Größtes reales Testlabor Österreichs für autonomes Fahren

Größtes reales Testlabor Österreichs für autonomes Fahren

Silke Kreilmayr Silke Kreilmayr, Tips Redaktion, 13.06.2018 16:01 Uhr

HÖRSCHING/OÖ. In Oberösterreich geht es mit der Testregion für den automatisierten Güterverkehr jetzt so richtig los. DigiTrans ist, neben dem ALP.lab in der Steiermark, die zweite und größte vom Bund geförderte Testregion für autonomes Fahren in ganz Österreich.

Das Projektvolumen für DigiTrans umfasst bis zum Jahr 2023 in Summe 7,5 Millionen Euro, von denen die Forschungsförderungsgesellschaft des Bundes und das Land Oberösterreich gemeinsam 3,75 Millionen Euro als Förderung beisteuern.

Infrastrukturminister Norbert Hofer betonte beim Pressegespräch zu DigiTrans am Hörschinger Flughafen: „Wir stehen am Anfang dieser Entwicklung. Das vollautonome Fahrzeug insbesondere in komplexeren Verkehrssituationen ist ein Zukunftsszenario. Umso wichtiger ist es, zu testen und auf klare Anwendungen zu setzen. Genau das macht DigiTrans. Ich freue mich, gemeinsam mit Land Oberösterreich dieseTestregion mit 3,75 Millionen Euro zu unterstützten“

Im Mittelpunkt stehen Technologien für die Automatisierung der Gütermobilität.

Logistikzentren wie der Ennshafen, der Flughafen Linz Hörsching und auch Partner aus der Transportwirtschaft arbeiten an der Weiterentwicklung des oö. Gütertransports und an der Anknüpfung an europäische Standards mit. Kern des Projektes ist die Etablierung der Region Linz – Wels – Steyr sowie angrenzender Betriebs- und Frachtgelände für Binnenschifffahrt und Luftfahrt als Testregion für eine moderne, integrierte multimodale Gütermobilität.

Landeshauptmann Thomas Stelzer sieht in der Testregion einen direkten Nutzen für die heimische Industrie:  „Wir richten den Fokus in OÖ auf Gütermobilität und Logistik, um die bestehenden wirtschaftlichen Stärkefelder weiter auszubauen.  Der Aufruf, diesen bevorstehenden Technologiewandel rechtzeitig zu erkennen und auch anzunehmen, geht nicht nur an große Unternehmen. Auch Klein- und Mittelbetriebe sind eingeladen, sich mit der Digitalisierung ihrer Transport- und Logistikbereiche bald genug auseinander zu setzen.“

DigiTrans arbeitet intensiv an Lösungen, die bald in Oberösterreich Standard werden sollen. Die unterschiedlichen Anwendungsszenarien, die inDigiTrans bearbeitet und erforscht werden, zeigen nur einen kleinen Teil dessen, was für einen zukünftigen, funktionierenden Gütertransport wichtig sein wird.

„Wir möchten am Standort Oberösterreich eine moderne Infrastruktur für vernetztes und automatisiertes Fahren anbieten, um attraktiv für internationale Unternehmen zu bleiben. Mit dem Angebot moderner Technologien unterstützen wir die Logistikbranche des Landes und schaffen eine zukunftssichere Umgebung für wirtschaftlichen Erfolg“, so Stelzer. 

Konkret wird an drei Themenbereichen geforscht und gearbeitet.

1. Automatisierter Fernverkehr

Beim automatisierten Fernverkehr (LKW-Platooning) werden zwei oder mehrere Lkw über eine elektronische Deichsel miteinander verbunden. Dabei fährt ein Platooning-fähiger Lkw automatisiert von einem Übergabepunkt auf die Autobahn auf und wird an das Platoon angedockt. Die Lkw fahren automatisiert auf einem definierten Autobahnabschnitt und können weitere Platooning-fähige Lkw im Umfeld „On the Fly“ andocken.

Mit dieser neuen Technologie werden Treibstoffeinsparungen von bis zu 15 Prozent möglich. Das Unternehmen Hödlmayr mit Sitz in Schwertberg nimmt im Zuge dieses Projekts mit eigenen Lkw und Fahrern an einem fünfjährigen Test teil. Start ist noch 2018.

„Für uns bietet die Beteiligung an DigiTrans in mehrfacher Hinsicht große Chancen. Wir werden durch die Vernetzung mit Forschungseinrichtungen Teil einer Innovationsgeschichte und können sehr früh Praxiserfahrungen mit neuen Technologien sammeln“, erklärt Vorstand Johannes Hödlmayr.

2. Automatisierter Nahverkehr

Dieser Punkt betrifft den Flughafen Linz. Es geht unter anderem um die Optimierung von Be- und Entladevorgängen und die Reduktion von Emissionen und Treibstoffverbrauch. Das Innovationsfeld beinhaltet Transportwege von etwa ein bis zwei Kilometern, die neben dem Betriebsgelände auch angrenzende, öffentliche Straßen betreffen können − etwa zwischen Verteilerzentren von Logistikdienstleistern.

3. City Logistik

Das Anwendungs-Szenario „City Logistik“ betrachtet das automatisierte Fahren in einem städtischen Umfeld mit seinen spezifischen Aufgabenstellungen und Herausforderungen. Typische Anforderungen sind dabei automatisierte Zustellfahrzeuge, z.B. autonome Kleinfahrzeuge, die Waren zur Übergabe direkt an Kunden zustellen (an Paketstation, in Kofferraum) oder kommunale Dienste wie ein automatisierter Winter- und Reinigungsdienst für öffentliche und private Gehwege. Ein möglicher Use Case im DigiTrans Innovationslabor wird derzeit von den Städten Wels und Steyr und den Reform-Werken angedacht. „Mit DigiTrans kann die Bereitschaft zur Anschaffung und zur Verwendung von Assistenzsystemen – auch im Pkw – erhöht werden und damit wird beim wichtigsten Faktor in der Verkehrssicherheitsarbeit – dem Faktor Mensch – unterstützend angesetzt“, betonte Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner.

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