Bruno Buchberger ist 75: Zu sagen heute gehe ich in Pension ist eine furchtbare Vorstellung!

Bruno Buchberger ist 75: „Zu sagen heute gehe ich in Pension ist eine furchtbare Vorstellung!“

Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 22.10.2017 13:40 Uhr

HAGENBERG/LINZ. Mathematiker von Weltruf, vielfach preisgekrönter Wissenschaftler, fünffacher Ehrendoktor, Vater des Softwareparks Hagenberg, leidenschaftlicher Musiker – das alles ist Professor Bruno Buchberger. Warum es für keine seiner Passionen kein Ablaufdatum gibt, erklärt er Tips-Redakteurin Claudia Greindl zu seinem 75. Geburtstag.

Tips: Herr Professor, feiern Sie ihren 75. Geburtstag?

Buchberger: Ja sicher, ich weiß aber noch nicht wie. Es gibt keine offiziellen Termine, mein Terminkalender ist sowieso immer voll. Der 75-er ist in der Mathematik keine besondere Zahl, im Dualsystem gar nichts Besonderes, und auch im Hexagesimalsystem nicht. Wichtiger ist es mir, sich an jedem Tag zu erfreuen. Die Zeit ist so spannend wie noch nie.

Tips: Der Softwarepark Hagenberg, den Sie gegründet haben, wurde jüngst zum 30. Geburtstag des RISC-Instituts (siehe www.tips.at) in JKU Bruno Buchberger Campus umbenannt. Was bedeutet Ihnen das?

Buchberger: Das ehrt mich natürlich. Das RISC ist weltweit bekannt, der Softwarepark zumindest österreichweit. Aber mit 70 habe ich beschlossen, noch andere Lebensziele zu verfolgen. Ich habe in 25 Jahren Hagenberg jedes Problem mit noch mehr Arbeit übertaucht. Meinen Teil habe ich wirklich geleistet. Meine Tätigkeit für den Softwarepark ist beendet, nicht aber meine Forschung und mein Engagement in der Technologiepolitik.

Tips: Was beschäftigt Sie jetzt?

Buchberger: Ich bin gerade dabei, eine große Sache an Land zu ziehen, die Weichen werden am 6. November in einer Sitzung gestellt. Natürlich treibe ich auch meine eigene Forschung voran, die sich im Wesentlichen mit der Automatisierung des Denkprozesses befasst. Das wird für die Industrie mehr und mehr relevant.

Tips: Auf Ihrer Homepage bezeichnen Sie sich als Mathematiker, Manager und Musiker. Spielt die Musik jetzt in Ihrem Leben eine größere Rolle?

Buchberger: Musiker bin ich zwar leidenschaftlich, aber nur amateurhaft, obwohl ich mit meinen Musikkollegen doch einige Engagements habe. Ich arbeite ja noch deutlich mehr als früher, obwohl das kaum möglich erscheint. Ich habe das Gefühl, ich kann beruflich noch sehr viel beitragen.

Tips: Denkt ein Bruno Buchberger auch einmal an die Pension?

Buchberger: Schauen Sie, ein Affe überlegt nicht, ob er arbeitet oder frei hat, wenn er sich eine Banane zum Essen sucht. Auch wenn ich kein Wissenschaftler wäre, hielte ich das Konzept der Pension für überaltet und falsch. Nicht zwischen Berufsperiode und Pension unterscheiden zu müssen ist ein Privileg, das nicht jeder hat. Ein Schwerarbeiter kann seinen Job ja nicht sein ganzes Leben lang machen. Aber ich finde, es muss auch ein politisches Ziel werden, dass die Menschen aus Freude am Tun nicht mehr überlegen, ob sie frei haben oder arbeiten. Zu sagen „Heute gehe ich in Pension“ ist eine furchtbare Vorstellung für mich. Ich wohne ja jetzt in Linz. Wenn ich da in einem Café Studenten treffe, kann ich nicht sagen, jetzt habe ich frei. Das würde mir auch den Spaß an der Sache nehmen.

Tips: Sitzen Sie manchmal vor dem Fernseher?

Buchberger: Ich habe wenig Zeit zum Fernsehen, und auch nur, wenn ich müde bin. Lieber spiele ich selber im Lebensfilm mit.

Tips: Herr Professor, haben Sie Angst vor dem Alter?

Buchberger: Nein, es geht alles besser als früher. Natürlich kann das schon nächste Woche anders sein. Irgendwann kommt der Punkt, wo das physische Kostüm nicht mehr mitmacht. Ich lebe viel bewusster als mit 40, nehme meinen Körper aber auch viel wichtiger als mit 40.

 

Prof. Bruno Buchberger

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