Galerie Schau-ST.A.LL steht seit 15 Jahren im Dienste der Kunst

Galerie Schau-ST.A.LL steht seit 15 Jahren im Dienste der Kunst

Norbert St. Mottas Norbert St. Mottas, Tips Redaktion, 07.08.2017 15:36 Uhr

AMSTETTEN. Vor 15 Jahren gründete der Künstler Andreas Steiner die Galerie Schau-ST.A.LL. Seither hat er 62 Ausstellungen ausgerichtet

 

AMSTETTEN. Andreas Steiners erste Galerie Schau-ST.A.LL befand sich in einem ehemaligen Pferdestall in der Schulstraße in Amstetten. Diese Location hatte Steiner entdeckt als er nach einem Lagerraum für seine eigenen Arbeiten suchte. Sie eignete sich zwar nicht als Lager, war aber ein geeigneter Raum für Ausstellungen. Als Wortspiel mit seinen Initialen nannte er die Galerie Schau-ST.A.LL. Mittlerweile gibt es mehrere Galerien, die sich Schau-Stall nennen, aber Steiners war die erste.

Weißer Fleck

„Als ich die Galerie gründete, war Amstetten noch ein weißer Fleck auf der kulturellen Landkarte. Dem wollte ich etwas entgegen setzen“, erklärt Steiner. Die frühen Ausstellungen sahen so aus, dass er eigene Werke mit jeweils einem Gastkünstler präsentierte. Die erste Ausstellung im Schau-ST.A.LL fand am 15. Juni 2002 statt. Steiner stellte gemeinsam mit Heinrich Gollo-nitsch aus. Bereits im ersten Jahr hatte Steiner drei Ausstellungen ausgerichtet.

Kulturpreis der Stadtgemeinde Amstetten

Bald war der Schau-ST.A.LL ein wichtiger kultureller Treffpunkt. Die Stadt Amstetten wusste das zu würdigen und verlieh im Jahr 2003 Andreas Steiner den Kulturpreis der Stadtgemeinde Amstetten. Dass er diesen tatsächlich verdient hatte, bekräftigte Kulturstadträtin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) heuer im Rahmen der 62. Ausstellung. Sie bedankte sich bei Steiner dafür, dass er die Stadt mit vielen kulturellen Impulsen bereichere und viele interessante Kulturschaffende nach Amstetten gebracht hatte, die sich nicht scheuen, die Finger auch in die Wunden der Gesellschaft zu legen.Anfangs hatte er die Galerie als Privatperson betrieben. Allerdings zeigte sich bald, dass so ein Kulturbetrieb nur auf Verkaufsbasis in Amstetten „noch“ nicht machbar ist. So gründete er im Jahr 2005 einen Verein als Träger der Galerie.

Umzug auf den Kreuzberg

Im Jahre 2007 wechselte Steiner die Location. Die Räumlichkeiten in der Schulstraße erwiesen sich als zu feucht für Ausstellungen. Insbesondere Papierarbeiten litten unter der hohen Luftfeuchtigkeit des Raumes. Steiner mietete ein Haus am Kreuzberg, in dem sich seither die neue Galerie Schau-ST.A.LL befindet. Auch wenn der neue Schau-ST.A.LL nicht so zentral gelegen ist, so sind die Galerieräume großzügiger ausgelegt. Und der zum Haus gehörende Garten wird bei Vernissagen gern genutzt.

Im Zuge des Umzuges bekam Steiner gutmeinende Ratschläge, den Schau-ST.A.LL gleich riesengroß aufzuziehen, eventuell in einer Halle. Doch Steiner entschied, die Galerie lieber klein und fein zu halte. „Wir haben uns nie übernommen. Deshalb gibt es uns heute nach 15 Jahren immer noch“, erklärt er.

Werke hoher Qualität

Einem Prinzip war Steiner immer treu geblieben: Die Werke, die gezeigt werden, müssen von hoher Qualität sein. Wer im Schau-ST.A.LL Kunstwerke sieht, soll sich darauf verlassen können, dass hier wirklich Kunst gezeigt wird.Wichtig war auch immer, Kunstschaffende der Region zu präsentieren. „Im Mostviertel gibt es sehr gute Künstler. Ich sehe das als wichtige Aufgabe, diesen eine Plattform zu bieten“, erklärt Steiner. Regionale Kunst zu fördern ist auch ein Auftrag von Steiners Verein. „So manche Künstler hatten bei mir ihre erste Ausstellung.“ Natürlich galt es auch, über den Tellerrand zu schauen und so nutzt Steiner seine guten Kontakte zur Kunstszene und bringt interessante Künstler aus ganz Österreich nach Amstetten.

Vernissagen

Ganz besondere Veranstaltungen sind die Vernissagen der Galerie Schau-ST.A.LL nicht zuletzt dank der hervorragenden kulinarischen Gestaltung durch Christa Zwinz. Auch auf gute Musik bei den Vernissagen legt Steiner wert. Es soll eine Musik sein, die ein kunstinteressiertes Publikum anspricht. Seine Hausband ist die Formation „Shineform“ in unterschiedlichen Besetzungen. Manche Bands hatten bei Steiners Vernissagen ihren ersten Auftritt, etwa die „Tripolare Affektabstimmung“ oder die „Flatcat Ramblers“.

Kunst als Lebenselixir

Die Triebfeder hinter Steiners Engagement erklärt er so: „Kunst ist wie ein Lebenselixier für mich. Ich liebe die Überraschungsmomente die sich beim Betrachten eines guten Kunstwerks einstellen, wenn man mit unerwarteten Ansichten, Ausdrucksformen oder auch mit neuen Techniken konfrontiert wird. Auch die meisten Innovationen haben ihre Wurzeln in der Kunst. Besonders freut es Steiner, dass sich in den 15 Jahren in der Region viel getan hat und dass Amstetten längst kein weißer Fleck auf der Kulturlandkarte ist sondern ein bunter.

