Ärztliche Versorgung in den Ortsteilen Amstetten prekär

Ärztliche Versorgung in den Ortsteilen Amstetten prekär

Norbert St. Mottas Norbert St. Mottas, Tips Redaktion, 11.01.2019 15:55 Uhr

AMSTETTEN. Seit August des Vorjahres ist aufgrund der Pensionierung von Dr. Lepold Klem die Planstelle eines Allgemeinmediziners im Ortsteil Mauer-Greinsfurth nicht besetzt. Die Stadt hat bereits im Jahr 2018 alles daran gesetzt, wieder einen Hausarzt für die Bevölkerung nach Mauer zu bekommen. Leider blieben diese Bemühungen bislang erfolglos.

AMSTETTEN. Das vergangenes Jahr seitens des Landes NÖ angekündigte Primärversorgungszentrum im NÖ Landesklinikum Mauer ist auch noch nicht umgesetzt. „Wir haben gehofft, dass bei zeitnaher Umsetzung dieses Projektes etwas Entlastung im Ortsteil entstehen hätte können“, sagt Ortsvorsteher und Gemeinderat Bernhard Wagner.

 Drei Allgemeinmediziner im Ortsteil Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth

Auch die Situation im Ortsteil Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth spitzt sich zu. Drei Allgemeinmediziner sind dort grundsätzlich tätig. Leider ist ein Arzt seit Oktober 2018 in Krankenstand und es wurde für keine Vertretung gesorgt. Derzeit sind somit zwei Ärzte für das Einzugsgebiet der beiden Ortsteile mit insgesamt rund 7.900 Einwohner erste Anlaufstelle. „Unsere Ärzte geben ihr Bestes, aber sie sind mehr als an der Grenze des Leistbaren“, weiß Ortsvorsteher Gemeinderat Egon Brandl, der über laufende Beschwerden aus der Bevölkerung berichtet.

 Flächendeckende Versorgung unabdingbar

„Die Hausärzte vor Ort sind nach wie vor die erste Anlaufstelle für die Patienten. Daher ist eine flächendeckende Versorgung unabdingbar - vor allem für jene Menschen, denen es nicht möglich ist, lange Anfahrtswege zu bewerkstelligen. Wir appellieren daher an die zuständigen Stellen, zeitnah die Planstelle in Mauer zu besetzen und auch eine Vertretung für den erkrankten Arzt in Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth zu senden“, sagt Bürgermeisterin Ursula Puchebner.

SP-Politiker haben sich sowohl an die Ärztekammer NÖ sowie an die Gebietskrankenkasse NÖ mit ihrem dringenden Ersuchen gewandt. „Es ist uns bewusst, dass die Situation im niedergelassen Bereich nicht einfach ist. Dennoch können so große Gebiete wie unsere Ortsteile nicht unterversorgt bzw. unversorgt bleiben“, appellieren die SP-Politiker an die zuständigen Stellen.

Primärversorgungszentrum

 „Wir haben auch bereits Kontakt mit Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig aufgenommen und um Unterstützung gebeten“, sagt die Bürgermeisterin. Ulrike Königsberger-Ludwig versucht ihr Bestes, damit die offene Stelle schnellstmöglich besetzt werden kann. „Ich habe mit der NÖ GKK bereits Gespräche geführt – zur Zeit gibt es im Sprengel Amstetten, Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth und Mauer-Greinsfurth zehn Planstellen, von denen neun besetzt sind“, erklärt die Landesrätin. Die Landarztgarantie greife bei der Pensionierung von Dr. Klem leider noch nicht, da die Stelle erst seit einem halben Jahr unbesetzt ist: „Ich werde diesbezüglich noch mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner das Gespräch suchen, um Vorkehrungen zu treffen!“

Für das Primärversorgungszentrum stehe die Gebietskrankenkasse jederzeit bereit. Dies wurde bereits im Mai signalisiert. „Auch die Idee, dieses im Krankenhaus zu installieren, findet Zustimmung. Leider wartet man hier noch auf ein umfassendes Konzept, da sich mindestens drei Ärzte finden müssen“, sagt Ulrike Königsberger-Ludwig.

Die Amstettner SP-Politiker können sich auch vorstellen, bei Ansiedlung eines neuen Arztes bei Investitionen in den Ordinationsräumlichkeiten finanziell unter die Arme zu greifen. „Wir müssen mit allen Mitteln versuchen, Ärzte und Ärztinnen zu bewegen, sich bei uns nieder zu lassen. Hier geht es um die ärztliche Grundversorgung der Bevölkerung vor Ort. Unsere Ärzte geben derzeit alles, aber auf Dauer ist diese Situation sowohl für die Ärzte als auch für die Patienten unhaltbar“, sind die SP-Mandatare sicher.

 Die Idee, dass die Gemeinde einn Jungarzt unterstützt, findet auch Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig gut: „Das kann auf jeden Fall ein Anreiz sein, wenngleich ich überzeugt bin, dass an mehreren Schrauben gedreht werden muss, um junge Menschen den Beruf des Hausarztes wieder schmackhaft zu machen!“, sagt die Landesrätin. Ihr Vorschlag wäre auch, Ärzte aus dem Sprengel zu einem runden Tisch einzuladen, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

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