Hirte lebt Kindheitstraum: Franzose und Schottin zählen Schäfchen

Hirte lebt Kindheitstraum: Franzose und Schottin zählen Schäfchen

Tobias Hörtenhuber, Leserartikel, 24.04.2013 08:00 Uhr

Gleich außerhalb des Ortsgebiets, auf der sogenannten „Igelleiten“, stehen auf einer zwei Hektar großen Weide 33 Schafe. Tag für Tag sieht man hier einen Hund, der die Schafe auf Kommando seines Schäfers über die knapp zwei Hektar treibt. Ein echter Hirte mitten im Ort?

Als der Franzose Pierre Niel vor sechs Jahren aufs Land nach Hofkirchen zog, erfüllte er sich kurz darauf seinen Bubentraum. Im Alter von acht Jahren sah er den Border Collie der Fernsehserie „Die fünf Freunde“ und verliebte sich in die schottische Rasse. „Ein solcher Hund ist kein typischer Familienhund. Er braucht immer etwas zu arbeiten, auch für den Kopf“, sagt der „Hirte“ von Hofkirchen. Einige Zeit gondelte Niel Woche für Woche nach Freistadt oder Melk, wo er und seine „Flahy“ eine Möglichkeit hatten, mit Schafen zu trainieren. Das wurde bald zu mühsam und so pachtete der Franzose gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Dagmar die große Wiese und kaufte vorerst acht Schafe. Die Herde wuchs schnell und hat mittlerweile die stattliche Größe von 33 Schafen.   Enge Bindung   Jedes von ihnen kennt der 40-Jährige beim Namen, mit „Napoleon“ verbindet ihn eine ganz besondere Geschichte. „Wir mussten ihn mit der Flasche aufziehen, da er das Trinken bei der Mutter verweigerte. Er kommt jetzt noch oft von alleine zu mir“, erzählt er stolz. Die Bevölkerung beobachtet das Treiben auf der Weide sehr interessiert. Eltern kommen mit ihren Kindern gern zu Besuch und schauen zu, wie „Flahy“ die Schafherde in Gruppen teilt, wieder zusammenführt und sie abschließend in den Stall bringt. „Die Schafsarbeit ist für mich fast zur Sucht geworden. Das Genialste ist das blinde Verständnis mit meinem Hund. Wir haben eine sehr starke Beziehung.“ Wenn die Schafe aus dem Stall gebracht werden, geht das ganz ohne Kommandos. Es ist faszinierend zu sehen, wie „Flahy“ die Schafe in Richtung der Weide treibt, sein Herrl gibt nur die Richtung vor, indem er den Zaun öffnet. Auf der Weide genügen dem Schäfer dann eine Pfeife und kurze Anweisungen, damit sein Border Collie richtig arbeitet. „Es hat absolut nichts mit Unterordnung zu tun. Es ist der Instinkt des Hundes. Der Unterschied ist, dass sein Fokus nicht auf mir liegt, sondern auf den Schafen.“ Für ihn funktioniert die Ausbildung eines Hundes nur mit Belohnung, nicht mit Strafe. Für „Flahy“, den Vierbeiner mit einem blauen und einem braunen Auge, ist der Spaß an der Arbeit mit den Schafen schon die Belohnung.   Optimale Hütehunde   Border Collies sind eine anerkannte Rasse von Hütehunden und die Schafsarbeit liegt ihnen im Blut. „Flahy ist sehr entscheidungsfreudig und schafft es nur durch ihre Körpersprache, ihre Bewegungen sowie ihren Blick, die Schafe zu führen.“ Vier bis fünf Jahre dauert es ungefähr, bis der Hund seine Arbeit nahezu perfekt beherrscht. Dass alles eine Sache der Instinkte ist, beweist „Romeo“, ein zwölf Jahre alter Border-Collie-Mischling, den das tierliebe Paar vor Kurzem mit dem Auto aus Frankreich holte, um ihn vor dem Einschläfern zu retten. „Er hat noch nie etwas mit Schafen zu tun gehabt, zeigt aber reges Interesse an der Arbeit.“   Der Hobbyhirte zieht keinerlei Profit aus seiner Tätigkeit. Es ist für ihn und seinen Hund eine reine Freizeitbeschäftigung. „Die Schafe bleiben bis zu ihrem Lebensende bei uns.“ Der nächste, etwas mühsame Höhepunkt ist das Scheren der Schafe. Infos im Internet findet man demnächst auch unter www.igelleiten.com.
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