18

Zukunft der Mühlkreisbahn: Zwölf Forderungen an die neue Landesregierung

Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 21.09.2015 07:00 Uhr

BEZIRK ROHRBACH. Die Forderungen, die von der unabhängigen, regionalen Initiative Zugkunft Mühlkreisbahn an die zukünftige Landesregierung gestellt werden, sind nicht neu. Aber weil auch in den vergangenen sechs Jahren nichts weitergegangen ist, nehmen sie jetzt die künftigen Verantwortlichen in die Pflicht.  

„Wir wollen nicht mit Gewalt eine Nostalgie-Bahn erhalten, sondern die Mühlkreisbahn in ihrer bestehenden Form bis Aigen-Schlägl. Denn wir wissen um deren Wert für die Region und ihre Menschen“, betont Robert Struber, ehemaliger Regionalmanager des ÖBB-Personenverkehrs, der sich jetzt für den Erhalt der Regionalbahn stark macht. Einer „Straßenbahn, die ein Stückerl aus der Stadt rausfährt“ könne er nichts abgewinnen: „Nur wenn der Komfort und die Qualität stimmen, funktioniert auch der Umstieg vom Individualverkehr auf öffentliche Verkehrsmittel“, ist er überzeugt. „Die RegioTram, die wahrscheinlich irgendwo zwischen Rottenegg und Kleinzell endet, löst die künftigen Anforderungen nicht. Denn verkehrspolitisches Ziel sind täglich über 10.000 Fahrgäste, statt derzeit etwa 5000 – das kann nicht mit deutlich kleineren und weniger Komfort bietenden Fahrzeugen geschehen.“ Außerdem würde die Umspurung auf Schmalspur eine Anbindung an eine Linzer S-Bahn unmöglich machen.

Auferstehung statt Begräbnis

Für die Mühlkreisbahn in ihrer ursprünglichen Form setzt sich auch Abt Martin Felhofer ein. Er sieht die Landesgartenschau 2019 in Aigen-Schlägl als ideale Gelegenheit, eine moderne Bahn zu präsentieren. „Es soll kein Begräbnis für die Bahn sein, sondern eine Auferstehung. Unsere Vision ist es, dass die Besucher mit der Bahn umweltfreundlich zur Gartenschau kommen.“ Er hat kein Verständnis dafür, dass die Planungen für den öffentlichen Verkehr im Linzer Zentralraum zulasten des Bezirks Rohrbachs gehen. „Wir brauchen eine S-Bahn, keine Straßenbahn“, betont Abt Felhofer und fügt an: „Umkehren und Umdenken ist nie ein Fehler.“

Tourismus braucht Mobilität

Nicht zuletzt ist die Mühlkreisbahn ein bedeutender Faktor für den Tourismus in der Region. Tourismusverband-Geschäftsführer Reinhold List zeigt auf, dass „immer mehr Menschen in die Stadt ziehen und auf das Verkehrsmittel Auto verzichten. Da ergeben sich auch für den Tourismus ganz neue Aspekte. Nur Urlaubsorte und Naherholungsgebiete, die mit der Bahn schnell und komfortabel erreichbar sind, können sich positiv weiterentwickeln.

Die Plattform Zugkunft fordert daher unter anderem die sofortige Aufnahme von Planungen zur Verbesserung der Infrastruktur und Verkürzung der Fahrzeit; eine wesentliche Verbesserung des Angebots; die verbindliche Entscheidung für die Normalspur; dass die Mühlkreisbahn als Gesamtes bis zum Bahnhof Aigen-Schlägl gesehen wird; und dass auch die Region im Planungsprozess vertreten ist.

