Abbruchhaus: Vom Siechenhaus zum Nobelcafé
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Abbruchhaus: Vom Siechenhaus zum Nobelcafé

Norbert St. Mottas Norbert St. Mottas, Tips Redaktion, 03.12.2018 16:12 Uhr

AMSTETTEN.  Im Zentrum Amstettens wird gerade unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit ein Haus abgerissen. Die Geschichte des Hauses geht bis ins Jahr 1575 zurück.

 

AMSTETTEN. Im Zentrum Amstettens wird gerade unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit ein Haus abgerissen. Die Geschichte des Hauses geht bis ins Jahr 1575 zurück. Das Haus in der Wiener Straße 2 wird gerade abgerissen – und das bereits zum dritten Mal in seiner bewegten Geschichte. Der Historiker Manfred Wohlfahrt (†) hatte die Geschichte dieses Hauses akribisch erforscht und konnte es im Pfarrurbar 1575 als Siechenhaus identifizieren. 1856 wurde das Haus zum ersten Mal abgebrochen, um als Armenhaus neu erbaut zu werden.

Im Jahr 1872 kaufte Ignaz Putz das Haus und ließ es erneut abreißen. Er errichtete an dem Platz ein neues Haus und führte darin ein modernes und elegantes Kaffeehaus nach Wiener Art.Anton Bruckner zu GastDas Kaffeehaus wurde schnell zum Treffpunkt des liberalen Bürgertums und der Intellektuellen. Der wohl berühmteste Gast war Anton Bruckner, der das Kaffeehaus am 5. Oktober 1892 besuchte. Er war ein Freund des Cafétiers. Obendrein zeigte der damals 68-jährige Bruckner eine Schwäche für das damals 16-jährige Stubenmädchen Anna Rogl.

Außer Bruckner waren noch viele weitere berühmte Menschen im Café Zentral zu Gast. Helene Aichinger, die Tochter des Cafétiers, erinnerte sich an die Schauspieler O. W. Fischer, Heinz Rühmann, Gunther Philipp, Rudolf Prack sowie an die Schauspielerinnen Luise Ullrich, Helene Thimig, Adrienne Gessner, Marte Harell und sogar an den Opernsänger Richard Tauber. Auch der Sänger Johannes Heesters sei oft zu Gast gewesen.

Das Kaffeehaus wurde im Laufe der Zeit von unterschiedlichen Besitzern geführt. Im Jahr 1959 endete der Kaffeehausbetrieb im Zuge des allgemeinen Kaffee­haussterbens der 50er- und 60er-Jahre.

Weitere Verwendungen

In der jüngeren Geschichte fand das Haus als Schuhgeschäft Verwendung. Danach waren unter anderem der unida-Secondhand-Laden, eine Galerie und verschiedene Outlet-Stores in dem Haus eingemietet.Modernes GebäudeNun weicht das Gebäude einem modernen Gebäude, dessen Fertigstellung für das Jahr 2019/2020 geplant ist. Im Erdgeschoss wird es dann ein SPAR-Gourmet-Lebensmittelgeschäft enthalten. Auch Büros und Wohnungen entstehen in dem neuen Gebäude.

 

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