AMS-Jahresbilanz: Seit zehn Monaten sinkt die Quote

AMS-Jahresbilanz: Seit zehn Monaten sinkt die Quote

Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 08.02.2018 18:21 Uhr

BEZIRK FREISTADT. Seit März 2017 sinken im Bezirk die Arbeitslosenzahlen. „Die Jahresarbeitslosenquote betrug 2017 4,2 Prozent und liegt damit um 0,2 Prozent niedriger als im Jahr zuvor“, berichtet der Freistädter AMS-Chef Alois Rudlstorfer nicht ohne stolz. Immerhin bedeutet das die viertniedrigste Quote in ganz Österreich.

Die Jahresarbeitslosenquote im Bezirk Freistadt ist im Jahr 2017 gegenüber 2016 um 0,2 Prozentpunkte auf 4,2% gesunken (die viertniedrigste Quote in ganz Österreich). Das Angebot an offenen Stellen ist im Jahresvergleich im Dezember um mehr als ein Drittel auf 475 gestiegen. Das Team des AMS Freistadt unterstützt daher nun speziell Personen, die es normalerweise nicht leicht haben, einen neuen Job zu finden. „Auch sie sollen von der guten Wirtschaftslage in Form eines neuen Arbeitsplatzes profitieren“, so Rudlstorfer.

Anhand der folgenden Zeilen zeigt das AMS Freistadt, was im vergangenen Jahr, auch auf Grund der guten Konjunktur, erreicht werden konnte.

Jugend-/Älterenarbeitslosigkeit

Besonderes Augenmerk legte das AMS Freistadt 2017 auf die Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit unter den Jugendlichen und die Unterstützung der älteren Arbeitsuchenden. Lediglich zwölf unter 25-jährige (sieben Frauen/fünf Männer) waren länger als sechs Monate arbeitslos vorgemerkt. Älteren Arbeitsuchenden fällt es aus verschiedensten Gründen immer schwerer, wieder einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Mit Unterstützung des AMS Freistadt fanden im vergangenen Jahr 324 Frauen und 564 Männer (ab dem 45. Lebensjahr) wieder einen neuen Arbeitsplatz.

Langzeitarbeitslose Personen

Eine weitere Zielgruppe, die besonderer Unterstützung bedarf, ist die der langzeitarbeitslosen Personen. Das sind Personen, die bereits länger als 1 Jahr beim AMS zur Arbeitsuche vorgemerkt sind. „Bei dieser Personengruppe, die schon längere Zeit keinen dauerhaften Arbeitsplatz inne hatte und es daher besonders schwer hat, einen neuen Job zu finden, konnten wir immerhin 36 Frauen und 35 Männer dahingehend unterstützen, dass sie ein zumindest zwei Monate andauernde Dienstverhältnis fanden“, sagt der Freistädter AMS-Leiter.

Schulungen

„Die die Sinnhaftigkeit von AMS-Schulungsangeboten wird immer wieder in Frage gestellt. Wir sehen uns die Arbeitsaufnahmequote nach der Teilnahme an diesen Angeboten deshalb immer sehr genau an“, berichtet Rudlstorfer. Von den 1083 Personen (633 Frauen/450 Männer), die 2017 ein Kursangebot des AMS Freistadt besuchten, standen 49,3% der Frauen und 55,3% der Männer, drei Monaten nach dem jeweiligen Kursende wieder in Beschäftigung.

Förderbudget für Frauen

Da im Bezirk Freistadt mehr Frauen, als Männer von Arbeitslosigkeit betroffen sind, wird auch das Förderbudget vermehrt für die Aus- bzw. Weiterbildung von Frauen eingesetzt. Im Jahr 2017 wurden 55,1% der Fördergelder, die das AMS Freistadt ausgegeben hat, für die Aus- Weiterbildung von Frauen verwendet.

 2055 offene Stellen bei Betrieben im Bezirk

Offene Stellen können den Arbeitsuchenden nur angeboten werden, wenn diese auch vom AMS bei den Betrieben im Bezirk akquiriert werden. Dass diese Akquise durchaus erfolgreich verläuft zeigt die Tatsache, dass die Freistädter Betriebe das AMS im Vorjahr mit der Besetzung von 2.055 offenen Stellen und 292 offenen Lehrstellen beauftragt haben. Davon wurden 1.919 offene Stellen und 266 offene Lehrstellen, mit Unterstützung des AMS Freistadt, besetzt. Im Zuge der Suche nach geeigneten Arbeitskräften, führten die Mitarbeiterinnen des Unternehmensservice in 125 Fällen zusätzlich eine Vorauswahl der Bewerber für die Betriebe durch. Um den Kontakt zu den Betrieben zu halten und gezielte Beratung anzubieten, besuchten die Mitarbeiter des Service für Unternehmen im vergangenen Jahr 224 Betriebe im Bezirk persönlich.

