DJ Tobi Rudig sorgt in den Sportstadien weltweit für „Big Moments“
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DJ Tobi Rudig sorgt in den Sportstadien weltweit für „Big Moments“

Katharina Vogl Katharina Vogl, Tips Redaktion, 03.03.2018 07:54 Uhr

ARBESBACH. Sport ist seine Leidenschaft, Musik seine Passion. Er spielt in den großen Stadien der Welt, reißt abertausende Leute von ihren Sesseln und motiviert Athleten zu Höchstleistungen. DJ Tobi Rudig, der gemeinsam mit seinem Bruder und Moderator Florian auf ein Entertainment-Konzept setzt, das ausgehend vom Grand Slam in Klagenfurt mittlerweile weltweit nachgeahmt wird. Gerade rockt er die FIVB World Tour in den USA. Zuvor aber folgte noch ein kurzweiliger Kaffee-Treff mit dem sympathischen Neo-Arbesbacher.

„Am 27. Februar geht es in den USA los, mittlerweile bin ich nicht mehr so nervös“, lacht Tobi Rudig, selbsterklärter „waschechter Tiroler“. Zum dritten Mal sorgt er gemeinsam mit Bruder Flo und DJ Stari für gute Stimmung bei der interkontinentalen Turnierserie im Beachvolleyball. Anfangs herrschte noch große Skepsis, ob ihr geschaffenes Entertainment-Konzept auch in den USA auf Anklang stoßen würde, aber es klappte, die Amerikaner waren begeistert. Nicht nur das, sogar das internationale Olympische Komitee (IOC) wurde auf die beiden aufmerksam und die Brüder rockten schließlich 2016 das Beachvolleyball-Stadion bei den Olympischen Spielen in Rio.

„Natürlich stimmt man sich auf die jeweilige Kultur und Mentalität ein. In Vorbereitung auf Rio habe ich nahezu einen Sambakurs absolviert“, grinst Tobi. Eine Erfahrung, die bleibt.

Weltweite „Big Moments“

Die Beachvolleyball-Spiele in Rio blieben nicht nur dem Publikum in Erinnerung, auch der Volleyball-Weltverband fand am Entertainment-Konzept der Rudig„s Gefallen. Ein super Block, ein toller Angriff, ein klasse Service - das fiel unter “Big Moments„, und für diese speziellen Augenblicke kreierten sie eine spezielle Musik. “Zuerst waren wir nicht sicher, ob die Energie von „Here comes the Boom“ auch in Taiwan rüberkommt, aber es taugt allen„, freut sich Tobi.

Egal ob China, Brasilien oder in Amerika, bei den “FIVB-Turnieren, der welthöchsten Spielserie, kommt unsere Musik und die Leute machen unsere Bewegung zu, das macht uns schon stolz„.

Grand Slam als das Maß aller Dinge

Der Grand Slam in Klagenfurt gilt, was das Entertainment betrifft, seit langem als Maß aller Dinge. Dort ist gute Stimmung garantiert, seit 15 Jahren sorgen DJ Tobi und Moderator Flo Rudig gemeinsam mit DJ Stari (und anfangs noch Tom Bläumauer), dafür, dass die Spiele noch lange unvergesslich bleiben. So wurde beispielsweise ihr Live-Loop von Sido“s „Mein Block“ überall kopiert - der deutsche Rapper kommt nun nahezu bei jedem Volleyball-Event zu Wort. Ausgehend von Klagenfurt hat das Entertainment die Volleyballstadien erfasst. „Wir binden über die Musik und über die Moderation alle mit ein, das Stadion wird ein Ganzes und diese Interaktion gibt es nur beim Volleyball“, meint Tobi, der bereits weltweit Station machte.

Allerdings habe jede Sportart seinen musikalischen Stempel. „Jedes Event hat seinen Charakter, den muss man spüren“, meint Tobi, der vom Kopieren nur wenig hält. So kommen beim Eishockey, Gitarrenklänge und rockige Sounds zum Zug, beim Beachvolleyball soll hingegen die leichte, sommerliche „Happy-Peppi“-Stimmung unterstützt werden.

