Berlin schaut auch aufs Mattigtal: Deserteur! beim großen Filmfestival

Berlin schaut auch aufs Mattigtal: „Deserteur!“ beim großen Filmfestival

Gerald Ecker, Leserartikel, 06.02.2013 10:00 Uhr
KÖSTENDORF/MATTIGTAL. Im Rahmen der Berlinale, dem größten Filmfestival der Welt, wird heuer „Deserteur!“ zu sehen sein - ein Film von Gabriele Neudecker aus Köstendorf (Flachgau). Für dieses Werk lieferte das Innviertel nicht nur eines der erzählten Schicksale, sondern auch mehrere Schauplätze. Die Wiesen von Lochen, Lengau und Mattighofen zählten zu den Drehorten. „Ein letztes Tabu“ Gabriele Neudecker sprach mit den Zeitzeugen, schrieb das Drehbuch und führte Regie. Sie erzählt: „Der Film greift ein letztes österreichisches Tabuthema auf. Erst 2009 wurden Deserteure in Österreich offiziell rehabilitiert. Die gesellschaftliche Ächtung der Deserteure der Wehrmacht hält unvermindert an.“ Die Deserteure galten im Nationalsozialismus als Kriegsverräter und wurden von der NS-Justiz zum Tode verurteilt. Auch nach 1945 und bis in die Gegenwart war das Thema tabu. „Besonders am Land“, weiß Neudecker, „Deserteure und ihre Familien leiden unter der Stigmatisierung.“ Mit ihrem Film wirft sie „einen neuen Blick auf diese stillen Helden mit Courage“, die Dokumentation soll „den Widerstand des “kleinen Mannes„ während des Zweiten Weltkrieges begreifbar machen“. Auf vier Schicksalen aus dem Innviertel, dem Flachgau und dem Mühlviertel basierend und von Laiendarstellern nachgespielt, erzählt der Film vier wahre Geschichten über Widerstand, Verweigerung und Desertion: „Vier junge Männer zwischen individueller Freiheit, traumatischen Erinnerungen und gesellschaftlicher Ausgrenzung.“ Festivals und Kinostart Seit der Welturaufführung in Paris im April 2012 war „Deserteur!“ auf einem Dutzend Filmfestivals zu sehen. Die Berlinale beginnt am 7. Februar. 2013 soll „Deserteur!“ auch in die österreichischen Kinos kommen.
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