Eine Siedlung baut sich ihr eigenes Heizwerk

Karin Wansch, Leserartikel, 16.05.2012 10:00 Uhr

FREISTADT. Heizen mit Sonnenkraft und Biomasse schont nicht nur die Umwelt, sondern in den meisten Fällen auch den Geldbeutel – vor allem dann, wenn sich Hausbesitzer zusammentun. So geschehen in der Vierzehner Siedlung: Aus einer privaten Ini-tiative entstand ein Mikroheizwerk, das 16 Haushalte und die die Feuerwehr versorgt.

Jetzt, wo die Leitungen gegraben werden, ist Christian Abfalter fast ein bisschen verblüfft, wie rasch seine Vision Wirklichkeit wurde: Seit Jahren will er seine Ölheizung loswerden; ein Anschluss an die öffentliche Nahwärme war aber nicht möglich, eine eigene Solar-Biomasse-Heizung zu teuer und mangels geeigneter Dachflächen undenkbar. Im Vorjahr begann er, sich unter den Nachbarn umzuhören und rannte mit der Idee einer Gemeinschaftsheizung offene Türen ein – auch bei der Feuerwehr, die nicht nur eine neue Heizung plante, sondern auch über 700 Quadratmeter Dachfläche in Sonnenlage verfügt. Nach einem Infoabend mit allen Interessenten im Herbst kristallisierten sich 16 Haushalte heraus, die mitmachen wollten und konnten.  Deutlich weniger Heizkosten Den Standort stellt die Feuerwehr zur Verfügung, als Betreiber wurde Reinhard Eilmsteiner (Nahwärme St. Oswald, gemeinsam mit Josef Schmolmüller) an Bord geholt. Auch die Behördenwege waren rasch geregelt: Die Stadtgemeinde war begeistert von dieser privaten Initiative. Im Zeughaus wird nun ein Hackschnitzelbunker mit 100 Kubikmetern gebaut, die bestehende Heizung ersetzt und das Dach mit 100 Quadratmetern Sonnenkollektoren ausgestattet. Die Kosten übernimmt Eilmsteiner, die Mitglieder zahlen eine Anschlusspauschale und den Verbrauch. Sie sparen sich nicht nur ein Drittel bis die Hälfte der bisherigen Heizkosten, sondern auch viel Platz in ihren Kellern.Die Rechnung für dieses in der Region einzigartige Projekt ist so verblüffend einfach, dass sie durchaus Schule machen könnte, sagt Abfalter; vor allem in neuen Wohngebieten. Ob sie auch aufgeht, wird sich bald zeigen: Ab Sommer sollen die Häuser geheizt und in naher Zukunft vielleicht auch mit Sonnenstrom versorgt werden. 

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