Bei 62 Ausstellungen in der Galerie Schau-ST.A.LL fällt es Steiner schwer, besondere hervorzuheben. Auf die Schnelle falle ihm etwa die Vernissage zehn Jahre Schau-ST.A.LL ein. Trotz Regenwetter gab es beste Stimmung mit den Flatcat Ramblers und der Rucki Zucki Palmencombo. Eine große Schar Kulturinteressierter war gekommen und zu sehen gab es einen Querschnitt an Kunstwerken, die sich im Laufe der Zeit angesammelt hatten.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens gab es auch die Ausstellung “ST.A.LL im Schloss„ mit vielen Künstlern, deren Werke Steiner schon im ST.A.LL gezeigt hatte.

Auch die 50. Ausstellung, die Steiner gemeinsam mit dem in Wien lebenden Künstler Götz Bury ausgerichtet hat, bleibt vielen in Erinnerung.

Engagiert im Kunstbereich

Engagement für KunstSteiner ist nicht nur als Künstler und Galerist des Schau-ST.A.LLs aktiv.Seit 25 Jahren ist er unter anderem auch beim Verein Kulturhof Amstetten aktiv. Gemeinsam mit Anton Hofmayr war Steiner auch maßgeblich daran beteiligt, die internationale Kunstschau Experimentelle von Randegg nach Amstetten zu lotsen. Dieser, von Titus Koch kuratierte größte staatenübergreifende Kunstevent seiner Art, der zeitgleich an sechs Orten in Deutschland, Schweiz, Frankreich und in Österreich im Zweijahresrythmus über die Bühne geht, findet seit 2014 im Schloss Ulmerfeld statt und feiert 2018 mit 20 Experimentellen sein dreißigjähriges Bestehen.Im Schloss Ulmerfeld fand im Jahr 2012 im Rahmen des Viertelsfests auch die von Steiner organisierte Ausstellung “Kunst Macht Politik„ statt. Da waren ebenfalls Kunstschaffende vertreten, die bereits im Schau-ST.A.LL ausgestellt hatten.

 

 

Artikel weiterempfehlen:

+ Jetzt verfassen

Kommentar verfassen






Bürgerinitiative mit Protest gegen einen Sendemast

Bürgerinitiative mit Protest gegen einen Sendemast

STADT HAAG. Schon über 1.100 Haager Bürger haben gegen die Errichtung und den Betrieb eines 30 Meter hohen Handymastes im Ort unterschrieben. weiterlesen »

Gemeinde-Challenge: Der Radler aus Weistrach

Gemeinde-Challenge: Der Radler aus Weistrach

WEISTRACH. SPORT.LAND.Niederösterreich sucht mit Hilfe von Runtastic und in Kooperation mit den beiden NÖ-Gemeindevertreterverbänden die aktivste Gemeinde Niederösterreichs. weiterlesen »

Glasharmonika-Konzert in der kulturKIRCHE St. Marien

Glasharmonika-Konzert in der kulturKIRCHE St. Marien

AMSTETTEN. In der kulturKIRCHE St. Marien wird das Glasharmonika-Duo Christa und Gerald Schönfeldinger gemeinsam mit dem Duo AlFa (Marimba und Schlagwerk) ein himmlisches Konzert geben. weiterlesen »

Schiedsrichter Franz Ziernwald: Man darf nicht arrogant sein

Schiedsrichter Franz Ziernwald: "Man darf nicht arrogant sein"

MOSTVIERTEL. Das Auto Franz Ziernwalds ist bisher noch immer heil geblieben. Nicht selbstverständlich nach fast zwei Jahrzehnten Schiedsrichter-Dasein. Tips hat mit dem leidenschaftlichen Fußball-Referee ... weiterlesen »

Thomas Franz-Riegler: Kabarettprogramm mit Tiefsinn

Thomas Franz-Riegler: Kabarettprogramm mit Tiefsinn

STADT HAAG. Der Kabarettist und Multiinstrumentalist Thomas Franz-Riegler gab im Haager Theaterkeller die ersten Vorpremieren seines neuen Programmes Jo eh!. weiterlesen »

Gespräch mit Zeitzeugen Ludwig Surkin

Gespräch mit Zeitzeugen Ludwig Surkin

AMSTETTEN. Der Stadtarchivar a. D. Josef Plaimer führte mit dem einst von den Nazis vertriebenen 99-jährigen Ludwig Surkin ein tiefgehendes Gespräch. weiterlesen »

Krimi: Neuer Fall für Max Silber: „Dämonen gibt‘s ned, oder?

Krimi: Neuer Fall für Max Silber: „Dämonen gibt‘s ned, oder?

AMSTETTEN. Der Wahl-Amstettner Jürgen Gerstmayer hat nach Da Wolf auf da Gstettn mit Dämonen gibts ned, oder? einen zweiten Max-Silber-Krimi veröffentlicht. weiterlesen »

Auszeichnung Drei neue e5-Gemeinden im Bezirk

Auszeichnung Drei neue e5-Gemeinden im Bezirk

BEZIRK AMSTETTEN/ZWENTENDORF. Im Rahmen des Energie- und Umwelt-Gemeindetages sind 13 neue Gemeinden in das e5-Programm aufgenommen worden. Aus dem Bezirk sind nun auch Neustadtl an der Donau, Seitenstetten ... weiterlesen »


Wir trauern