Integration: Flüchtlingsfamilie hat in Engelhartszell eine neue Heimat gefunden

Integration: Flüchtlingsfamilie hat in Engelhartszell eine neue Heimat gefunden

Elena Auinger Elena Auinger, Tips Redaktion, 10.10.2017 13:23 Uhr

ENGELHARTSZELL. Vor zweieinhalb Jahren ließ Aminat Guseynova mit ihren zwei Töchtern Zuleyha und Dayana ihr Leben in einem russisch-tschetschenischen Grenzgebiet hinter sich und flüchtete nach Österreich. Ein halbes Jahr später folgte Muskhab Shakhmanov aus Todesangst seiner geliebten Familie. Die vier haben sich mittlerweile in Engelhartszell gut eingelebt und integriert.

Als Amina (wie sie von den Engelhartszellern genannt wird) Anfang 2015 mit ihren beiden Töchtern Zula (Kurzform von Zuleyha) und Dayana nach Engelhartszell kam, war sie froh, dass sie und ihre Töchter in Sicherheit waren. Die zwei Mädchen kamen in die Schule und in den Kindergarten und haben schnell Deutsch gelernt und Freunde gefunden. Auch Amina wollte schnell Deutsch lernen und das mit Erfolg. Mit Fleiß konnte sie nach kurzer Zeit bereits mit den Engelhartszellern auf Deutsch sprechen. Was zu ihrem vollständigen Glück allerdings fehlte, war ihr Mann Muskhab (in Engelhartszell wird er Isa genannt), der zurück in der Heimat blieb.

Papa Isa flüchtet aus Angst um sein Leben

Ein halbes Jahr dauerte es bis sie ihn wieder in ihre Arme schließen konnte. Aus Angst um sein Leben flüchtete er im Oktober 2015 aus seiner Heimat. Damals wurde er von Terroristen mit einem Messer und einer Schusswaffe bedroht. „An diesem Tag dachte ich, ich muss sterben. Aber Gott hat mir geholfen“, erzählt der Familienvater von seiner Flucht vor rund zwei Jahren. Seither hat auch Isa sehr gut Deutsch gelernt und sich den Engelhartszellern geöffnet.

Bestens in Engelhartszell eingelebt und integriert

Die gesamte Familie ist mittlerweile in dem Donaumarkt bestens integriert. Amina hilft bei Personalmangel bei Putzarbeiten für das Marktgemeindeamt sowie der Schule aus. Isa ist bei der Grünpflege im Ort im Einsatz. Zula und Dayana sind gute Schülerinnen und haben viele Freunde gefunden. Die Familie besucht regelmäßig gemeinsam Engelhartszeller Veranstaltungen wie das Maibaumkraxeln oder das Sonnwendfeuer. Sie sind in der Engelhartszeller Bevölkerung sehr beliebt.

Geschenk Gottes

Aber auch in der Nachbargemeinde St. Aegidi haben sie schon Freunde gefunden. „Die Familie ist ein Geschenk Gottes“, sagt Elisabeth Scharler aus St. Aegidi, die Amina zufällig beim Zahnarzt in Engelhartszell kennenlernte und von Isa und Amina seither im Haushalt unterstützt wird. „Ohne die beiden wäre ich wahrscheinlich schon im Altenheim. Ich schätze Amina für ihr Einfühlungsvermögen und ihre Behutsamkeit. Und Isa ist handwerklich sehr begabt. Er kann beinahe alles reparieren“, ist die Aegidingerin für die Hilfe von Amina und Isa dankbar. Sollte die Familie einen positiven Asylbescheid bekommen, möchte sie gerne in Engelhartszell bleiben. Amina würde gerne im Bereich der Kranken- oder Altenpflege arbeiten. Und auch für den arbeitswilligen Isa würde sich bestimmt eine Arbeitsstelle im Ort finden.

Statements von Bekannten und Freunden der Familie

„Muskhab und Amina sind glücklich, dass sie in Österreich sind. Sie haben sich sehr schnell integriert und Deutsch gelernt. Amina ist ein richtiger Familienmensch und legt großen Wert auf ein harmonisches Zusammenleben im Flüchtlingshaus. Der Wunsch der Familie ist es in Engelhartszell zu bleiben.“ - Eva Huber, Freundin der Flüchtlingsfamilie

„Familie Shakhmanov hat sich in einem zum Kloster gehörigen Haus sehr vorbildlich verhalten. Durch ihr freundliches Verhalten ist die Familie im Ort beliebt und sehr gut integriert. Ich hoffe, dass sich die Familie in Frieden und Sicherheit eine Zukunft in Engelhartszell aufbauen kann.“ - Marianus Hauseder, Prior Stift Engelszell

„Die Familie ist in unserer Gemeinde sehr gut integriert. Amina hat der Marktgemeinde schon des Öfteren bei Krankheitsausfällen ausgeholfen. Ohne sie hätten wir ein großes Problem gehabt. Ihr Mann Muskhab hat ebenfalls für die Marktgemeinde gearbeitet. Er war bei der Grünpflege im Einsatz.“ - Roland Pichler, Bürgermeister von Engelhartszell

„Es ist eine Freude zu sehen, wie sich Familie Shakhmanov in unserer Gesellschaft integriert, wie sie an Brauchtumsfesten teilnehmen und wie sie mit Erfolg versuchen, sich an uns anzunähern. Sie haben den Willen zu Arbeiten und den Willen sich bei uns zu integrieren und sich mit uns eine Zukunft aufzubauen.“ - Mattias Strasser, Kommandant der FF Engelhartszell

„Zuleyha und Dayana haben wir in den letzten Jahren sehr liebgewonnen. Zula ist durch ihren Fleiß und Ehrgeiz aufgefallen. Einigen Mädchen ist sie zur besten Freundin geworden. Ihre Eltern erkundigen sich häufig über die schulische Entwicklung ihrer Töchter und sind sehr bemüht, in Österreich Fuß zu fassen.“ - Lukas Weitzhofer, Klassenlehrer von Zula

„Die freundliche Art von Familie Shakhmanov ermöglicht ihnen gute Kontakte zu Einheimischen und auch zu anderen Asylanten zu pflegen. Ihre guten Kenntnisse der deutschen Sprache kommen ihnen dabei sehr zugute. Sie fühlen sich in Engelhartszell sehr gut aufgenommen.“ - Bruder Reinhard, Stift Engelszell

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