Die Röhren:„Wir sind hier, um euch zu stören“

Die Röhren:„Wir sind hier, um euch zu stören“

Norbert St. Mottas Norbert St. Mottas, Tips Redaktion, 12.03.2019 15:13 Uhr

AMSTETTEN. Axel Fischer-Colbrie. a.k.a. „The Axe“ ist Gitarrist und Sänger der Band „Die Röhren“. Er berichtet, was diese Band ausmacht.

AMSTETTEN. Die aktuelle Besetzung der Band „Die Röhren“ besteht aus Keuly (Lead Guitar, Backing Vocals), The Axe (Lead Guitar, Lead Vocals), Stampfy (Bass Guitar, Backing Vocals) und Humpi Bua (Drums). Gegründet wurde die Band im Jahr 1986 und hat im Laufe der Geschichte schon mehrere Umbesetzungen erfahren.Von der Urbesetzung ist nur noch Keuly (Andy Adler) übrig. Auch Axel (45) zählt zu den Urgesteinen – er ist seit 30 Jahren bei der Band.

Old School-Metal-Rock-Punk

Den Stil der „Röhren“ bezeichnet er als „Old School-Metal-Rock-Punk“. „Wir sind Rocker und spielen punkig. Aber wir sind keine Punks.“ Markenzeichen der Band sind treibende Riffs.Wenn man sich die Tonträger anhört oder die Videos im Internet betrachtet, kann man diese Zuordnung „Old School-Metal-Rock-Punk“ sehr treffend finden. Ein Hörtipp: „Sex, Drugs, Rock“n„Roll“. Die härtere Gangart der Röhren fußt auch im Motto der Band: „Wir sind die Röhren – und hier um euch zu stören“. Genaugenommen geht es bei den Auftritten genau ums Gegenteil: „Wir wollen auf der Bühne unseren Spaß haben und das Publikum soll seinen Spaß haben. Und es soll auch eine ordentliche Show geboten bekommen.“

Eine andere Beschreibung für die Röhren stammt von Zappa von den Bluespumpm: „Es ist mir unbegreiflich, wie man mit so einer Wand von Musik die Leute malträtieren kann – und denen gefällt das auch noch.“ Axel findet die Beschreibung sehr treffend.

Axel hatte seine erste E-Gitarre von Keuly gekauft. Es war ein japanischer Les Paul-Nachbau. Axel: „Die hängt noch immer im Probraum. Hin.“ Auf die Frage, ob die Gitarre in der Bühnenwildheit kaputt gegangen sei, gesteht Axel: „Nein. Die habe ich zerstört. Aus Frust. Ich bin draufgehüpft. Das war allerdings die einzige Gitarre, die ich zerstört habe. Das tut mir heute noch leid, die war eigentlich cool. Anderseits: Der Hals war schon sehr verzogen.“ Mittlerweile hat Axel zirka 20 Gitarren und damit alles, was er braucht. Bei den Röhren verwendet Axel vor allem eine Paul Reed Smith-Gitarre, weil die sehr flexibel ist.

Keulys Riffs eingeübt

Das Gitarrespiel hat er so gelernt, dass er immer genau geschaut hat, was der Keuly so macht und das übte er dann daheim auf der Akustikgitarre seiner Schwester. Da habe ich diese Röhren-Riffs einstudiert. Als sich Keuly eine neue Gitarre kaufte, übernahm Axel dessen Gitarre.

Allerdings war Axel zu der Zeit bei der Band ausschließlich Sänger. Gesang hat er ohne Unterricht gelernt. „Ich hatte immer schon ein sehr lautes Organ“, erklärt er und führt es gleich in einer Lautstärke vor, dass es das Diktiergerät überschlägt.

Zwei Gitarren statt Keyboard

„Bei einer Probe haben wir dann einmal probiert, wie es mit zwei Gitarren klingt. Das hat dem Keyboarder nicht gefallen und er ist nicht mehr gekommen. Das kann man eh verstehen. Das war eine blöde Aktion. Das hätten wir vorher absprechen sollen.“

Ganz am Anfang hatte Keuly die Röhren für eine Dreier-Besetzung ausgelegt: Schlagzeug – Gitarre – Bass. Und einer hätte singen müssen. Keuly wollte nie singen, der Bassist, meinte singen und Bass spielen geht nicht. „Dann hat es geheißen: “Suchen wir uns einen Sänger„ und dann hat mich der Keuly aufgegabelt.“ Die Band ist in Scheibbs entstanden und dort kennt man einander.

 

Die Band hat oft die Besetzung gewechselt. „Als unsere Bassist einen leichten Schlaganfall und aufgehört hatte, hat uns das das Genick gebrochen. Das war um 1997.“

Ehrlichkeit bei den Röhren ein ganz wichtiges Thema. „In der Band und mit den Leuten, die wir als Band treffen. Wir haben nichts zu verstecken. Dafür sind wir für “gerade heraus„, das passt nicht jedem – aber so ist es. Die Ehrlichkeit spiegelt sich auch in der Musik wider. Die Band spielt nur Eigenkompositionen mit deutschen Texten. Privat hört Axel am liebsten Stoner Rock und findet alles von Jeff Beck genial. Allerdings hört er keine CDs sondern Vinyl: “Ich mag Vinyl viel lieber, obwohl die Röhren bald eine neue – sehr aufwändig produzierte CD heraus bringen.„

Wie bei fast jeder Band gibt es auch bei den Röhren genug Anekdoten, die man abendfüllend erzählen könnte. Axel erzählt eine: “Wir haben beim Metalchamp mitgespielt. Das ist ein Bandcontest. Und da sind wir tatsächlich ins Finale gekommen. Schon zum Halbfinale im Escape Metalcorner in Wien haben wir eine Busreise unternommen, mit einem Bus voller Fans. Wir hätten das tatsächlich gewonnen, das Finale haben wir aber vermasselt. Und das deshalb, weil wir hinter der Bühne mit zwei Juroren heftig dem Bier zugesprochen hatten, während die anderen Bands gespielt haben. Da sind wir immerhin fünfter von 108 Bands geworden. Beim Heimfahren vom Halbfinale haben wir den Börnie in Wien vergessen. [Börnie Mayerhofer ist Sänger der Band GurglMurgl, bei der Axel Gitarrist ist, Anm.]. Wir haben uns 15 Millionen mal bei ihm entschuldigt. Er war uns zum Glück nicht böse und darüber gibt es jetzt sogar einen Röhren-Song „Die fremde Stadt“, denn Börnie ist dann zu Fuß zum Westbahnhof gegangen.

Die Röhren liveLive hören kann man die Röhren, gemeinsam mit der befreundeten Band „ANALphabeten“ am 22. März, um 22 Uhr im Cafeti Club, Amstetten.

 

Die Röhren & ANALphabeten live

Freitag 22. März,  22 Uhr

Cafeti Club, Amstetten

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