140 Jahre Musikkapelle Göstling

140 Jahre Musikkapelle Göstling

Ariane Zeilinger Ariane Zeilinger, Tips Redaktion, 12.07.2018 15:08 Uhr

GÖSTLING. Seit nunmehr 140 Jahren besteht der Musikverein Göstling – eine Zeit, in der sich viel getan hat. Kurz vor dem Bezirksmusikfest stattete Tips dem Verein einen Besuch ab, um über die Entstehungsgeschichte zu sprechen.

Über die Gründung der Musikkapelle selbst gibt es keine dokumentierten Aufzeichnungen. Nach mündlicher Überlieferung längst verstorbener Musikanten war die Musikkapelle bis zum Zusammenbruch der Monarchie im k. u. k. Militärverein eingegliedert. Die Musiker waren damals wie Veteranen uniformiert. Sie trugen jedoch im Gegensatz zu diesen keinen schwarzen, sondern einen weißen Federbusch auf dem Zylinder.

Ludwig Fahrnberger, Johann Schoiswohl und Albin Nachbargauer – Namen, die für den Aufbau des Musikvereins den Grundstein legten. Ludwig Fahrnberger war bis zum Zusammenbruch der Monarchie Kapellmeister, wobei er vom damaligen Volksschuldirektor Eduard Eppensteiner unterstützt wurde. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war die Anzahl der Mitglieder überschaubar.

Durch den Zuzug der „Niederhagener“, in deren Familie sich vier Musiker befanden, und der „Stanglauer“ Anfang der 1920er-Jahre, mit ebenfalls vier Musikern, erfuhr die Musikkapelle einen Zuwachs. Zu dieser Zeit waren die Musiker mit der Feuerwehruniform eingekleidet und wurden als Feuerwehrmusikkapelle betitelt. 1937 traten vier weitere Musiker – die „Lackner Buam“ – der Kapelle bei. Da mehrere Mitglieder der Musikkapelle im Zweiten Weltkrieg einrücken mussten, war die Musikkapelle in den ersten Jahren nur beschränkt einsatzfähig, lediglich das Bläserquartett spielte bei einigen Anlässen auf. Bei Heldenfeiern oder dem Tod eines Kameraden wird nach wie vor das Lied des guten Kameraden gespielt.

Die Nachkriegszeit

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war die Anzahl der Mitglieder dezimiert, jedoch konnten allmählich junge Musiker ausgebildet werden, sodass die Kapelle nach einiger Zeit in der Lage war, Marschmusik und bei kirchlichen Prozessionen Lieder und Festmärsche zu spielen. Die Musikinstrumente mussten selbst gekauft werden. Der heutige Ehrenkapellmeister Hubert Blamauer bemühte sich Anfang der Sechzigerjahre um die Gründung eines Musikvereines – nicht zuletzt aufgrund der Geldknappheit.

Vereinsgründung und Veränderungen ab 1964

Das Vorhaben fand bei der Bevölkerung Anklang und er schuf somit eine Grundlage, um den Verein finanziell besser zu unterstützen. August Jagersberger wurde zum damaligen Obmann gewählt. 1964 trat Kapellmeister Konrad Prosini zurück, zwischenzeitlich folgte ihm Hubert Pumhösl, bis Hubert Blamauer diese Funktion übernahm. Unter ihm wurde die Hammerherrentracht für den Verein angekauft, deren Mitglieder diese 1965 – anlässlich des Tages der Blasmusik – erstmals trugen. Im Zuge dieser Feier gab Stabführer Peter Vanderhorst nach 25 Jahren den Musikstab an seinen Nachfolger Siegfried Spanring.

Von damals zu heute

Am 30. Mai 1966 fand in Göstling zum ersten Mal ein Bezirksmusikfest mit Marschmusikbewertung statt. Damals nahmen 15 Kapellen an der Veranstaltung teil. Die feierliche Eröffnung des Musikheimes ging 1975 über die Bühne – im selben Jahr trat Blamauer in seiner Funktion als Kapellmeister zurück. Nach Alfred Prosini und Leopold Steindler ist Walter Wailzer der aktuelle Kapellmeister. Er hatte die Funktion bereits zwischen 1992 und 1999 inne. Der heutige Kapellmeister Robert Gruber übernahm im Jahr 2012 sein Amt. Roman Huber wurde im selben Jahr zum Obmann gewählt, ihm folgte 2015 Hubert Teufel in dieser Funktion. Heute besteht der Musikverein nach wie vor aus einer engagierten Gruppe von 47 Mitgliedern, mit einem Altersdurchschnitt von rund 30 Jahren.

Die Drachenkapelle

2016 wurde die Jugendkapelle „Drachenkapelle“ gegründet und gemeinsam mit der Musikschule Göstling organisiert. Im Jugendblasorchester haben Musikschüler beziehungsweise Musiker ab dem zweiten Lernjahr die Möglichkeit hier zu musizieren. Die Proben finden wöchentlich im Musikheim mit einem jungen Team des Musikvereins statt, denen Musikschullehrerin Irene Kraus tatkräftig zur Seite steht. Ziel dabei ist, gemeinsam unterschiedlichste Musikliteratur kennen zu lernen und einzuproben, um diese bei Auftritten darbieten zu können. Im Vordergrund steht der Spaß.

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