Kurt Dlouhy: Ein Leben voller Musik

Kurt Dlouhy: Ein Leben voller Musik

Norbert St. Mottas Norbert St. Mottas, Tips Redaktion, 18.04.2017 12:05 Uhr

BLINDENMARKT. Kurt Dlouhy (68), der musikalische Leiter der Blindenmarkter Herbsttage, blickt auf eine musikreiche Vergangenheit zurück. Alle Stationen seines Lebens zu erwähnen würde ein Buch füllen.

 

BLINDENMARKT. Bereits in der Volksschule zeigte sich die Musikalität Kurt Dlouhys. Da waren einmal die Mozart-Sängerknaben in Blindenmarkt zu Gast. Bei diesen durfte der kleine Kurt vorsingen und wäre auch sofort in die Konzertgruppe aufgenommen worden. Das allerdings ging aus geografischen Gründen nicht. Aber der Sängerknaben-Dirigent sagte zu Dlouhys Volksschullehrer Friedrich Gundacker: „Gib dem Buben Klavierunterricht.“ So begann Dlouhy als Volksschüler Klavier zu spielen. Dlouhy: „Das war eine Fügung. Diese hat mein ganzes weiteres Leben geprägt.“

Harter Anfang

Dabei war der Anfang hart: Gundacker war ein Anhänger der alten Schule und Dlouhy musste Tonleitern und Akkordzerlegungen rauf und runter üben. Ein „richtiges“ Musikstück zu spielen erlaubte ihm Gundacker nicht. „Ich habe mich vor ihm richtig gefürchtet“, gesteht Dlouhy. Doch er machte weiter, und wenn er aufhören wollte, ermunterte ihn sein Vater durchzuhalten. „Wenn ich üben musste, hat sich mein Vater zu mir gesetzt. Er hat mir zwar musikalisch nicht helfen können, zeigte sich aber auf diese Weise mit mir solidarisch.“

Viel später als Dlouhy bei Augustinus Kropfreiter in St. Florian auf der Bruckner Orgel spielen durfte, war es sein Vater, der Kurt regelmäßig mit dem Motorrad von Blindenmarkt nach St. Florian und zurück fuhr. „Das kann sich heute keiner mehr vorstellen, welche Strapazen wir damals für die Musik auf uns nahmen.“

Dlouhy hatte in der Zwischenzeit Orgel spielen gelernt. Er war schon als junger Bursch Kirchenorganist in St. Martin. „Da bin ich an Sonntagen mit dem Fahrrad nach St. Martin gefahren, habe bis zu zwei Messen gespielt, dann bin ich nach Amstetten zum Theorieunterricht gefahren und dann noch heimgeradelt. Bei jedem Wetter“, erzählt Dlouhy. Den Theorieunterricht hatte er bei Alfred Gundacker, Friedrich Gundackers Bruder. Alfred Gundacker war es auch, der Kurt Dlouhy empfahl Lehrer zu werden. Er sagte: „Du spielst jetzt schon besser als die Leute bei der Abschlussprüfung.“ So ging Dlouhy ins musisch-pädagogische Gymnasium in St. Pölten, wo er im Internat lebte. „Das war eine schwere Zeit für mich, denn ich hatte Heimweh.“ Die Zeit hat er sich mit Klavierspielen erleichtert. Im Dom durfte er auch an der Orgel spielen. In dieser Zeit lernte Dlouhy auch Klarinette zu spielen. Wenn er daheim war, spielte er gern Hausmusik mit der Familie Lechner. Da gab es Erika, ein Mädchen, das ihm die Notenblätter wendete. „Die habe ich dann geheiratet.“ Allerdings erst einige Jahre später.

Nach der Matura kam Dlouhy zum Bundesheer, wo er sich zur Gardemusik meldete. Dort bekam er das Angebot zur Militärmusik nach St. Pölten zu wechseln. Das kam Dlouhy sehr gelegen. „Beim Militär lernte ich das Big Band spielen. Und als Musiker ging es uns gut. Wenn wir bei einem Garnisonsball spielten, bekamen wir als Lohn zwei Tage frei. In der Ballsaison haben wir auch schon mal drei Nächte hintereinander gespielt.“ Beim Heer spielte Dlouhy auch Barmusik in der Offiziersmesse.

Tanzkapelle „Flintstones“

In den frühen 70er-Jahren spielte Dlouhy in der Tanzkapelle „Flintstones“. Er spielte dort Klavier und Saxophon und er sang viele der Stücke. Die Flintstones spielten in der Zeit auf fast allen Bällen der Region. „Wir trugen damals auf der Bühne golddurchwirkte Smokings“, erinnert Dlouhy an die modischen Irrungen der 70er-Jahre. Tanzmusik zu spielen war Dlouhy dann aber doch zu wenig, deshalb hörte er bei den Flintstones auf.

Inzwischen studierte Dlouhy schon Musik am damaligen Bruckner Konservatorium und machte währenddessen auch noch die Kapellmeisterprüfung. Dlouhy war einer der jüngsten Kapellmeister Österreichs.

Obwohl er mit dem Studium noch nicht fertig war, bekam er am damaligen musisch-pädagogischen Gymnasium Perg eine Anstellung als Musiklehrer. Er gab Musikunterricht, unterrichtete Klavier und leitete den Schulchor. Dabei gelang es ihm, nicht wenige Schüler für die klassische Musik zu begeistern.

Bruckner Konservatorium

Am Bruckner Konservatorium bekam Dlouhy das Angebot als Korrepetitor zu arbeiten. „Daher war ich am Bruckner Konservatorium gleichzeitig Gesangsstudent, Dirigatstudent und Lehrer, und das neben meinem Beruf als Lehrer in Perg.“

Damit nicht genug, war Dlouhy auch zehn Jahre lang Aufnahmeleiter beim ORF. Er produzierte Radiosendungen und war auch für die Radioübertragung der Klangwolke verantwortlich.

Auf der Uni war Dlouhy inzwischen ins theoretische Fach gewechselt. 1979 schloss er sein Gesangsstudium und 1980 das Dirigatstudium ab.In den späten 70er-Jahren sang er gemeinsam mit Anton Steingruber Operetten in Allhartsberg und war Mitglied des Chores Cantores Dei. Dort lernte er Heinz Müller kennen. Gemeinsam mit Burgi Basziszta und Ilse Neuwirth gründeten sie das Quartett Noricum. „Mit diesem Quartett haben wir die halbe Welt bereist und waren sehr erfolgreich“, erinnert sich Dlouhy. Nach zehn Jahren Quartett Noricum beschlossen Müller und Dlouhy einen Chor zu gründen. Daraus ging der Chor Musica Capricciosa hervor. Auch dieser feierte große Erfolge und unternahm internationale Konzertreisen.

In Blindenmarkt war Dlouhy vor 28 Jahren Mitinitiator der Operette Blindenmarkt. Seither ist er der musikalische Leiter der Blindenmarkter Herbsttage, die unter Intendant Michael Garschall viel Publikum anziehen. Auch für die damalige Musikhauptschule Blindenmarkt war Dlouhy als Mitinitiator verantwortlich. „Darauf bin ich heute noch stolz.“

 

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