Spezielle Services für Saisonarbeitslose

Wie in den vergangenen Jahren auch, nutzen auch in diesem Winter (November bis Jänner) viele Arbeitslose die Möglichkeit der Antragstellung auf Arbeitslosengeld bei den Gemeindeämtern, der Gemeinden, die nicht an Freistadt grenzen, um sich so Wege zu ersparen. Bei fast allen dieser Gemeinden ist es auch möglich, den Antrag auf Arbeitslosengeld gleich wieder abzugeben, so dass sich ein großer Teil der „Wintersaisonarbeitslosen“ Kunden den Weg zum AMS nach Freistadt überhaupt ersparen. – So können viele hundert Autokilometer gespart werden und auch der Klimaschutz profitiert von dieser Kooperation mit den Gemeinden im Bezirk. Knapp 200 Saisonarbeitslose haben dieses Service in diesem Winter bereits genutzt.

„Steigender Beliebtheit erfreut sich auch das Angebot, sich über Internet arbeitslos zu melden und auch gleich das Arbeitslosengeld über diese Schiene zu beantragen“, sagt Rudlstorfer. Im Jahr 2016 nutzten diese Möglichkeit 498 Personen.

 Viele Betriebe und Arbeitsuchende wurden im vergangenen Jahr finanziell unterstützt.

Insgesamt wurden 4.768 Anträge auf finanzielle Leistungen, wie Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Pensionsvorschuss, Altersteilzeitgeld, Weiterbildungsgeld, … von den Mitarbeiter des AMS Freistadt bearbeiten und dabei € 17.713.966,58 ausbezahlt.

1.035 Personen erhielten während der Teilnahme an Weiterbildungsangeboten eine Beihilfe zur Deckung ihres Lebensunterhaltes in der Höhe von insgesamt € 597.494,04

72 Personen erhielten Zuschüsse zu anfallenden Kurskosten in der Höhe von insgesamt € 65.899,95.

498 Personen bekamen Beihilfen zu den Kursnebenkosten (z.B. Fahrtkosten während eines Kursbesuches). Hierfür wurde ein Gesamtbetrag von € 107.890,37 aufgewandt.

 13 Personen wurden mit insgesamt € 7.807,79 bei den Kosten der Kinderbetreuung unterstützt.

 53 Personen aus dem Bezirk Freistadt nahmen am Unternehmensgründungsprogramm des AMS teil und machten sich in der Folge selbständig. 33 davon erhielten zum Start ihrer selbständigen Tätigkeit eine Gründerbeihilfe mit einer Gesamtsumme von € 88.400,40

Eingliederungsbeihilfen wurden im vergangenen Jahr, nach vorherigem Antrag, an Betriebe bezahlt, die einer auf dem Arbeitsmarkt benachteiligten, beim AMS vorgemerkten, Person aus dem Bezirk Freistadt eine Beschäftigungsmöglichkeit boten.

Diese Möglichkeit boten die Betriebe 226 Personen aus dem Bezirk. € 869.050,50 wurden dafür insgesamt ausgezahlt. Sechs  Einpersonenunternehmen beantragten eine Förderung für den ersten eingestellten Mitarbeiter. Lohnkostenbeiträge in der Höhe von € 15.825,57 wurden an diese Unternehmen überwiesen.

 77 Betriebe erhielten 2017 für die Ausbildung von, auf dem Arbeitsmarkt benachteiligten Jugendlichen oder Mädchen in nicht traditionelle Frauenberufen, eine Lehrstellenförderung in der Höhe von insgesamt € 151.839,02

 Schwerpunkt auf Arbeitslose 50+

 „Alle Vorhersagen deuten darauf hin, dass die positive Konjunkturentwicklung auch im Jahr 2018 anhält. Da die Arbeitslosenzahlen bei den über 50 Jährigen derzeit trotzdem noch immer steigen, legen wir im heurigen Jahr einen Schwerpunkt auf diese Altersgruppe, um auch bei ihnen die Trendumkehr zu schaffen.

Bestehende Qualifikationsdefizite versuchen wir unter anderem Mittels arbeitsplatznaher Qualifizierung zu beseitigen. Dabei werden Arbeitsuchende, gemeinsam mit dem Unternehmen, genau auf die Anforderungen des Arbeitsplatzes hin ausgebildet“, sagt Alois Rudlstorfer.

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