Gewitter in den Bergen – was tun? Naturfreunde Österreich geben Tipps

Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 12.07.2017 10:42 Uhr

Gewitter in den Bergen zählen nicht nur zu den unangenehmsten, sondern auch zu den gefährlichsten Situationen auf Bergtouren. Das Einholen des aktuellen Wetterberichts ist ein wesentlicher Bestandteil der Tourenplanung und trägt einen sehr bedeutenden Beitrag zur alpinen Sicherheit bei.

Das Einholen des Wetterberichtes für eine gute Tourenplanung ist in der heutigen Zeit durch Smartphones und Tablets deutlich einfacher geworden. Doch Vorsicht, nicht jede Wetter-App ist brauchbar. Viele Wetterportale verwenden eine sehr grobe Rasterung, wodurch es zu starken regionalen Abweichungen kommen kann.

Eine sehr gute Grundlage zur Tourenplanung liefern Wetter-Apps und –Portale mit Prognosedaten der ZAMG, wie beispielsweise jenes der Naturfreunde mit ausführlichen Prognosen für den gesamten Alpenraum auf: www.naturfreunde.at/wetter.

Wärmegewitter oder Frontgewitter? Arten erfordern unterschiedliches Verhalten

Mit Gewitter ist in den Sommermonaten sehr häufig zu rechnen. Für die Planung gilt es zu wissen, es gibt zwei Arten von Gewittern, die unterschiedliches Verhalten erfordern:

Wärmegewitter

Ein häufiges Wetterphänomen in der warmen Sommerzeit. Sie entstehen bei labilem Schönwetter, meist nachmittags bis zum Abend hin.

Merkmale: Man erkennt deren Entstehung daran, wenn Haufenwolken rasch beginnen, in die Höhe zu quellen. Spätestens wenn sich hohe Wolkentürme bilden, ist es höchste Zeit sich nach einem geschützten Ort umsehen.

Planung: Bei Gefahr von Wärmegewittern oder wenn im Wetterbericht von labilen Luftmassen die Rede ist, sollte man Bergtouren auf Grund des ausgeprägten Tagesgangs, besser nur für den Vormittag planen.

Frontgewitter

Diese entstehen beim Durchzug einer Kaltfront und ohne gutem Wetterbericht unberechenbarer. Sie bringen einen Wettersturz und beenden oft eine Schönwetterperiode.

Merkmale: Unmittelbar vor dem Nahen einer Kaltfront ist es oft noch besonders schön oder gar wolkenlos. Unberechenbar sind sie deshalb, da ein Frontgewitter vom Wolkenbild her oft nicht rechtzeitig erkannt wird da Frontgewitter sehr rasch auftauchen. Kaltfronten können auch im Hochsommer für Schneeschauer und eisige Temperaturen im Hochgebirge sorgen!

Planung: Hier kann die richtige Tourenplanung und vor allem das Einholen des Wetterberichts lebenswichtig werden. Bei Ankündigung eines Frontgewitters nur kleine Touren unternehmen die schnelle Abbruchmöglichkeiten erlauben.

Abseits von genauen Wetterprognosen geben die Naturfreunde folgende „Blitz-Tipps“:

  • Im Sommer empfiehlt sich ein zeitiger Start beim Wandern und Bergsteigen. Am Nachmittag steigt im Allgemeinen die Gewittergefahr an.
  • Bei Gefahr von Wärmegewittern den Vormittag für die Bergtour bevorzugen
  • Bei Gefahr von Frontgewittern/Kaltfront sehr genaue Tourenplanung, kurze Touren mit schneller Abbruchmöglichkeit.
  • Wolkenentwicklung beobachten

Wird man trotz bester Vorbereitung im Bergland von einem Gewitter überrascht:

  • Berghütten und Häuser mit Blitzableitern bieten den besten Schutz.
  • Hockende, zusammengekauerte Haltung mit geschlossenen Beinen einnehmen.
  • Mitglieder von Gruppen sollten sich weit verteilen.
  • Abstand von einzelnen Bäume oder Baumgruppen halten.
  • Berggrate und Berggipfel sowie Waldränder mit hohen Bäumen meiden.
  • Vorsicht auch vor Höhlen und Überhängen, vor allem wenn sie feucht und/oder zu klein und zu niedrig sind.
  • Wasserführende Rinnen verlassen.
  • Klettersteige mit Stahlseilsicherungen meiden!

 

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