Glasfaserausbau schafft regionale Wertschöpfung im Waldviertel

Olivia Lentschig Olivia Lentschig, Tips Redaktion, 02.04.2017 08:25 Uhr

WALDVIERTEL. Der flächendeckende Glasfaserausbau steht ganz oben auf der Agenda des Landes Niederösterreich. Dieser stellt auch neue Anforderungen sohl an Bauunternehmungen als auch an die Provider. Wirtschaftslandesrätin Dr.in Petra Bohuslav überzeugte sich im Rahmen eines Betriebsbesuchs bei der Baufirma Talkner GmbH und dem Provider WVNET, dass Unternehmen im Waldviertel fit für die Glasfaserzukunft sind und die Region vom großen Zukunftsprojekt der ecoplus-Tochtergesellschaft Niederösterreichische Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG) profitiert. 

„Der Glasfaserausbau steigert die Attraktivität der ländlichen Regionen, insbesondere des Waldviertels, wo aktuell zwei Pilotregionen unseres Breitbandmodells ausgebaut werden. Der Ausbau wird aber auch zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Schließlich besteht seit heuer die Verpflichtung, in neuen Gebäuden und bei umfassenden Sanierungen alle Vorbereitungen für einen Glasfaser-Breitbandanschluss zu treffen. Das erfordert von den beteiligten Gewerken spezielles Know-how wie zum Beispiel das Einblasen von Glasfaserkabeln und das Fusionsspleißen. Je besser unsere Betriebe ausgebildet sind desto einfacher und besser wird auch die Ausrollung funktionieren. Die beiden Firmen Talkner-Bau und der Provider WVNET leisten ihren Beitrag dazu, dass das wichtigste Infrastrukturprojekt des 21. Jahrhunderts im Waldviertel ein Erfolg wird“, betont VP-Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

Vorreiter im Bereich des Glasfaserbaus

Die Firma Talkner GmbH wurde 1978 gegründet, hat mit 15 Mitarbeitern begonnen und vergrößerte sich im Laufe der Jahre auf circa 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Eigentümer Baumeister Andreas Talkner unterstreicht: „Unsere Baufirma konnte von Anbeginn die Grab- und Verlegungsarbeiten in der Pilotregion seit 2015 durchführen und zählt somit zu jenen niederösterreichischen Baufirmen, die hier bereits praktische Erfahrung im Glasfaserausbau sammeln konnten. Darüber hinaus gehören wir zu den ersten Firmen in den Pilotregion, die mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet wurden und davon in unserer täglichen Arbeit profitieren.“

WVNET-Geschäftsführer Josef Mayerhofer versorgt mit seinen sieben Mitarbeitern rund 6000 Kunden mit den verschiedensten Internetleistungen wie Zugang zum Web, Webspace, Domainservice. „Wir profitieren von der Netzneutralität, die durch das NÖ Breitbandmodell gewährt ist. So entsteht echter Wettbewerb und Chancengleichheit“, unterstreicht Mayerhofer. 2016 überschritt der Provider erstmals die Schwelle von einer Million Euro Umsatz.

„Die nöGIG baut in vier ausgewählten Pilotregionen offene und öffentliche Glasfasernetze. Dabei ist die Glasfaser-Infrastrukturgesellschaft ausschließlich für die Errichtung der passiven Infrastruktur zuständig. Die Netze selbst stehen allen Breitband-Dienstanbietern, zu gleichen Konditionen, offen“, erklärt Hartwig Tauber, Geschäftsführer von nöGIG.

Bereits für unter 30 Euro im Monat

Die Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich ist die Muttergesellschaft der „Niederösterreichische Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG)“. ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki betont: „Mit dem nöGIG-Modell ist erstmals ein echter Wettbewerb sichergestellt, von dem die Endkunden stark profitieren, wie man in Pilotgemeinden im Waldviertel sieht, wo man Glasfaser-Internet bereits unter 30 Euro monatlich erhält. Wir liegen mit unserem Projekt voll im Plan, doch wir wollen noch schneller werden. Die für Ende 2018 geplante Evaluierung der Pilotregionen ziehen wir in den Sommer 2017 vor. Danach wollen wir rasch Schritte für den weiteren Ausbau in Niederösterreich setzen.“

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