„In der Wirtschaft brauchen wir weder Glücksritter noch Feiglinge“

„In der Wirtschaft brauchen wir weder Glücksritter noch Feiglinge“

Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 14.10.2014 09:00 Uhr

GRÜNAU. „Wirtschaft und Gefühle - ein Widerspruch?“ – unter diesem Motto diskutierten Wirtschaftstreibende und Wissenschaftler beim Wirtschaftsempfang im Rahmen des Biologicum Almtal.

„Die Bedeutung der Emotionen in der Wirtschaft ist sehr groß“, betonte Martin Ettinger, geschäftsführender Gesellschafter des Sägewerkes Grafinger und neu bestellter Bezirksobmann des Wirtschaftsbundes, in seinem Eingangsstatement. Als konkretes Beispiel dafür nannte der Scharnsteiner Fleischhauer Fritz Silmbroth jun. den emotionalen Bezug zur Region – für viele Menschen ein Grund für den Kauf regionaler Fleisch- und Wurstwaren: „Bei uns wissen die Leute, woher das Produkt kommt. Dieses Gefühl, dieses Authentische, ist sicher ein wichtiger Faktor“. Auch für Martin Ettinger ist „die Mundpropaganda durch unsere gute Qualität“ ein wichtiger Kauffaktor.„Gefühle dominieren alle Entscheidungen“, bestätigte auch Verhaltensbiologe Prof. Kurt Kotrschal. Dennoch seien sie gerade in der Wirtschaft immer noch ein weitverdrängtes Thema: „Hier gibt es oft die Illusion, Emotionen seien unwichtig. Dann kann man sich aber fragen, warum die Coaching-Industrie derartig boomt“, so Kotrschal. Philosophin Sabine Döring von der Universität Tübingen strich die Bedeutung der „Bewertung“ von Gefühlen heraus: „Welche Gefühle angemessen sind, das ist etwas, das wir im Lauf des Lebens lernen“. Dies sei auch ein wesentlicher Faktor für wirtschaftlichen Erfolg, denn: „Wir brauchen in der Wirtschaft weder Glücksritter noch Feiglinge“. Skepsis bei NeuromarketingSkeptisch zeigte sie sich in Bezug auf die Möglichkeiten des Neuromarketing. Mit Hilfe der Messung von Gehirnaktivitäten sollen dabei die Entscheidungsprozesse im Gehirn analysiert und danach das Marketing optimiert werden. „Auch, wenn die bunten Bilder etwas anderes suggerieren: Es ist sehr schwer, Emotionen zu messen, die mehr sind als reine Erregung“. Prof. Kurt Kotrschal sieht in diesen Bemühungen „nahezu einen Mißbrauch von Neurowissenschaft“. Werbung sei immer mit Emotionen verknüpft: „Inzwischen gibt es ja sogar schon eine Autowerbung ganz ohne Auto. In der kommen nur Hunde vor. Das läuft rein über die Emotionen“, so Kotrschal. Er selbst nutze den starken Bezug der Werbung zu den Gefühlen bei Auslandsreisen: „Ich schaue mir in anderen Ländern immer gern die Werbung an – dann versteht man auch die Gesellschaft besser. Immerhin sind wir die Tiere mit dem komplexesten Sozialleben“, so der Verhaltensbiologe.Das Biologicum Almtal fand heuer erstmals statt und befasst sich als transdisziplinäres wissenschaftliches Symposium mit den zentralen Themen der modernen Biologie - immer mit dem Blick auf den Menschen. Nach den Gefühlen soll im kommenden Jahr (8. bis 11. Oktober 2015) das „Denken. Die Biologie des Verstandes“ im Mittelpunkt stehen. Infos: www.biologicum-almtal.at
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