Im Ischler Lehàrtheater bekommt die Schauspielkunst eine neue Chance

Hans Promberger Hans Promberger, Tips Redaktion, 23.07.2012 13:00 Uhr

BAD ISCHL. Das Gastspiel des Theaters in der Josefstadt mit Otto Schenk im August ist Auftakt für eine „Theaterinitiative“ im historischen Lehàrtheater.

„Seit den 1950er-Jahren wurde das Lehàrtheater nur selten für Theateraufführungen genutzt, jetzt planen wir eine diesbezügliche Belebung“, sagt Bürgermeister Hannes Heide. Ideelle Unterstützung bekommt er vom einstigen Josefstadt-Direktor Heinrich Kraus, Lehàrfestival-Intendant Michael Lakner und Kammerschauspieler Otto Schenk, der Ende August fünf Mal im Stück „Ralph & Carol“ in Bad Ischl auf der Bühne stehen wird. Dieser zeigt nicht nur Begeisterung für das historische Gebäude am Kreuzplatz, sondern auch für „die Dankbarkeit“ des Kaiserstadt-Publikums, die in Wien mittlerweile „unerweckbar“ sei.Eine Eigentümergemeinschaft von Ischler Bürgern setzt sich seit einigen Jahren für den Erhalt des Lehàrtheaters ein. Heinrich Kraus engagierte sich als treuer Sommergast im Salzkammergut immer schon für ein „bespielbares Lehàrtheater“: „Alle wichtigen Schauspieler des 19. Jahrhunderts wie zum Beispiel Johann Nestroy sind hier aufgetreten.“ Doch die einstige Umwandlung in ein Kino hätte dem Theater „schwere Wunden“ zugefügt. „Jetzt sind hier viele gute Geister am Werk“, sieht Kraus durchaus Chancen, dem Theater wieder ein Teil seiner kulturhistorischen Bedeutung zurückzugeben.Gebäudesanierung in kleinen SchrittenEine Generalsanierung ist allerdings finanziell unmöglich. Eine Kostenschätzung vor zehn Jahren belief sich auf sechs Millionen Euro. „Damals ging man allerdings noch von einer notwendigen, kostspieligen Unterkellerung aus“, so Bürgermeister Heide. Bei der Attraktivierung des Theaters müssen daher kleinere Brötchen gebacken werden. Immerhin macht das Josefstadt-Gastspiel die Installierung eines neuen Portals möglich. 2013 soll die nötige Sanierung des Daches in Angriff genommen werden, was ebenfalls hunderttausende Euro kosten wird. Bei den anstehenden Investitionen hofft man auch auf Hilfe seitens der Landespolitik.Landeshauptmann Josef Pühringer und Landesrat Josef Ackerl hatten diese bei der Nestroyring-Verleihung in Aussicht gestellt.Weiteres Problem: Mit nur 250 Sitzplätzen sind aufwändigere Theaterproduktionen unmöglich zu finanzieren. Auch wenn alle fünf Vorstellungen von „Ralph & Carol“ ausverkauft sind, können die Kosten für das Gastspiel nicht gedeckt werden, obwohl die Josefstadt-Truppe mit eigener technischer Ausrüstung anrückt und so beim „Sparen“ mithilft. Mit 50.000 bis 60.000 Euro sei bei den fünf Vorstellungen zu rechnen, so Kraus. Daher sind für den Auftritt von Schenk & Co Sponsorbeiträge nötig, die Sparkasse Salzkammergut und der Tourismusverband steuern dazu namhafte Beträge bei.Bereits seit 2007 existiert auf Initiative von Kraus eine Zusammenarbeit mit dem Theater in der Josefstadt und dessen Direktor Herbert Föttinger. Für Lehàrfestival-Intendant Michael Lakner böte das Lehàrtheater Möglichkeiten das Angebot auszubauen: „Das Kongress & Theaterhaus (Spielort der Festival-Operetten, Anm. d. Red.) ist akustisch katastrophal. Wir können nur mit elektroakustischen Mitteln eine akzeptable Atmosphäre schaffen. Das Lehàrtheater wäre ein idealer Ort für Singspiele, Revuen und Musicals, wenn der Orchestergraben revitalisiert würde.“

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