Vermissten-Rettung update - Bergsteiger aus Dachstein-Doline lebend geborgen

Hans Promberger Hans Promberger, Tips Redaktion, 09.11.2017 10:13 Uhr

GOSAU. Jener seit Samstag vermisste deutsche Bergsteiger, den Bergretter heute um 4 Uhr früh orten konnten, wurde vom Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Ein  Polizeihubschrauber versucht derzeit die Rettungskräfte aus dem anspruchsvollen Gelände zu fliegen.  

Gestern Mittag war die Polizei Bad Goisern vom Polizeipräsidium Duisburg über einen vermissten Bergsteiger im Raum Gosau in Kenntnis gesetzt worden. Bereits am Freitag hatte ein 45-jähriger deutscher Bergsteiger seinem Vater via SMS mitgeteilt, dass er für Samstag eine Wandertour plane. Da sich sein Sohn bis Montag nicht mehr meldete und dieses Verhalten absolut untypisch sei, erstattete der Vater bei der Polizei in Deutschland eine Abgängigkeitsanzeige.

Auto auf Gosausee-Parkplatz entdeckt

Die Erhebungen der deutschen Polizei ergaben, dass der Mietwagen des Abgängigen im Raum Gosau abgestellt worden war. Eine örtliche Streife fand das Fahrzeug am Parkplatz beim Vorderen Gosausee schneebedeckt auf. Daraufhin wurde eine Suchaktion mit Alpin-Polizisten und Bergrettern aus Gosau, Hallstatt und Obertraun am Mittwochabend vorbereitet. Aufgrund der winterlichen Verhältnisse und Neuschneemengen von eineinhalb Meter mit akuter Lawinengefahr war jedoch eine Suchaktion bei Dunkelheit nicht möglich.

Sechs Tage lang in Doline gefangen

Dem abgängigen Bergsteiger gelang es in der Nacht zum heutigen Donnerstag, einen Notruf abzusetzen. Allerdings brach die Verbindung mit der Bezirksleitstelle rasch wieder ab. Der Beamte der Leitstelle kontaktierte anschließend per SMS nochmals den Bergsteiger, worauf dieser mitteilte, dass er bereits vor vier Tagen in einen 30 Meter tiefen Felsspalt gestürzt sei. Aufgrund der detaillierten Ortsangaben starteten die Rettungsmannschaften trotz schwieriger Bedingungen und unter akuter eigener Lebensgefahr die Suche im Bereich der Adamekhütte im Dachsteingebirge  um 1 Uhr nachts.

Schulter und Sprunggelenk verletzt

Drei Stunden später fanden die Einsatzkräfte den Verunglückten lebend auf. Der 45-jährige Bergsteiger hatte augenscheinliche Verletzungen an der Schulter und Sprunggelenk und wurde mittlerweile mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

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