sich einmal vorstellen!

Abgesehen von schlimmen gesundheitlichen Auswirkungen und anderen negativen Folgeerscheinungen (Gefährdung der Vogelwelt, Schäden für die Land- und Viehwirtschaft, Bodenaustrocknung…), wird sich die Bevölkerung mit Lärm durch den Schall, massivem Schattenwurf, der Zerstörung des Waldes und der Verschandelung der Landschaft und des Ortsbildes abfinden müssen. Ist es uns das wert?

Die Gemeinden Sallingberg und Waldhausen haben den Umstieg auf den neuen Anlagentyp still und heimlich beschlossen, wohlwissend, dass viele, viele Bürger dem Windpark generell sehr kritisch gegenüberstehen. Die Verantwortlichen haben dafür auf schändliche Weise die Corona-Zeit ausgenutzt. 

Viele in der Bevölkerung sind deshalb nicht nur verärgert, sondern in erster Linie auch ausgesprochen besorgt, wenn nicht sogar verängstigt. Dieser Wahnsinns-Windpark muss verhindert werden, das sind wir uns und unseren Nachkommen einfach schuldig!“

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Kommentare

  1. Tobias M.
    Tobias M.08.07.2020 08:07 Uhr

    Aus den Augen, aus dem Sinn. - Sehr geehrte Frau Golob-Fichtinger, es ist verständlich, dass Sie nach der von Ihrer Seite beschriebenen mangelnder Aufklärung von Gemeindeseite verärgert sind. Dennoch gibt es österreichisches Ziel für 2030: 100% Strom aus erneuerbarer Energie in der Bilanz. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Erneuerbaren massiv ausgebaut werden. Im Jahre 2019 hat die Windkraft rund 19% des Stroms in Österreich gedeckt, 2030 könnten dies durch nachhaltigen ausbau bis zu 25% werden. Ja für die Österreichischen Ziele benötig man mehr und leistungseffizientere Windräder. Man könnte doch statt Windenergie auf Photovoltaik und Wasserkraft setzen?! Um das 2030 Ziel zu erreichen, müssen laut aktueller Studie auch PV-Freiflächen realisieren werden - auch ein Eingriff in die Natur. Wasserkraft bringt logischerweise auch einen Natureingriff mit sich. Ja wie soll das 2030 Ziel dann erreicht werden? Wenn Sie schreiben "...das sind wir uns und unseren Nachkommen einfach schuldig!", dann frag ich mich schon, was sind Sie Ihren Nachkommen schuldig? Das Sie versuchen, Strom aus erneuerbarer Energie zu verhindern? Sie werden sich bei Ihnen bedanken! Und zu Ihren erwähnten "...negativen Folgeerscheinungen (Gefährdung der Vogelwelt, Schäden für die Land- und Viehwirtschaft, Bodenaustrocknung…)", es gibt für jedes erneuerbare Energie Projekt eine UVP (=Umweltverträglichkeitsprüfung). In dieser wird der "Ist-Stand" des betroffenen Gebiets aufgenommen und welche Folgen der Eingriff durch das Projekt auf die Umwelt (= "Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien") hat. Zieht das Projekt, z.B. ein Windrad, negative Folgen mit sich, so MÜSSEN Ausgleichsmaßnahmen getroffen werden, um diesen Folgen vollständig entgegen zu wirken. Dies wird Behördlich überwacht. Also keine Sorge, die Erneuerbaren schauen auch auf die Umwelt, nicht nur auf das Öko-Gütesiegel. Nun könnte man ja versuchen, erneuerbare Energie-Projekte irgendwo anders in Österreich durchzuführen. Dies wäre bestimmt kein Problem, den: "Aus den Augen, aus dem Sinn." Nur wenn wir etwas für unsere Nachkommen machen wollen, dann ist ein großer Punkt, den Strom auf 100% aus erneuerbarer Energie umzustellen. Und dafür muss man auch einmal mit einem Projekt "vor der Haustüre" einverstanden sein. Oder wir bleiben einfach "stehen" und akzeptieren weiterhin Strom aus fossiler Wärmekraft und aus dem Ausland. Es ist unsere Entscheidung. Beste Grüße

    • Lui15.07.2020 18:50 Uhr

      Windpark - Würde diesbezüglich auch was hinzu fügen! ,zu der Windkraft.
      Wenn Windräder Aufgestellt wurden In der Natur, und davon Folgeerscheinungen Auftreten, kann man der Natur diese nicht mehr gutmachen, meine ich. Und wenn die Windräder so gut sein sollten wie sie dargestellt werden, dann Frage ich mich schon etwas länger, warum der Atomstrom noch nicht mit den Windrädern ausgetauscht wurde. Wo ist die Überzeugungs kraft da geblieben? Das größte Manko ist doch das Speichern der Elektoenergie, oder?
      Also fehlt der Speicher für den überschüssigen Strom!( ist er in Entwicklung?) Denn die bereits bestehenden Windräder haben eine große Kapazität, für uns hier (für Haushalt und Landwirtschaft) Gegend Irnfritz-Japons,es könnten damit noch mehr Haushalte versorgt werden! Aufforderung an die Leute, kommt ins Waldviertel, wir haben genug Strom!, darum meine ich ,das Neue Windräder der Natur sehr zusetzen wird.
      Geld sollte in diesemFalle nicht wichtig sein, sondern das schööööne grün um uns! Auch wir Waldviertler sollten auf uns ,und rund um uns, Acht geben. Zerstört ist bald mal was, wer trägt die Konsequenzen bei nicht vorhergesehene- Vernichtungen, wie Waldbrand, herabsturz eines Rotor-Kolloses von über 240m und anderes eventuellem!? Die Definiation von,, Erneuerbarer Energie,, möchte ich auch mal Verstehen können....

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