Landflucht ist auch im Bezirk Braunau spürbar
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Landflucht ist auch im Bezirk Braunau spürbar

Ute Schneiderbauer Ute Schneiderbauer, Tips Redaktion, 05.03.2018 11:57 Uhr

BRAUNAU. In Oberösterreich gibt es viele starke Gemeinden und Regionen. Doch auch hier macht die Landflucht nicht Halt. Trotz Wachstum der oberösterreichischen Bevölkerung verliert ein Drittel der Gemeinden ihre Einwohner. Als Regionalmedium greift Tips das Thema Landflucht im März auf und gibt einen Überblick über die Situation im Bezirk. Mit welchen Problemen haben die Regionen zu kämpfen? Und wie wird dagegen vorgegangen?

Auf den ersten Blick ist der Bezirk Braunau kaum von dem landesweiten Phänomen der Abwanderung betroffen. Dies belegt auch die wachsende Bevölkerungszahl, die in einem Zeitraum von 2007 bis 2017 mit über 5700 Personen auf 102.226 gestiegen ist. „Von Landflucht ist der Bezirk verschont, weil wir über hervorragende Unternehmen und interessante Arbeitsmöglichkeiten verfügen“, sagt Bezirkshauptmann Georg Wojak.

Landflucht auch im Bezirk Braunau spürbar

Doch auch im Bezirk Braunau gibt es in Bezug auf die Abwanderung leider drei Spitzenreiter. Die Gemeinde Franking führt laut Statistik Austria die Landflucht an und zählte 2016 insgesamt 67 Einwohner weniger als im Jahr 2010. Auch die Gemeinden St. Pantaleon und Roßbach sind von diesem Phänomen betroffen.

Die Tatsache, dass Menschen zunehmend in die Städte ziehen, zeigt sich auch an der großen Zuwandererzahl der Stadt Braunau, die innerhalb von sechs Jahren 988 Einwohner mehr begrüßen konnte. „Braunau vereint die zahlreichen Angebote eines regionalen Mittelzentrums mit den Vorzügen einer liebenswerten Kleinstadt inmitten wunderschöner Naturräume“, erklärt sich der Braunauer Bürgermeister Johannes Waidbacher die wachsende Bevölkerungszahl. Seiner Meinung nach sind intensive Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden und eine dynamische Weiterentwicklung der gesamten Region der Schlüssel zur Prävention gegen Landflucht.

Neben dem weiteren wirtschaftlichen Dreh- und Angelpunkt Mattighofen überrascht die flächenmäßig kleinste Gemeinde aus dem Bezirk mit einem starken Zuwachs. Die Rede ist von Mauerkirchen, das durch die zentrale Lage und die gute Anbindung ans öffentliche Verkehrssystem den Sprung in die Top drei der Zuwanderungsgemeinden geschafft hat. „Dörfer sind sehr robust in ihrer Struktur, jedoch gilt es, den Fokus auf Dinge zu legen, die man in der Stadt nicht vorfinden würde“, sagt Peter Görgl vom Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien.

Mauerkirchen stellt sich der Abwanderung entgegen

Laut dem Mauerkirchner Bürgermeister Horst Gerner liegt das Geheimnis darin, das Freizeit-, Arbeits- und Einkaufsangebot im Ort möglichst vielseitig zu halten und gleichzeitig für attraktive Wohnmöglichkeiten zu sorgen. Da Mauerkirchen mit einem gut ausgebauten Betreuungs- und Versorgungsnetz so zentral und in geringer Entfernung zu namhaften Firmen liegt, hatte Mauerkirchen in der Vergangenheit nie Probleme mit der Landflucht. „Früher hat man alles, was man zum Leben braucht, im Ort bekommen. Bei uns ist das auch heute noch so, von der Krabbelstube bis zum Altersheim sind die Mauerkirchner gut aufgehoben. Wichtig ist, dass man immer am Ball bleibt“, sagt Gerner.

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Kommentare

  1. R. Appl 07.03.2018 00:57 Uhr

    Zuwendung und Kooperation bringen´s! - Im Artikel bereits angesprochen: Wenn "die Mächtigen" sich um ALLE kümmern (nicht nur um die "Wichtigen", die "Eigenen",...) - dann funktioniert eine Gesellschaft: Jede/r bringt gern das ein, was sie/er leisten kann! Ein weiterer Erfolgsgarant ist die ZUSAMMENARBEIT: (Wirtschaftlich) schwache Kommunen können großen Nutzen daraus ziehen, wenn sie Aufgaben untereinander aufteilen. Der Blick über den eigenen Kirchturm hinaus ist meist nicht so "glorios" wie der "Sieg über" Mitbewerber - doch langfristig oft FÜR ALLE überaus lohnend! - MUTIGE Politiker/innen sind ihr Geld WERT.

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