Solidaritätspreis für Kinderchor: „Musik verbindet Kulturen und Generationen miteinander“

Solidaritätspreis für Kinderchor: „Musik verbindet Kulturen und Generationen miteinander“

Michaela Maurer Michaela Maurer, Tips Redaktion, 19.06.2018 18:13 Uhr

BAD LEONFELDEN. Elisabeth Birngruber und Judith Hartl aus Bad Leonfelden erhielten den diesjährigen Solidaritätspreis der Kirchenzeitung in der Kategorie Einzelpersonen. Mit ihrem Kinder- und Jugendchor Avodah treten sie in Altenheimen, psychosozialen Einrichtungen und Flüchtlingsunterkünften auf.

„Musik verbindet Menschen aus verschiedenen Generationen und Kulturen miteinander“, sind sich Birngruber und Hartl einig. Leitmotiv für den Kinderchor Avodah ist das Zitat „Wenn einer aus seiner Seele singt, heilt er zugleich seine innere Welt. Wenn alle aus ihrer Seele singen und eins sind in der Musik, heilen sie zugleich auch die äußere Welt.“ von Yehudi Menuhin. „Für uns ist es wichtig, dass sich die Kinder persönlich und musikalisch weiterentwickeln und Empathie für andere Menschen bekommen, deren spezielle Lebenssituation wahrnehmen und ihnen mit Musik Freude machen“, sagen die beiden Chorleiterinnen.

An besonderen Orten singen

Kinder aus Österreich, dem Iran und Afghanistan singen gemeinsam in dem Kinderchor, der im September 2015 gegründet wurde. „Die Kinder haben auch schon zuvor gemeinsam gesungen und sind bei verschiedenen Anlässen aufgetreten. Es war uns ein besonderes Anliegen, die Kinder regelmäßig musikalisch zu fördern, andere Kinder einzubinden und an besonderen Orten zu singen“, erzählen Hartl und Birngruber. Für ihre Arbeit mit dem Kinderchor haben sie den Solidaritätspreis erhalten: „Wir freuen uns sehr, dass unser Engagement gesehen und wertgeschätzt wird. Außerdem haben sich dadurch viele wertvolle Kontakte ergeben.“

„Fordern und fördern“

Avodah ist hebräisch und bedeutet „singen und arbeiten“. Die elf Kinder zwischen sechs und 14 Jahren proben einmal wöchentlich in Bad Leonfelden, vor Auftritten auch öfter. Kinderlieder, Volkslieder, Gospels, Pop-Songs, Lieder aus Musicals und Wiener Lieder werden gemeinsam gesungen. „Es ist eine große Herausforderung, die Kinder den verschiedenen Altersstufen und ihrer musikalischen Vorbildung entsprechend zu fordern und fördern“, sagen die Chorleiterinnen. Elisabeth Birngruber unterrichtet derzeit die Fächer Klavier und „Klang und Farbe“ an den Landesmusikschulen Puchenau und Rohrbach. Sie hat Instrumentalpädagogik Klavier am Brucknerkonservatorium Linz und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien studiert. Judith Hartl-Chaharlangi unterrichtet an der Volksschule Bad Leonfelden. Sie hat das Lehramtsstudium Sonderpädagogik an der PH Linz und das Masterstudium Politische Bildung an der Johannes Kepler Universität in Linz studiert.

Überlebende treffen

Seit 2011 besucht ein Chor von Erwachsenen ehemalige Österreicher in Israel und singt dort Lieder aus ihrer Kindheit. „Dabei entstand die Idee, Kinder einzubinden, da viele dieser Menschen im Kindesalter von Österreich fliehen mussten“, erzählen Birngruber und Hartl. Im Juli 2016 und 2017 fanden bereits jeweils zehntägige Reisen mit dem Kinder- und Jugendchor Avodah nach Tel Aviv, Haifa und Jerusalem statt. „Die Kinder können eine besondere Beziehung zu den älteren Menschen aufbauen und tiefe Emotionen auslösen“, sagen die Bad Leonfeldnerinnen. „Für uns ist es sehr bedeutsam, noch Überlebende zum Beispiel der Lager Mauthausen/Gusen persönlich zu treffen und ihre Lebensgeschichten hören zu dürfen. Für die Kinder und Jugendlichen waren es sehr lehrreiche und einprägsame Begegnungen.“ Am 8. Juli beginnt die nächste Tournee durch Israel. „Das Singen verbessert das Miteinander, das Aufeinander-Hören, den anderen wahrnehmen und respektieren. Darüber hinaus stärken die gemeinsamen Reisen und Auftritte den Teamgeist.“

Gutes Miteinander fördern

Trägerkreis ist der Verein GraniART, mit dem Ziel ein gutes Miteinander zwischen Generationen, Nationen, Kulturen und Religionen zu fördern. Der 2017 gegründete Verein verbindet Kunst und Soziales miteinander und bietet Projekte, wie kreative Workshops, Kulturveranstaltungen, interkulturelle Kochabende, Begleitung von Flüchtlingen, Seminare für Generation 50Plus, Dokumentation von Lebens- und Familiengeschichten und Chor- und Begegnungsreisen nach Israel.

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