Viele Kinder sehen die Piste schlecht: Tipps zum Skibrillenkauf
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Viele Kinder sehen die Piste schlecht: Tipps zum Skibrillenkauf

Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 13.02.2018 11:26 Uhr

OÖ. Mit dem Start der Semesterferien begeben sich die österreichischen Kinder wieder scharenweise auf die Pisten – viele von ihnen heuer zum ersten Mal. Bei der Wahl der Skibrille wird aber gerade bei den Kleinsten zu oft gespart, warnen die Oberösterreichischen Augenoptiker/Optometristen. Sie bieten Tipps für den Kauf.

Die Semesterferien stehen vor der Tür. Damit ist für viele Familien die Zeit gekommen, einen Blick in die Skiausrüstung zu werfen – passt sie noch? Und schützt sie noch gut genug?

„Gerade bei den Skibrillen für Kinder regiert zu oft der Spargedanke“, sagt Peter Gumpelmayer, Oberösterreichischer Landesinnungsmeister der Augenoptiker/Optometristen. „Natürlich wachsen die Kinder aus ihrer Ausrüstung irgendwann wieder heraus, aber für ihre Sicherheit ist eine perfekt auf sie eingestellte Brille wesentlich!“

Immer mehr Kinder sind kurzsichtig

Besonders wichtig ist eine gut sitzende Skibrille, die Fehlsichtigkeiten der Kinder selbst korrigiert. Denn die schlechte Sicht nimmt unter den Kleinen zu: Bis 2050 wird die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig sein. Trotzdem müssen sich gerade die jüngsten Pistenteilnehmer oft mit Modellen herumschlagen, die schlecht sitzen, noch von der letzten Saison (oder den älteren Geschwistern) zerkratzt sind und über der normalen Brille getragen werden müssen.

Fast die Hälfte fährt mit unpassender Brille

Etwa 30 Prozent der erwachsenen Freizeitskifahrer tragen gar keine Brille oder eine, die ihre Fehlsichtigkeit nicht genügend korrigiert, schätzt die Oberösterreichische Landesinnung. Weitere 18 Prozent haben Sehbehelfe, die aus anderen Gründen problematisch sind (z.B. keinen Polarisierungsfilter besitzen oder einen zu geringen UV-Schutz). Gumpelmayer: „Wir schätzen, dass der Anteil bei Kindern sogar noch höher ist – teils, weil viele Eltern die Fehlsichtigkeit ihrer Sprösslinge gar nicht erkennen und teils, weil sich die Kinder auf der Piste oft einfach weigern, ihre Brillen zu tragen.“ Ein weiterer Grund ist, dass Eltern beim Kauf zu schlechteren Produkten greifen, weil sie nicht wissen, worauf zu achten ist, und keine Fachberatung in Anspruch nehmen.

Die Oberösterreichischen Augenoptiker / Optometristen raten daher, beim Kauf auf folgende Faktoren zu bestehen:

  • Optische Korrektur: Die Skibrille über der optischen Brille zu tragen, geht in den seltensten Fällen problemfrei. „Passen die Brillen nicht hundertprozentig übereinander, können die Gläser beschlagen“, warnt Gumpelmayer. „Leider fällt das oft erst auf der Piste selbst auf.“ Daher lohnt sich jedenfalls die Investition in eine Skibrille mit optischer Korrektur und die fundierte Fachberatung.
  • Die Skibrille muss passen – auch mit Helm: Brille und Helm müssen an der Stirn bündig abschließen. „Nehmen Sie zum Brillenkauf daher unbedingt den Helm mit“, sagt Gumpelmayer. Eine schlecht sitzende Brille verrutscht, ist unangenehm und lenkt ab, was die Unfallgefahr steigert. Dazu kommt, dass, wie alle Eltern wissen, drückende und zu kleine Brillen oft im ungünstigsten Moment verweigert werden.
  • Ausreichender UV-Schutz und Polarisationsfilter: „Kinderaugen filtern schädliche UV-Strahlen noch nicht in dem Ausmaß heraus, wie es die Augen von Erwachsenen tun“, so der Landesinnungsmeister. Selbst die Augen von 12-Jährigen nehmen noch gut 60 Prozent der Strahlen auf. Gumpelmayer rät: „Wichtig sind daher Brillen, die mit einem UV 400-Siegel gekennzeichnet sind. Diese schützen vor schädlichen UV-Strahlen bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern. Das entspricht auch den neuesten Empfehlungen der WHO. Sie filtern 100 Prozent der schädlichen Strahlen heraus.“ Je höher oben die Skifahrer sind, desto schlechter für das ungeschützte Auge. Denn pro tausend Höhenmeter steigt die UV-Belastung um etwa 15 Prozent. Besonders gefährlich ist ein mangelhafter UV-Schutz bei getönten Brillen, denn durch die Tönung weiten sich die Pupillen und lassen mehr Strahlung ins Auge. Apropos Sonneneinstrahlung: Auch ein Polarisationsfilter ist dringend notwendig, damit die kleinen Wintersportler nicht vom plötzlichen Aufblitzen des Lichts geblendet werden.
  • Gute Sicht: „Eine gute Sportbrille bietet ein enormes Gesichtsfeld, ähnlich einer rahmenlosen Brille.“ Gegen das Beschlagen der Brille helfen eine Anti-Fog-Beschichtung und Ventilationsöffnungen im Rahmen und am Stirnpolster, die die Luft zirkulieren lassen. 
  • Schutz: Eine gute Brille ist stark gekrümmt und schirmt so vor Sonne und Wind ab. Sie schützt das Gesicht auch vor Kälte und Nässe – gerade durch diese verlieren die Kleinen nämlich die Lust am Wintersport. Und letztlich ist sie dank robustem Material relativ bruchsicher.

Nur selten merken die Kinder selbst, dass mit ihrer Brille etwas nicht stimmt. Das ist oft dann der Fall, wenn sie ihre Augen laufend zusammenkneifen oder reiben, oder diese rot sind und tränen. Daher rät der Landesinnungsmeister den Eltern: „Wenn Sie merken, dass Ihr Kind mit der Sicht Probleme hat, dann unterbrechen Sie unbedingt die Fahrt.“

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