Dessous selber nähen – von bieder bis frivol ist alles möglich

Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 11.04.2017 14:00 Uhr

FRAHAM. Egal, ob die Herstellung der altbekannten Ringelblumensalbe, die Zubereitung köstlicher Mitbringsel oder die Wiederbelebung des alten Radios in einem Repaircafé – Selbermachen ist in. Warum also bei BH und Slip aufhören?

Monika Lackner näht seit zehn Jahren Dessous und hat damit den Nerv zahlreicher Frauen mit nicht passendem BH getroffen. In Kursen lehrt sie Frauen, einen Bügel-BH mit Unterbrustband nach einem Fertig-Schnittmuster zu nähen. „Viele Frauen kommen in meinen Kurs mit der Erwartung, endlich mit einem passenden BH nach Hause zu gehen“, erzählt die Frahamerin und zeigt sich erstaunt, wie wenige Frauen eigentlich wissen, worauf es ankommt. „Ewa 80 Prozent der Frauen tragen einen falschen BH. Meist wird er zu klein gekauft, weshalb die Stützwirkung verloren geht und nach einer gewissen Zeit Rückenprobleme anklopfen“, so die 46-Jährige. Manche wollen oder können für den perfekten BH auch nicht zu tief in die Geldtasche greifen. „Die Frauen gehen aus meinen Kursen mit einem Schnitt nach Hause, der zu 90 Prozent perfekt sitzt“, ist Lackner stolz. Ein besonderes einprägendes Erlebnis war, als eine 70-jährige Kursbesucherin meinte, dass sie in ihrem Leben noch nie einen so gut passenden BH hatte.

Hat man den Dreh raus, ist nur noch Fantasie gefragt

Wer einen Kurs bei der Frahamerin besucht, muss vor allem eines haben: Näherfahrung, „weil es eine sehr filigrane Arbeit ist und auch das Material nicht ganz leicht zu verarbeiten ist.“ Ansonsten sind den Frauen, von Mitte 20 bis über 70, von der Hausfrau bis zur Akademikerin, kaum Grenzen gesetzt. Von bieder bis frivol, von Baumwolle bis Spitze, vom BH mit passendem Slip bis zum geschnürten Mieder – hat man den Dreh raus, ist nur noch die Fantasie gefragt. Auch Bademode und mit Schaumstoff gefütterte Cups sind kein Problem. „Viele sind ganz überrascht, was man alles mit seiner eigenen Nähmaschine zaubern kann. Und natürlich steckt auch der Reiz dahinter, einmal etwas anderes zu machen“, schmunzelt Lackner.

„Mein Ausgleich zum Beruf und das wird auch so bleiben“

Die Frahamerin selbst hat die Dessousakademie in Deutschland besucht und geht selbst nur noch des Schauens wegen in Unterwäschegeschäfte: „Ich habe mir selbst schon lange keine Unterwäsche mehr gekauft. Aber ich gehe gern spionieren, um mich bezüglich Schnitten, Stoffen und Macharten auf dem Laufenden zu halten.“ Wer der Bequemlichkeit halber jetzt überlegt, sich bei Monika Lackner ein neues Set zu bestellen, wird aber enttäuscht: „Ich nähe nur für mich und ab und zu für meinen Mann, dafür vom BH bis zum Herrenmantel alles. Ich gebe mein Wissen gerne in Kursen weiter, aber auf Bestellung arbeite ich nicht. Das Nähen ist mein persönliches Hobby, meine freie Zeit, mein Ausgleich zum Beruf und das wird auch so bleiben.

Nächster Kurstermin:

Freitag, 21. April, 16–21 Uhr und Samstag, 22. April, 9–16.30 Uhr

im Marktgemeindeamt Buchkirchen

Infos und Anmeldung bei der Volkshochschule Buchkirchen: [email protected], 0676/845500522

Mitzubringen ist unter anderem die eigene Nähmaschine.

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