 

“RegioTram bringt optimale Kosten-Nutzen-Relation„

Konfrontiert mit den Forderungen der Plattform Zugkunft Mühlkreisbahn, sagt der zuständige Landesrat LH-Stv. Reinhold Entholzer (SP), er sei dankbar für die Unterstützung durch Bürgerinitiativen, beharrt aber auf der RegioTram-Lösung. “Alle vorliegenden Studien und Expertengutachten bestätigen eine optimale Kosten-Nutzen-Relation„, sagt er. Im ersten Abschnitt soll die Mühlkreisbahn NEU als RegioTram bis Kleinzell errichtet werden, später nach Rohrbach. Planungen im fortgeschrittenen Stadium gibt es bereits. “Sofort nach der Landtagwahl werde ich die konsequente Umsetzung und Finanzierung dieses Arbeitspaketes für den öffentlichen Verkehr angehen. 2015 bis 2025 muss das Jahrzehnt des öffentlichen Verkehrs werden„, betont Entholzer.  

 

Artikel weiterempfehlen:

+ Jetzt verfassen

Kommentar verfassen






Skinachwuchs der SU Böhmerwald schon früh in Form

Skinachwuchs der SU Böhmerwald schon früh in Form

HOCHFICHT. Die Mädchen und Burschen der Schiunion Böhmerwald stecken zwar noch mitten in der Saisonvorbereitung, die ersten Wettkämpfe in diesem Winter sind sie aber schon gefahren. weiterlesen »

200 Jahre Kataster: Vermessungsamt feierte Jubiläum eines österreichischen Kulturguts

200 Jahre Kataster: Vermessungsamt feierte Jubiläum eines österreichischen Kulturguts

ROHRBACH-BERG. Was im Jahr 1817 durch Kaiser Franz I mit dem sogenannten Grundsteuerpatent geschaffen wurde (Franziszeischer Kataster) hat sich zu einer ungeahnten Erfolgsgeschichte entwickelt. weiterlesen »

Hallenfußball: „Winterkönig“ auch Bezirksmeister

Hallenfußball: „Winterkönig“ auch Bezirksmeister

ROHRBACH/PUTZLEINSDORF. Abschließender Höhepunkt bei der 22. Auflage des Kumpfmüller Bau Raiffeisen Hallenfußballcups von Bezirksligist Union Fußball Putzleinsdorf war die Bezirksmeisterschaft für ... weiterlesen »

Senioren feierten Ihre Weihnachtsfeier

Senioren feierten Ihre Weihnachtsfeier

Ins Gasthaus Dorfner in Rohrbach lud der Oö. Seniorenring seine Mitglieder zum vorweihnachtlichen Beisammensein.   weiterlesen »

Drogenpärchen aus dem Verkehr gezogen

Drogenpärchen aus dem Verkehr gezogen

BEZIRK ROHRBACH. Bei einer Kontrolle am 15. Dezember kurz nach 14 Uhr ging der Polizei Rohrbach auf der B127 ein Drogenlenker ins Netz; kurz darauf geriet auch seine Freundin in eine Verkehrskontrolle, ... weiterlesen »

Schneeglatte Fahrbahn: mit PKW drei Meter über Böschung abgestürzt

Schneeglatte Fahrbahn: mit PKW drei Meter über Böschung abgestürzt

BEZIRK ROHRBACH. Auf schneeglatter Fahrbahn geriet ein 55-jähriger Linzer am 16. Dezember gegen 17.15 Uhr auf der L587 mit seinem PKW auf die Gegenfahrbahn und stürzte drei Meter über die Böschung ... weiterlesen »

Judo-Bundesliga: UJZler beenden mit Silber eine starke Saison

Judo-Bundesliga: UJZler beenden mit Silber eine starke Saison

NIEDERWALDKIRCHEN. Nur dem Titelverteidiger Galaxy Tigers Wien mussten sich die Judokas des UJZ Mühlviertel beim Final Four in Gmunden beugen: Am Ende einer starken Bundesliga-Saison gibt es Silber für ... weiterlesen »

Naturtipp: Alles im Fluss

Naturtipp: Alles im Fluss

Lebewesen haben unterschiedliche Verbreitungsgebiete und kommen innerhalb dieser nicht überall gleich häufig vor. So wird man beispielsweise bei einer Wanderung entlang eines Baches in verschiedenen ... weiterlesen »


Wir trauern