Herbsttage Blindenmarkt: Herbsttage-Team, wie eine Familie

Herbsttage Blindenmarkt: Herbsttage-Team, wie eine Familie

Norbert St. Mottas Norbert St. Mottas, Tips Redaktion, 13.09.2018 21:07 Uhr

BLINDENMARKT. Mit der Operette „Die Rose von Stambul“ gehen die Herbsttage Blindenmarkt ins 28. Jahr. Von Anbeginn an dabei sind die Darstellerin und Organisationsassistentin Christiana Bruckner, die Kostümschneiderin Rosa Parzer und der musikalische Leiter Kurt Dlouhy.

BLINDENMARKT. Die Herbsttage Blindenmarkt wurden vom Intendanten Michael Garschall und dem musikalischen Leiter Kurt Dlouhy gegründet. Dass die Herbsttage nunmehr seit 28 Jahren eine einzigartige Erfolgsgeschichte sind, das liegt einerseits an der hohen Qualität, die dem Publikum Jahr für Jahr geboten wird und andererseits an dem bereits legendären Spirit von Blindenmarkt. Der ganze Ort hilft mit und unterstützt die Herbsttage.

In einem sind sich Christiana Bruckner, Rosa Parzer und Kurt Dlouhy einig: Kristallisationspunkt und Motor der Herbsttage ist der Intendant Michael Garschall. Er ist ein verlässliches Organisationstalent und er kümmert sich um alles. Dlouhy: „Selbst wenn ich Schuhbänder brauche, kümmert er sich darum, dass ich sie bekomme

Die Kostümschneiderin Rosa Parzer erinnert sich an die Anfänge. “Da bin ich von Haus zu Haus gegangen und habe nach Ballkostümen gefragt. Wir haben im Laufe der Zeit einen schönen Fundus zusammengestellt.„ Früher hatten sogar die Geschäfte ihre Schaufenster passend zur jeweiligen Operette gestaltet, um die Verbundenheit mit den Herbsttagen zu zeigen.

Kurt Dlouhy erklärt, dass die Herbsttage Blindenmarkt keine Nachwuchsprobleme haben. Ganz im Gegenteil. Viele junge Menschen melden sich von sich aus und wollen im Chor oder im Orchester mitwirken. Im Kammerorchester Ybbsfeld spielen die Lehrer der Musikschulen und bringen ihre besten Schüler mit, die so die Arbeit als Orchestermusiker kennen lernen. Damit finden sich im Ensemble viele junge Leute, die mit den Älteren freundschaftlich verbunden sind. Und alle lernen voneinander. Auch die Stars der jeweiligen Operetten werden schnell in diese Herbsttage-Familie integriert. Dann wird zum Beispiel in den Pausen gemeinsam gejausnet. Weil sie sich so wohl fühlen, kommen viele Darsteller immer wieder gern zu den Herbsttagen.

Dlouhy gerät ins Schwärmen, wenn er vom Chor und den Orchestermusikern erzählt. Das sind wunderbare Musiker und ganz tolle Sänger, die mit Freude und Ernsthaftigkeit dabei sind.

Hinter der Bühne

Christiana Bruckner, Rosa Parzer und Kurt Dlouhy erzählen auch davon, was sich hinter der Bühne abspielt. Denn damit das Publikum unbeschwert die Operette genießen kann, müssen viele Menschen hinter der Bühne an einem Strang ziehen. Da sind die Requisiteure, die alle Requisiten in der richtigen Reihenfolge und zeitlich punktgenau bereit halten müssen. Die Maskenbildnerin Andrea Olek hat alle Hände voll zu tun, allen Darstellern das richtige Gesicht zu zaubern. Das geht Hand in Hand mit der Kostümschneiderin Rosa Parzer, die auch beim Anziehen helfen – und bei “Notfällen„ bereit sein muss. Da platzt etwa knapp vor der Vorstellung ein Reißverschluss oder ein Knopf reißt ab, weil sich eine Darstellerin in der Hektik zu rasch in ihr Kostüm gezwängt hat. Parzer: “Da muss ich schnell reagieren, aber gleichzeitig die Leute beruhigen. Denn im Stress dauert das Anziehen noch länger.„ Auch während einer Aufführung kann die eine oder andere Kleiderpanne passieren. Deshalb muss sich die Kostümschneiderin immer bereit halten und bei Bedarf auch improvisieren.

Auch Christiana Bruckner, die dann selbst auf der Bühne steht, hat rund um die Bühne noch alle Hände mit allerlei Kleinigkeiten voll zu tun.

Von all dem sieht und hört das Publikum nichts. Und nach der Aufführung, während das Publikum in bester Laune beisammen steht, geht die Arbeit hinter der Bühne weiter: Die Kostüme müssen für die nächsten Vorstellungen aufbereitet werden. Zum Teil müssen sie gewaschen werden, weil sie Schweiß und Schminke abbekommen haben. Für Kleidungsstücke, die man nicht waschen kann, wie etwa Sakkos, verraten Parzer und Bruckner einen Trick: Diese werden mit Wodka besprüht. Der Wodka nimmt den Geruch aus der Kleidung, ohne selbst zu riechen.

“Die Rose von Stambul„

Das Operette selbst, “Die Rose von Stambul„ von Leo Fall ist für Kurt Dlouhy hochaktuell, obwohl sie im Jahr 1916 geschrieben wurde. Kondja Gül ist die Tochter des sehr in der osmanischen Tradition verwurzelten Türken Kemal Pascha. Er zwingt sie, Achmed Bey zu heiraten, dem sie schon im Kindesalter versprochen worden war. Kondja Gül folgt ihrem Vater, obwohl sie den fortschrittlichen Schriftsteller André Léry liebt, mit dem sie einen intensiven Schriftverkehr unterhält. Allerdings hat die Geschichte ein Happy End, denn André Léry ist das Pseudonym von Achmed Bey.

Die Operette enthält bezaubernde Lieder wie “Rose von Stambul„ oder “Ein Walzer muss es sein„. Kunstvolle Balletteinlagen ergänzen den Operettengenuss.

Die Premiere findet am 5. Oktober in der Ybbsfeldhalle Blindenmarkt statt. Nähere Informationen:www.herbsttage.at

 

 

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