Medaillen und unvergessliche Momente für die Athleten aus Hartheim und St. Pius bei den Special Olympics Sommerspielen

Medaillen und unvergessliche Momente für die Athleten aus Hartheim und St. Pius bei den Special Olympics Sommerspielen

Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 14.06.2018 11:15 Uhr

ALKOVEN/STEEGEN. Dieses Fest hat wahrlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vier Tage lang wehte die Flagge von Special Olympics über Vöcklabruck. Knapp 1.500 Athleten kämpften in 18 Sportarten um die begehrten Medaillen, stets getragen vom Jubel tausender Zuschauer. Auch Sportler aus dem Institut Hartheim in Alkoven und der Caritas-Einrichtung St. Pius in Steegen durften sich in die Gewinnerliste eintragen.

40 Medaillen und zwei Tickets in die Emirate

Sie schweben noch immer auf Wolke 7: Jene 37 Athleten aus der Caritas-Einrichtung St. Pius in Steegen, die bei den Nationalen Special Olympics Sommerspielen in Vöcklabruck dabei sein durften. Mit nach Hause nahmen sie nicht nur 40 Medaillen, sondern viele unvergessliche Momente im Herzen. Susanne Kramer und Günter Mayrhuber setzten dem noch eins drauf und qualifizierten sich für die Special Olympics World Summer Games, die im Frühling 2019 in Abu Dhabi stattfinden. „Es waren mit Abstand die erfolgreichsten Special Olympics für uns. Unsere Sportler haben alles gegeben. Zurück in St. Pius ist nach dem Trubel für uns noch alles etwas unwirklich. Es braucht, bis wir all die vielen schönen Erinnerungen und Eindrücke geordnet haben“, zieht Sportkoordinator Pold Gfellner Bilanz. Die 37 Teilnehmer aus St. Pius konnten in den Sparten Stocksport, Schwimmen, Radsport, Tischtennis und Tennis 16x Gold, 13x Silber und 11x Bronze erringen.

Die Stars der 50-köpfigen Caritas-Delegation waren zweifelsfrei zwei Radsportler: Susanne Kramer radelte zu zwei Goldmedaillen; Teamkollege Günter Mayrhuber zu Silber und Bronze. Der Jubel darüber war ohrenbetäubend - damit dürfen sie nächstes Jahr zu den Special Olympics World Summer Games nach Abu Dhabi fliegen.

Vom Zuschauerjubel getragen

Und noch ein Teilnehmer aus St. Pius, Heinz-Peter Neuweg, eroberte die Herzen des Publikums im Sturm. Er trat in der Kategorie Dreirad an und war von den vielen Menschen, die ihm auf den letzten 100 Metern zujubelten so ergriffen, dass er vergaß in die Pedale zu treten. „Er ließ seinen Blick einfach nur von links nach rechts gleiten und genoss den Moment. Er war einfach nur überwältigt. Von so vielen Menschen Aufmerksamkeit und Zuspruch zu erfahren, hat er vorher noch nie erlebt“, schildert Trainer und Caritas-Mitarbeiter Patrick Oriold den vielleicht denkwürdigsten Zieleinlauf der Spiele. Erst nach der Ziellinie hat er wieder begonnen in die Pedale zu treten. Trotzdem konnte Heinz-Peter eine Silbermedaille mit nach Hause nehmen und bleibt vielen Zuschauerherzen in Erinnerung.

„Ich würde mir wünschen, dass alle Menschen auf dieser Welt einmal sehen könnten, welche Begeisterung, Dankbarkeit und Freude die Menschen mit Beeinträchtigungen ausstrahlen, wenn sie am Podium stehen und ihre Medaille entgegennehmen. Dieses Gänsehautgefühl, das man hat, wenn man das sieht, ist unbeschreiblich. Man bekommt Tränen in die Augen und ist nur stolz und glücklich“, so Pold Gfellner.

Sechsköpfige Boccia-Delegation aus Hartheim

Auch sechs Teilnehmer aus dem Institut Hartheim in Alkoven haben sich in den vergangenen Monaten gezielt auf die Wettbewerbe vorbereitet - mit Erfolg. „Im Training ist es wichtig, dass nicht der Konkurrenzgedanke und der Wettkampf an sich im Vordergrund stehen. Vielmehr versuchen wir, uns in der Sportgruppe gegenseitig zu motivieren und uns an gemeinsam erzielten Erfolgen zu erfreuen“, erklärt Richard Huebmer, der Leiter der Sportangebote im Institut Hartheim. Die Trainingsangebote sind alle individuell auf die Fähigkeiten der einzelnen Kunden abgestimmt. „Schließlich brauchen unterschiedliche Beeinträchtigungen verschiedene Unterstützungs- und Förderangebote“, erläutert Huebmer weiter. Durch diese einfühlsame und durchdachte Arbeit mit den sportbegeisterten Kunden konnten erstaunliche Erfolge erzielt werden, die sich viele von ihnen auch selbst nicht zugetraut hätten. Das stärkt das Selbstbewusstsein, aber auch das Gemeinschaftsgefühl.

Das Institut Hartheim bietet den Kunden ein sehr abwechslungsreiches Sportprogramm, in dem sich auch jahreszeitenabhängig vom Schwimmen bis zum Langlauf und vom Schneeschuhwandern bis zu Boccia alles wiederfindet. „Boccia ist auch eine der Disziplinen, für die sich unsere Athleten besonders begeistern und auch ein außerordentliches Talent zeigen“, berichtet Sandra Wiesinger, die Geschäftsführerin des Institutes Hartheim. Da bot es sich im Jahr der Nationalen Sommerspiele von Special Olympics natürlich an, die Sportler aus dem Bocciateam nach Vöcklabruck zu entsenden. Mit so vielen Medaillen bei einer doch kleinen Delegation von sechs Teilnehmern hat aber niemand gerechnet. „Wir können es beinahe selbst nicht glauben, aber unser Team konnte zwei Goldmedaillen und je eine Silber- und Bronzemedaille gewinnen“, freut sich Wiesinger sichtlich.

Dabei sind ist super, nur gewinnen ist schöner

Und auch die Athleten sind mehr als zufrieden und meinen einhellig: „Dabeisein ist super, nur gewinnen ist schöner!“ Begeisterung riefen bei den Sportlern aber nicht nur die Siege hervor, sondern auch das umfangreiche und attraktive Rahmenprogramm, das ihnen auch abseits der Wettbewerbe einige unvergessliche Erlebnisse bescherte. Eine Teilnahme an Sportevents wie diesem ist natürlich auch mit Kosten verbunden, die im konkreten Fall von er Einrichtung zu tragen sind. Finanzielle Unterstützung kommt hierbei von der Firma efko.

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