Helfenberger Patrick Mayrhofer auf der Jagd nach einer paralympischen Medaille

Helfenberger Patrick Mayrhofer auf der Jagd nach einer paralympischen Medaille

Sebastian Wallner Sebastian Wallner, Tips Redaktion, 06.03.2018 13:30 Uhr

Helfenberg/Wien. „Eine Medaille in einem der beiden Bewerbe.“ Patrick Mayrhofer druckst nicht lange rum, wenn man ihn nach seinen Zielen für die Paralympics fragt. Der gebürtige Helfenberger wird im Snowboard Cross und im Banked Slalom für Österreich auf Medaillenjagd gehen.

Seit Ende September trainiert Mayr­hofer drei Tage die Woche auf Schnee. Zusätzlich stehen Einheiten im Fitnesscenter und am Ergometer auf dem Programm. „Außerdem gehe ich zweimal pro Woche zur Physiotherapie, weil ich mir letztes Jahr mein Knie schwer verletzt habe“, erklärt der Snowboarder die Vorbereitung.

Mayrhofer ist in der Szene kein Unbekannter, ganz im Gegenteil: 2015 wurde er Weltmeister im Banked Slalom (einem Slalom mit Steilkurven) und Österreichs Behindertensportler des Jahres. Außerdem gewann er in den Saisonen 2014/15 und 2015/16 den Gesamtweltcup der Para-Snowboarder. Dass das kaum jemand weiß, stört ihn nicht: „Wenn es mir um Beachtung gehen würde, hätte ich nach meiner ersten Saison gleich wieder aufhören müssen.“

Wenig beachtet

„Behindertensport hat in Österreich, verglichen mit anderen Ländern, noch einen viel zu geringen Stellenwert in der Gesellschaft. Durch die mangelnde Berichterstattung in den Medien wird die Bevölkerung aber auch nicht wirklich informiert. Daher werden die sportlichen Leistungen und Erfolge, verglichen mit den Nichtbehinderten, zu gering wertgeschätzt. Für einen Rollstuhlfahrer ist zum Beispiel die Anreise zum Wettkampf-ort oft schon viel beschwerlicher als für einen gesunden Sportler. Es gibt teilweise sogar Benachteiligungen für Behindertensportler.

Ein Behindertensportler bekommt für eine paralympische Goldmedaille weniger Geld als ein Nichtbehinderter für eine Olympia-Medaille. Es wird zwar an der Inklusion gearbeitet, teilweise wird sie auch schon gelebt, aber es ist dennoch noch ein weiter Weg, bis der Behindertensport in Österreich – mit allen Rechten und Pflichten – auf gleichem Niveau wie der Nicht-Behindertensport ist.“

Nebenbei berufstätig

Leben kann Mayrhofer vom Sport nicht. Er wohnt mittlerweile in Wien und arbeitet beim Prothesenhersteller Ottobock, dessen Prothese er auch für die nach einem Stromschlag amputierte linke Hand benutzt. Sein Weltcup-Debüt gab Mayrhofer in der Saison 2013/14 im spanischen La Molina.

Ungefähr alle zwei bis drei Monate besucht Mayrhofer noch seine Oma und seinen Opa in der alten Heimat. „Ich würde gern öfters, aber Beruf und Sport lassen es leider nicht zu.“ Am 6. März geht es jetzt erstmal zu den Paralympics nach Südkorea. Und wenn alles klappt, dürfen Oma und Opa beim nächsten Besuch des Enkels eine paralympische Medaille bestaunen.

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