Elektroauto-Rennen durch Marokko: Ischlerin startete im einzigen Frauenteam

Elektroauto-Rennen durch Marokko: Ischlerin startete im einzigen Frauenteam

Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 07.11.2017 14:00 Uhr

BAD ISCHL/MAROKKO. Elf Mannschaften nahmen an der E-Rallye „Rive Maroc“ teil. Mit dabei auch die Ischlerin Theresa Thalhammer und ihre „electricLadies“ als einziges reines Frauenteam.

Bereits einmal wagte sich Theresa Thalhammer mit einem E-Mobil auf große Fahrt: Vor zwei Jahren ging es im Renault Zoe von Österreich nach Barcelona. Diesmal war die Ischlerin gemeinsam mit einem vierköpfigen Team zwei Wochen lang in einem Tesla unterwegs – bis in den Süden Marokkos und zurück.

Schon die Anfahrt war eine Herausforderung, wie die 30-Jährige im Tips-Gespräch erzählt: „Alleine für die Anreise legten wir in fünf Tagen rund 4000 Kilometer zurück, etwa alle 500 Kilometer – je nach Straßenbeschaffenheit – mussten wir Strom tanken.“

9000 „elektrische“ Kilometer in rund zwei Wochen

Die Strecke führte die „electricLadies“ vom Osten Niederösterreichs aus quer durch Österreich, die Schweiz und Frankreich. In Spanien ging es von Valencina bis nach Tarifa und dann mit der Fähre nach Tanger. Die Rallye selbst verlief über Casablanca und Marrakesch nach Ouarzazate im Süden Marokkos und wieder retour. „Insgesamt waren wir an die 9000 Kilometer unterwegs“, so Thalhammer.

„Kabel aus der Wand“ als Stromtankstelle

Die von einer in Marokko lebenden Deutschen organisierte E-Fahrzeug-Rallye hatte auch zum Ziel, die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in Marokko zu verbessern: Die für die Fahrt errichteten Elektrotankstellen bleiben auch künftig erhalten. Bei einigen könnte es jedoch noch etwas Verbesserungsbedarf geben, wie Thalhammer mit einem kleinen Schmunzeln erzählt: „Manchmal waren die Stromtankstellen einfach Stromkabel, die aus der Wand eines Hotels ragten.“ Ein glücklicherweise mitgebrachter Universal-Adapter für E-Mobile sorgte dennoch für reibungslosen Anschluss. Eine andere Tankstelle erwies sich als nicht geerdet. „Glücklicherweise hatte ein Mitglied eines anderen Teams die Idee, Salz aufzuschütten. Da wären wir nicht drauf gekommen, obwohl wir technisch durchaus versiert sind“, so die Ischlerin.

Rallye mit sozialem Charakter

Wie man erkennen kann: Bei dieser Rallye war der Wettkampf eher zweitrangig, das Durchkommen aller Teilnehmer stand im Vordergrund. Und auch soziales Engagement war gefragt: Die Starterteams sammelten schon vorab Medikamente, Laptops und andere Materialien für verschiedene Hilfsprojekte. Dieses Engagement floss in Form von Bonuspunkten in die Endwertung ein, sodass die „electricLadies“ zu guter Letzt Platz zwei erreichten.

Wenn auf der Straße plötzlich ein Pferd steht

Nur auf ihre „guten Taten“ wollten sich die vier Elektro-Damen jedoch nicht verlassen, die Fahrweise war durchaus rasant: „Bei den gut ausgebauten Autobahnen sind meistens 100 Stundenkilometer drin, auf den eher schlecht befestigten übrigen Straßen entsprechend weniger – hier kann es durchaus sein, dass plötzlich ein Pferd vor einem auf der Straße steht“, erzählt Thalhammer.

Besuch beim größten Solarkraftwerk der Welt

Als rückständig dürfe man sich Marokko aber keinesfalls vorstellen, betont Theresa Thalhammer: Das Land verfolge engagierte Klimaziele, wie sie sich bei einem Besuch im größten Solarkraftwerk der Welt im marokkanischen Ouarzazate selbst überzeugen konnte.

„Viele großartige Gespräche und Testfahrten“

Und auch die Warnungen mancher Freunde („Oh Gott, da ist es für Frauen ganz schrecklich“) erwiesen sich für die 30-jährige Ischlerin als übertrieben: „Wir hatten eigentlich keine Probleme, nur einmal sind wir “halblustig„ angesprochen worden. Vielleicht lag das aber auch daran, dass wir mit einer größeren Gruppen unterwegs waren.“ Dafür erinnert sich Thalhammer an „zahlreiche großartige Gespräche und Testfahrten“ – sowohl mit Frauen als auch mit Männern.

Positiv erlebte die Ischlerin auch einen Besuch in André Hellers Anima-Garten, wo die Mitarbeiterinnen gemeinsam mit ihren Kindern zur Schule gehen und lernen können. „Die Alphabetisierungsrate ist in Marokko noch nicht so hoch, etwas über 70 Prozent, aber wir haben auch Frauen getroffen, die technische Studiengänge absolviert haben“, erzählt die Rallye-Teilnehmerin.

 

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Kommentare

  1. Gastuser 09.11.2017 17:35 Uhr

    umweltfreundliche Idee - Die Idee gefällt mir gut. Es wundert mich, dass sie 'nur' alle 500 Kilometer zum Tanken halten mussten. Es wäre interessant zu sehen, wie es mit den Renault Zoe im Vergleich war.

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