AKW-Ausbau in Grenznähe vor der Entscheidung: Oberösterreichs Nein gegen AKW-Ausbau Dukovany
18

AKW-Ausbau in Grenznähe vor der Entscheidung: Oberösterreichs Nein gegen AKW-Ausbau Dukovany

Regina Wiesinger Regina Wiesinger, Tips Redaktion, 11.01.2018 14:59 Uhr

BEZIRK FREISTADT/OÖ. Die tschechischen Atom-Pläne stehen vor der Entscheidung: Die grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung für den Ausbau des nur wenige Kilometer von Österreich entfernten AKW Dukovany wurde gestartet. Nach eingehender Überprüfung durch den oö. Antiatombeauftragten hat Oberösterreich eine detaillierte Stellungnahme erarbeitet mit einem klaren Nein zu dieser Gefahr. Die Kritikpunkte: fehlende Notwendigkeit des Projekts, gravierend negative Auswirkungen auf die Umwelt, fehlende Wirtschaftlichkeit. 

Eine weitere Stellungnahme gegen den AKW-Dukovany-Ausbau wurde zusätzlich gemeinsam von den Bundesländern eingebracht. Bürger und Organisationen können bis 15. Jänner u.a. Muster-Stellungnahmen des Antiatom-Komitees nutzen und so ihren Widerstand kundtun. Auch das Anti Atom Komitee ruft dazu auf, die Aktion zu unterstützen und hat eine vorgefertigte Stellungnahme ausgearbeitet. „Da diese Unterlagen über 500 Seiten stark sind, haben wir in Zusammenarbeit mit Umweltorganisationen in Österreich und Tschechien eine Musterstellungnahme zusammengestellt (kann gerne geändert oder ergänzt werden), die nach Zusendung an das Amt der oö. Landesregierung an das tschechische Umweltministerium weitergeleitet werden und den Anspruch der Teilnahme an diesem UVP-Verfahren begründen“, sagt Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee. 

Die zentrale Weichenstellung beim tschechischen Atomausbau ist aber das Urteil des Europäischen Gerichts über Milliardensubventionen beim AKW Hinkley Point, das in der ersten Jahreshälfte 2018 erwartet wird. Denn auch die Finanzierung für einen weiteren AKW-Block in Dukovany ist völlig unklar. „Entscheidet das Europäische Gericht inhaltlich im Sinne der Wettbewerbsregeln, kann es nur zu einer Ablehnung von staatlichen Milliardensubventionen für Atomkraft kommen. Damit wären die AKW-Pläne in England und Tschechien Geschichte, denn Atomkraft ist wirtschaftlich nicht mehr darstellbar, kein Unternehmen wird dieses Milliardengrab ohne Subventionen und Garantien auf sich nehmen“, sagt Landesrat Rudi Anschober.

Befürchtungen regen sich

„So entsteht natürlich die berechtigte Befürchtung, dass der Betreiber CEZ mit Billigbauweise liebäugelt und versuchen wird, an allen Ecken und Enden zu sparen. Das würde in jedem Fall nur auf Kosten der Sicherheit gehen! Schon jetzt, bei den bestehenden Anlagen, hat sich CEZ bei der Kontrolle von sicherheitsrelevanten Komponenten mit bewussten Fälschungen in der Dokumentation in Verruf gebracht. Warum sollte man so jemandem trauen? Atomkraft stellt an sich schon eine nur begrenzt beherrschbare Technik dar – nicht auszudenken, wenn Schlampigkeit, Dilettantismus oder gar böse Absichten dazukommen“, warnen Gabriele Schweiger und Roland Egger von atomstopp_oberoesterreich mit Blick auf Tschernobyl & Co.

Link zur Einwendung von atomstopp_oberoesterreich gegen 'Vorhaben einer neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany': Einwendung

 

Artikel weiterempfehlen:

Kommentare

  1. Gastuser 13.01.2018 10:53 Uhr

    Titelzeile - Nein gegen Ausbau ;-)

    0   0 Antworten
+ Jetzt verfassen

Kommentar verfassen






Flowbirthing: Das Frausein wieder stärken und dem Körper vertrauen

Flowbirthing: Das Frausein wieder stärken und dem Körper vertrauen

UNTERWEITERSDORF. Die Eigenverantwortung der Frau zu fördern und sie ermutigen, wieder mehr auf ihren Körper zu horchen, ist das Ziel von Flowbirthing und von Karin Denkmaier, erste Flowbirthing-Mentorin ... weiterlesen »

Jubiläumsaussteller am Schlossadvent wurden geehrt

Jubiläumsaussteller am Schlossadvent wurden geehrt

KEFERMARKT. Der Weinberger Schloss Advent überzeugte auch heuer wieder mit einem reichhaltigen und niveauvollen Angebot an handgefertigten Kunstgegenständen. Aussteller, die schon seit Beginn ... weiterlesen »

Freistadt mit voller Punkteausbeute in letzter Runde vor Weihnachten

Freistadt mit voller Punkteausbeute in letzter Runde vor Weihnachten

FREISTADT. Vergangenes Wochenende fand die letzte Runde der Männer Faustball Bundesliga statt. Freistadt konnte sich im Duell mit dem Zweitplatzierten Enns und den punktegleichen Kremsmünsterern ... weiterlesen »

Überraschung bei Weihnachtsfeier

Überraschung bei Weihnachtsfeier

Mit einer Weihnachtsfeier mit besonderen Ideen überraschte der Ortsgruppenvorsitzende des Pensionistenverbandes St. Oswald Otto Greindl die 114 teilnehmenden Mitglieder. weiterlesen »

Berufsschüler spenden sieben Ziegen für Burundi

Berufsschüler spenden sieben Ziegen für Burundi

FREISTADT. Die Schüler der Berufsschule Freistadt spendeten für Frauen in Burundi sieben Ziegen. Mit einer Ziege erhalten die Frauen in Burundi die Möglichkeit, ein eigenes Einkommen ... weiterlesen »

SPÖ-Familienkalender für 2019 erhältlich

SPÖ-Familienkalender für 2019 erhältlich

BEZIRK FREISTADT. Bereits zum sechsten Mal in Folge legt der SPÖ-Landtagsklub den kostenfreien Familienkalender auf. Für das Kalenderjahr 2019 wurde Bewährtes aus den Vorjahren übernommen ... weiterlesen »

Einstimmiger Budget-Beschluss in Neumarkt

Einstimmiger Budget-Beschluss in Neumarkt

NEUMARKT. Die Kinderbetreuung, der Glasfaser-Ausbau und ein neues Feuerwehrhaus für die FF Matzelsdorf sind die Schwerpunkte der Neumarkter Kommunalpolitik im Jahr 2019. weiterlesen »

UBV gegen Neubau der Bezirksbauernkammer in Hagenberg

UBV gegen Neubau der Bezirksbauernkammer in Hagenberg

BEZIRK FREISTADT/HAGENBERG. Gegen den Neubau der gemeinsamen Bauernkammer für die Bezirke Freistadt und Perg, für den der Spatenstich jüngst in Hagenberg gesetzt wurde, ist der Unabhängige ... weiterlesen »


Wir trauern