Pater Roberto in La Paz verstorben: Der Brückenbauer Gottes hat seine letzte Baustelle beendet

Pater Roberto in La Paz verstorben: Der Brückenbauer Gottes hat seine letzte Baustelle beendet

Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 10.02.2018 09:55 Uhr

ARNREIT. Wo ein Wille, da auch ein Weg – und wo kein Weg, da bauen wir einen: Dieser Leitspruch hat den Priester und Franziskaner-Missionar Robert Eckerstorfer sein Leben lang begleitet. Am 3. Februar ist der gebürtige Arnreiter im Alter von 75 Jahren in La Paz verstorben.

Robert Eckerstorfer wechselte nach dem Besuch der Pflichtschule in Arnreit und Rohrbach an das Franziskanergymnasium in Hall, wo er 1964 maturierte. Im selben Jahr wurde er im Kloster Telfs in das Noviziat der Tiroler Franziskanerprovinz aufgenommen. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1970 war der Mühlviertler kurze Zeit Kaplan und ging anschließend zum Sprachstudium nach Valencia in Spanien.

Bolivien war zweite Heimat

Wie sein älterer Bruder Alois, der bereits als Missionar in Südafrika tätig war, wollte auch Robert in die „Mission“ gehen. Im November 1972 folgte seine Aussendungsfeier nach  Roboré in Bolivien und dieses Land sollte bis zum seinem Lebensende seine zweite Heimat werden.

Bereits im Jahr 1976 übernahm er als Regens und Lehrbeauftragter das Ordenskolleg in Cochabamba und kehrte 1977 für sein Studium nach Österreich zurück, wo er 1979 an der Universität Salzburg zum Mag. Theol. spondierte.

Mit Begeisterung bei der Arbeit

Nach seiner Rückkehr nach  Bolivien erwarteten ihn große und schwierige Aufgaben, die er mit Begeisterung und totalem persönlichem Einsatz meisterte. Sein Leitspruch lautete: „Wo ein Wille, da auch ein Weg – und wo kein Weg, da bauen wir einen“. Dass er anpacken konnte, bewies er mit seinem Projekt O.S.C.A.R („Obras Sociales de Caminos de Acceso Rural): Pater Robert baute Straßen, Wege, Brücken und Infrastruktur auf, um den Einheimischen im Tiefland Boliviens ein erträgliches Leben zu ermöglichen. Das war seine vordringlichste Aufgabe als Mensch und Priester. “Du musst einer der ihren werden, damit du sie verstehst„, hat er stets gesagt. Für ihn hieß das, arbeiten auf den Baustellen oft bis in die frühen Morgenstunden. Er fuhr mit LKWs, Raupen und war auch als Vermesser tätig.

Urwalduniversität aufgebaut

Er unterrichtete neben diesen Tätigkeiten in seiner “Urwalduniversität„ auch Studenten und angehende Seminaristen. Halbtags hatten sie Vorlesungen in den Baubaracken, den Rest des Tages wurde auf der Baustelle gearbeitet.  So wurden im Laufe der Zeit über 500 Kilometer befestigte Straßen, Furten durch Flüsse, sowie Hänge- und Betonbrücken gebaut.

Nebenbei zog er mit Mitstreitern ein agrarökologisches, sowie ein Gesundheits- und Impfprogramm auf um den Einheimischen zu zeigen, mit dem Boden schonend umzugehen.

Lebenswerk gewürdigt

Bei seinen seltenen Heimatbesuchen berichtete er über seine Arbeit in seinem “Paradies Bolivien„ und ging aber mit der starren “römischen Amtskirche„ oft hart ins Gericht. Für sein Lebenswerk wurde Robert Eckerstorfer mit dem Ehrenzeichen des Landes OÖ ausgezeichnet. Vom spanischen Königshaus bekam er den Solidaritätspreis der Organisation “Ayuda en Acción„ (Hilfe durch Handeln).

“Pater Roberto Eckerstorfer, unser großer Anführer im Oscar-Projekt ist verstorben. Und wir sind ihm tausendmal dankbar für die Ausstrahlung, mit der er uns gelehrt hat, anderen zu dienen… möge er in Frieden ruhen„, verabschiedeten sich seine “Bolivianer„ in einer Aussendung.

Gedenkgottesdienst am 17. Februar

Nach dem Requiem in der Basilika S. Francisco in La Paz wurde er am 5. Februar begraben.

In seiner Heimatgemeinde Arnreit findet am Samstag, 17. Februar, um 10 Uhr ein Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche statt.

Artikel weiterempfehlen:


Mehr zu diesem Thema:


+ Jetzt verfassen

Kommentar verfassen






St. Veiter Bürgermeisterin traf sich mit Amtskolleginnen in Tirol

St. Veiter Bürgermeisterin traf sich mit Amtskolleginnen in Tirol

ST. VEIT. Bürgermeisterin Elisabeth Rechberger besuchte in der Vorwoche das Treffen deutschsprachiger Bürgermeisterinnen in St. Ulrich am Pillersee (Tirol). Eines der Themen, die dort besprochen ... weiterlesen »

Tierquäler legten in Haslach mit Nadeln gefüllte Knacker aus - Hinweise erbeten

Tierquäler legten in Haslach mit Nadeln gefüllte Knacker aus - Hinweise erbeten

HASLACH. Um sein Leben kämpft ein Hund, der in Haslach eine mit Nadeln gespickte Knacker gefressen hat. weiterlesen »

Ein besonderer Pferdeverkauf,

Ein besonderer Pferdeverkauf,

Niederkappel. Schon lange war Elke Huber am Grübeln, was sie denn nun mit ihren beiden Quarter Horse Schützlingen Elli und Jack machen soll. Denn für die dreijährigen Pferdegeschwister ... weiterlesen »

Essen, gute Musik und gemütliche Leute

Essen, gute Musik und gemütliche Leute

HELFENBERG. Der Bauernbund Helfenberg lädt am 19. August um 13:30 Uhr herzlich zum Hoffest ein. weiterlesen »

Rekord an Privatinsolvenzen, Firmenpleiten rückläufig

Rekord an Privatinsolvenzen, Firmenpleiten rückläufig

BEZIRK ROHRBACH. Eine Rekordzahl an Privatinsolvenzen verzeichnet der Gläubigerschutzverband Creditreform in diesem Jahr. Alleine im ersten Halbjahr 2018 ist die Zahl der Privatinsolvenzen in Oberösterreich ... weiterlesen »

Haslacher Schützenfest

Haslacher Schützenfest

Haslach. Bei angenehmen Temperaturen fand am 11. und 12. August im Welset Pühret das traditionelle Schützenfest der Bürgergarde Haslach statt.  weiterlesen »

Gstanzl‘n und Gaudi

Gstanzl‘n und Gaudi

NIEDERWALDKIRCHEN. Am Waldfest in Niederwaldkirchen begeisterten Gstanzlsänger  die Festbesucher.  weiterlesen »

Ein Biss, der sich auswirken kann

Ein Biss, der sich auswirken kann

Rohrbach. 2018 ist das extremste Zeckenjahr bisher – warum kann man nicht sagen. Am Klima liegt es jedoch nicht. Oberösterreich liegt bei den Zeckenbissen an der Spitze, weit vor allen anderen ... weiterlesen »


Wir trauern