Blondie macht außergewöhnliche Begegnungen möglich

Blondie macht außergewöhnliche Begegnungen möglich

Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 02.03.2015 13:00 Uhr

AUBERG. Blondie ist zwar erst neun Monate alt, aber schon ein richtiger Star: Weil der in einem Zoo bei Prag geborene Luchs mit der Flasche aufgezogen wurde, ist die Wildkatze sehr zutraulich und nicht menschenscheu. So sind Begegnungen möglich, die es in freier Natur niemals geben würde.

Selbst Thomas Engleder vom Luchsprojekt Österreich Nordwest ist noch keinem Luchs so nahe gekommen, wie Blondie. „Normalerweise zieht sich der Luchs zurück, wenn er Menschen sieht. Außerdem ist er dämmerungs- und nachtaktiv, deshalb kommt es meist gar nicht auf ein Aufeinandertreffen“, erklärt Engleder, als Blondie und seine Betreuer Ji?i und Martin am Unterkagererhof in Auberg zu Gast sind. Die tschechischen Naturschützer touren mit ihrem zahmen Pflegling seit etwa drei Monaten durch Tschechien und die Nachbarländer, um Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Luchs zu leisten. Knapp 5000 Interessierte konnten durch diesen direkten Kontakt schon erreicht werden, dazu kommen unzählige Fernsehauftritte und Zeitungsberichte.   Auch am Unterkagererhof ist die Begeisterung groß: Jeder – nicht nur die Kinder – will die größte Wildkatze Europas streicheln und hautnah beobachten. Das ansonsten scheue Waldtier zeigt sich hier von einer gänzlich unerwarteten Seite.   300 Luchse wären das Ziel   Seit den 80er-Jahren bemühen sich Naturschützer, den Luchs im Böhmerwald wieder heimisch zu machen. Mittels Fotofallen kann der Bestand ungefähr bestimmt werden. „Wir wissen, dass im Luchsjahr 2013/2014 61 selbständige Luchse im Böhmerwald unterwegs waren – allerdings reicht dieses Gebiet von der Oberpfalz bis in die Wachau, denn Luchse sind richtige Weitwanderer“, berichtet Thomas Engleder. Ziel wäre ein Bestand von 300 Tieren, dieser könnte längerfristig überleben. Wichtig ist vor allem, dass sich die Luchse aus dem Böhmerwald mit jenen in den Alpen verbinden, erklärt der Haslacher weiter. Gefährdet ist der eigentlich geschützte Meister Pinselohr einerseits durch die illegale Bejagung, andererseits zerschneiden Verkehrswege seinen Lebensraum.   Blondie wird mit solchen Problemen nicht zu kämpfen haben: Er ist zu sehr vom Menschen geprägt und kann deshalb nicht in die freie Natur entlassen werden. Wenn er erwachsen ist (mit einem knappen Jahr), kommt er vermutlich zurück in den Zoo, wo er auch geboren wurde.   Mehr Bilder von der Luchs-Begegnung gibt es hier zu sehen.   Information: https://www.facebook.com/meetlynx http://luchs.boehmerwaldnatur.at  
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