Gänsehautmomente

Das Ziel ist aber stets dasselbe: Das Publikum mitzunehmen. Dass er selbst Sport studiert habe, kommt ihm sehr zugute. „So kann man sich besser in den Sportler hineinversetzen. Ist ein Schuss daneben, müsse man ihn wieder aufbauen, ihn über die Moderation und die Musik mitnehmen. “Mit welchem Sound helfe ich ihm, dass er in jenem Moment die nötige Energie von außen bekommt?„ Die richtige Musik zum richtigen Moment einzusetzen, das unterscheide einen guten DJ von einem schlechten. “Du darfst dich nie in den Vordergrund spielen. Dennoch schreibst du die Dramaturgie eines Sportlers ein bisschen mit.„ Wenn man das Publikum bei einer schlechten Partie langsam aufbaut, kann es auch sein, dass der Sportler es schafft, noch mehr aus sich rauszuholen. “Das sind dann diese Gänsehautmomente.„

Ideen kommen beim Duschen

Und wie schafft man es, dass man Jahr für Jahr noch ein Schäuflein drauflegt? “Viel duschen gehen, „Here comes the Boom“ ist mir in der Dusche eingefallen. Nein im Ernst, wir sind hier guter Hoffnung, noch sprühen die kreativen Ideen.„ Der Flow, die Energie im Stadion, hilft auch schon mal, über drei Wochen Olympia oder zwei Wochen Beachvolleyball WM konstante Leistung zu bringen, von morgens bis spätnachts.

“Die Atmosphäre im Stadion gibt dir über diese Wochen unheimlich viel Energie, aber danach brauchst du eine Auszeit, danach brauchst du das Waldviertel, wo du dich einfach hinsetzt und dir - plakativ gesagt - den Baum anschaust„, grinst der 35-Jährige.

Ö3 und Robbie Williams

Die Begeisterung für Sport war schon immer da, insbesondere für Volleyball, spielte er doch schon mit Clemens Doppler oder Alex Horst im Nationalteam. Sein Bruder Florian teilte die sportliche Begeisterung äußerst erfolgreich, außerdem “hat er schon immer viel geredet„ und so fügte sich eins zum anderen, das Hobby wurde zum Beruf. Acht Jahre lang war Tobi mit im Team der Ö3-DJs - und heizte dem Publikum ein, sein größter Gig war das Warm-up für Robbie Williams.

“Vor diesen tausenden Leuten bist du ständig dem Kick ausgesetzt. Aber am nächsten Tag ist man wieder Hausmann und geht zum Greißler einkaufen, die Ruhe des Waldviertels holt dich auf den Boden zurück„, so Tobi, stolzer Vater zweier Kinder. Auch wenn er am Wochenende viel unterwegs ist, die übrige Zeit schupft er den Haushalt, macht Hausübung mit den Kids oder arbeitet in seinem kleinen Studio in Arbesbach an seinen Ideen weiter.

Heuer erwartet ihn im Zuge der World Tour neben den USA, die Donauinsel, Hamburg oder die Schweiz, die Volleyball-Indoor-Termine führen ihn wieder rund um die Welt. Nach Möglichkeit wird die Gelegenheit genutzt, um sich Land und Leute anzuschauen. “Das öffnet deine Vorstellung und erweitert dein Weltbild. Wenn man dann wiederkommt, merkt man erst, wie kleinkariert manches ist.„

“Sport nicht verankert„

Im Zuge seiner Reisen wurde ihm einmal mehr bewusst, dass “Sport in der österreichischen Gesellschaft leider gar nicht verankert ist„. Dafür brauche es Bewusstseinsbildung auf vielen Ebenen, neben der Basis, den Sportvereinen und den Schulen auch das volle Bekenntnis von oberster Stelle. “Bei der Olympia in Korea, ist unsere Freude und unser Nationalstolz groß, wir holen Medaillen, der Minister lässt sich dort blicken und das war es dann wieder, schade„, spricht Tobi die fehlende politische Unterstützung an.

So werde Sport bei Wahlen nie zum Thema. Der Sportwissenschaftler und Trainer der Volleyball-Damen der SPU Zwettl würde sich auch beim Menschen ein rotes Warnsignal wünschen, das dann piepst, wenn man zu wenig Bewegung macht. “Die Ohren sollen rot werden, dann würde man erst merken wie wichtig der Sport für die Prävention ist. Jetzt kann man nahe vor einem Herzinfarkt stehen und du spürst es gar nicht.„

Große Visionen

Visionen für die Zukunft? Dass es ein Olympia gibt, das den eigentlichen Gedanken wieder findet. “Leute, die den Sport, die Athleten und das friedliche Miteinander der Nationen feiern„, spricht Rudig das verbindende Element an. Die Tatsache, dass Korea mit der gemeinsamen Flagge einmarschiert - das schaffe nur der Sport. Und was noch? Dass das Erlebnis vom Stadion noch lange nachwirkt.

“All das was der Sport kann, diese Emotionen, die den Sport ausmachen, dass wir das noch lange nachfühlen und dass das unser Weltbild beeinflusst - das würde ich mir als jemand, der den Sport mitgestaltet, wünschen.„

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