Meteorologe zeigt auf: So eine Rasanz beim Klimawandel hat es noch nie gegeben

Meteorologe zeigt auf: „So eine Rasanz beim Klimawandel hat es noch nie gegeben“

Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 14.03.2019 17:47 Uhr

ALTENFELDEN. Deutliche Worte fand der ZAMG-Meteorologe Alexander Ohms, als er auf Einladung des Maschinenrings beim Wildparkwirt über die klimatischen Veränderungen sprach. Ein Klimawandel findet immer statt, aber in dieser Rasanz habe es ihn noch nie gegeben, sagte der Experte. Und 70 Prozent der Entwicklung seien menschlich verursacht.

Ein Einzeljahr macht nicht das Klima aus, da müsse man schon das große Ganze sehen. Alexander Ohms hat ebendieses genau im Blick. „Der Sommer 2018 war der weitaus wärmste zurück bis ins 18. Jahrhundert. Da gibt es Abweichungen zum Normalwert um plus vier Grad. Und der Trend, dass der Balken weiter nach oben geht, ist ziemlich eindeutig“, berichtete der Meteorologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Vor allem der menschliche Einfluss heizt die Temperatur seit den 80er-Jahren an. Denn: „Rein erdgeschichtlich würden wir auf die nächste Eiszeit zusteuern, aber innerhalb der letzten Jahrzehnte gab es eine markante Erwärmung. Da ist nichts Vergleichbares zu finden.“

Klimaszenarien sagen eine weitere Erwärmung von 2 Grad Celsius voraus, allerdings nur „wenn die Forderungen der Klimakonferenz sehr zackig umgesetzt werden. Wir haben aber schon zehn Jahre verschlafen.“ Wenn nichts gegen die Erderwärmung unternommen wird, ist mit einem Temperaturanstieg von 4 Grad zu rechnen. Das klingt nach nicht viel, aber seit den 70er-Jahren ist das arktische Meereis um rund 40 Prozent zurückgegangen, der Meeresspiegel ist seit 1870 um 25 cm gestiegen.

Es gibt Gewinner und Verlierer

Zu erwarten sind laut Alexander Ohms künftig trockenere Sommer mit mehr Hitzetagen (bis zu 40 Grad) und Hitzewellen sowie feuchtere Winter. „Die Grünlandgefährdung durch die Trockenheit wird bis 2050 in ganz Oberösterreich steigen. Dazu kommt etwa das Borkenkäferproblem, das sich verschärfen wird. Reine Fichtenkulturen wird es bis 2050 nicht mehr geben, Eichen und Buchen hingegen sind die Gewinner“, prophezeit Alexander Ohms. Dafür gebe es aber höhere Erträge beim Sommergetreide oder Mais, neue Regionen für Obst- und Weinkulturen könnten sich auftun, denn mit höheren Temperaturen wird die Vegetationsperiode länger. „Pflanzen sind hier empfindliche Messinstrumente. Ein Grad mehr und die Frühlingsblüte von Hasel oder Kirsche beginnt um eine Woche früher. Die Weinlese ist im Vergleich zu den 70er-Jahren jetzt schon um zwei, drei Wochen früher“, zeigt Ohms auf. Er rechnet auch mit starken Niederschlags-Ereignissen, „punktuelle Schauer werden sich häufen und intensivieren.“

Anpassung ist wichtig

Um das Risiko gerade in der Landwirtschaft zu mindern, rät der ZAMG-Experte zur vielfältigeren Produktion, zum Umstieg auf wärmeliebende Sorten und zur Anpassung der Anbautermine. Verdunstungsschutz und die Sicherstellung der Wasserversorgung sind ebenfalls hilfreich.

Maschinenring unter neuem Obmann

Neben dem Gastreferat von Alexander Ohms war die Neuwahl der zweite Höhepunkt bei der Generalversammlung des Maschinenrings. Fusionsobmann Albert Starlinger hat nicht mehr kandidiert. Der Petringer war seit 2003 Funktionär beim Maschinenring, zwölf Jahre lang stand er diesem als Obmann vor. Größte Herausforderung war wohl die Fusionierung des MR Ameisberg/Große Mühl und des MR Böhmerwald zum MR Rohrbach mit aktuell 1.278 Mitgliedern. Außerdem wurde in seiner Amtszeit die Plattform MR online eingeführt, über die die Einteilung der Maschinen online erfolgt.

Zum neuen Obmann wurde mit großer Mehrheit Thomas Neudorfer aus Peilstein gewählt, der den Maschinenring „zukunftsweisend weiterführen“ will. Sein Stellvertreter ist der Lembacher Franz Ammerstorfer.

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