Verein gegen Tierfabriken erhebt neue Vorwürfe gegen Skandal-Schweinemastbetrieb
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Verein gegen Tierfabriken erhebt neue Vorwürfe gegen Skandal-Schweinemastbetrieb

Thomas Lettner Thomas Lettner, Tips Redaktion, 24.01.2018 12:00 Uhr

BÖHEIMKIRCHEN. Der Schweinemastbetrieb, in dem 700 Tiere über längere Zeit in völliger Dunkelheit gehalten wurden, wurde vor kurzem durch den Verein gegen Tierfabriken (VGT) mit neuen Vorwürfen belastet.

Die versteckt aufgenommenen Videoaufnahmen weisen auf weitere Missstände wie die Kastration durch Herausreißen der Hoden ohne Narkose oder die Vernachlässigung und Tötung von Baby-Ferkeln hin. Laut VGT-Kampagnenleiter David Richter werden in den Videos etwa 50 zur gleichen Zeit gebärde Mutterschweine gezeigt. Sie sind dabei in körperenge Kastenstände eingesperrt, in denen sie sich praktisch nicht bewegen können. Schwache neugeborene Ferkel werden von den Mitarbeitern links liegen gelassen und verhungern oder verdursten nach vielen Stunden. In einem Video sieht man, wie ein Ferkel durch Schlagen gegen die Stallgitter getötet wird, was wie das Sterbenlassen der Ferkel illegal und laut Tierschutzgesetz verboten sei.

Forderungen an die Politik

Der VGT hat aufgrund oben genannter Missstände drei Mal bei der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten Anzeige erstattet. Die Kastration durch Herausreißen der Hoden ohne Narkose wurde darüber hinaus bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. „Mich interessiert, ob das nur ein Einzelfall ist oder ob so etwas öfter vorkommt“, fragt sich Richter. Verwunderlich sei, dass alle zwei Wochen ein Betreuungstierarzt den Schweinemastbetrieb besucht habe. Tierärzte seien jedoch laut Richter aber gar nicht verpflichtet, Gesetzesverletzungen zu melden. „Eine Forderung von uns an die Politik ist daher, dass sie Gesetzesverletzungen melden müssen“, so der Kampagnenleiter. Außerdem erwartet er sich ein starkes Signal vom Land NÖ wie es Kärnten im Fall des Schlachtbetriebs der Firma Mochoritsch getan habe, stichprobenartige Untersuchungen der Betriebe, Schulungen für die Mitarbeiter und Alternativen zur Kastration.

Strafverfahren laufen noch

Rückendeckung bekommt der VGT von den Grünen. „Tierschutz im Stall muss von der ÖVP endlich ernst genommen werden. Sollte der Schweine-Skandal-Betrieb einer im NÖ Tiergesundheitsdienst sein, dann besteht massiver Aufklärungsbedarf“, sagte Klubobfrau Helga Krismer. „Wir sind den Missständen, nachdem sie bekannt wurden, sofort nachgegangen“, berichtet Bezirkshauptmann-Stellvertreter Christian Steger. Seitdem werde der Betrieb auch regelmäßig vom Amtstierarzt überprüft. Bezüglich der Konsequenzen für den Besitzer des Mastbetriebs müsse man erst das noch laufende Strafverfahren abwarten.

Land prüft die Vorwürfe

In ein ähnliches Horn bläst der Obmann der Bezirksbauernkammer St. Pölten Anton Hieger: „Österreich hat sehr hohe Tierschutzstandards. Es liegt zudem grundsätzlich auch im Interesse des Tierhalters, dass sich seine Tiere im Stall wohl fühlen. Seitens der Landwirtschaftskammer Niederösterreich werden umfangreiche Informationen und Beratungen zu diesen hohen österreichischen Tierschutzstandards durchgeführt. Umso mehr bedauern wir Verstöße gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Die für den Tierschutz zuständige Behörde des Landes prüft den Fall bereits und wird die erforderlichen Schritte setzen.“

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Kommentare

  1. Gastuser 25.01.2018 07:51 Uhr

    Vegan Leben. Für die Tiere, für die Umwelt... und für Sie! - Jedes Jahr werden allein in Deutschland rund 800 Millionen Landlebewesen für den menschlichen Verzehr getötet. Die Aufzucht von Tieren in Tierfabriken ist nicht nur ethisch unverantwortlich, sondern auch eine ökologische Katastrophe. Das Essen von Tieren ist schlecht für unsere Gesundheit und wird mit vielen Krankheiten, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Diabetes und Fettleibigkeit, in Verbindung gebracht. Führende Gesundheitsexperten sind sich einig, dass eine ausgewogene pflanzliche Ernährung sowohl für Erwachsene als auch für Kinder wesentlich gesünder ist als der Konsum von tierischen Produkten. Weltweit hat fast eine Milliarde Menschen nicht genug zu essen, und jeder achte Mensch muss abends hungrig einschlafen. Zugleich wird Raubbau an Land, Wasser und anderen Ressourcen betrieben, um Futtermittel für sogenannte Nutztiere zu erzeugen. Vor dem Hintergrund, dass zur Produktion von nur 1 Kilo Fleisch insgesamt 16 Kilo Getreide erforderlich sind, stellt die Tierwirtschaft zweifelsfrei die unwirtschaftlichste Methode zur Ernährung der Bevölkerung dar.

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