Vereine: Initiative hat ihr Ziel erreicht

Vereine: Initiative hat ihr Ziel erreicht

Alexandra Bäck, Leserartikel, 01.09.2016 13:48 Uhr

BURGENLAND. Nach einem Jahr ist die burgenländische Bürgerinitiative „Rettet die Vereinsfeste“ endgültig am Ziel angekommen – zumindest im östlichsten Bundesland. Der zehn-Punkte-Forderungskatalog der überparteilichen Plattform wurde im Wesentlichen umgesetzt.

Im Februar kündigte die Plattform „Rettet die Vereinsfeste“ die Ausweitung der Vereinsrebellion an. Im April wurde das neue Veranstaltungsgesetz beschlossen, im Juli folgte dann der große Wurf auf Bundesebene mit dem Entlastungspaket für Vereine und Wirte.

Zuletzt wurden im Burgenland weitere Schritte umgesetzt, etwa was Aufklärungs- und Unterstützungsmaßnahmen betrifft – womit die Vorschläge der Initiative umgesetzt wurden. „Von den zehn Punkten wurden praktisch alle zehn Forderungen erfüllt. Vor einem Jahr hätte kaum jemand mit diesem Riesenerfolg unserer Initiative gerechnet. Das Ergebnis ist im Sinne einer jeden Dorfgemeinschaft und fördert eine positive Entwicklung der ländlichen Region“, freut sich Sascha Krikler, der Initiator von Rettet die Vereinsfeste.

Die burgenländischen Landtagsparteien waren österreichweit die ersten, die die Probleme der Ehrenamtlichen ernst genommen und aktiv Akzente gesetzt haben. Die burgenländische SPÖ hat mit ihrem der Koalitionspartner aktiv das neue Veranstaltungsgesetz erarbeitet, welches einstimmig abgesegnet wurde. Darüber hinaus wurde eine Rechtsberatung eingerichtet und ein vom Land geförderter Lehrgang zum „Zertifizierten Vereinsfunktionär“ geschaffen. Die ÖVP Burgenland hat sich von Beginn an für vereinsfreundlichere Regelungen sowie ein Miteinander mit der Gastronomie stark gemacht und sich auf Bundesebene in den Verhandlungen erfolgreich durchgesetzt. Auf Landesebene wurde den Ehrenamtlichen mittels einer Vereinsservice-Broschüre sowie Info-Veranstaltungen geholfen.

Die Installierung eines „Landesbeirates der Vereine und Verbände“, der als Interessenvertretung der Ehrenamtlichen und beratendes Gremium auftritt, wäre ein letzter wünschenswerter Schritt. Dem Organ, welches zumindest einmal im Jahr zusammentreten sollte, sollten etwa die Feuerwehr, der Blasmusikverband, die Sportverbände sowie die wichtigsten Jugendorganisationen angehören.

Neue Sozialpartnerschaft und Abschaffung der Zwangsbeiträge

 Vor allem einige Funktionäre der Wirtschaftskammer traten verstärkt gegen vereinsfreundlichere Regelungen auf und setzten auf Konfrontation statt Lösungen. Diese ruderten aber in den letzten Monaten mit ihren gesellschaftsschädigenden Attacken immer weiter zurück. Am Anfang des Jahres gerieten noch alle Verbände und Vereine ins Visier mancher Kammerfunktionäre, später insbesondere die Jugendorganisationen und zuletzt waren vor allem die Ehrenamtlichen in kleinen Ortsparteien sowie Bürgerlisten Ziel der Angriffe. Die Initiative fordert daher in ihrem Resümee einen Aufbruch der überholten neoständestaatlichen Strukturen und eine neue Sozialpartnerschaft – bei welchem das Miteinander im Vordergrund steht, was auch ein positivere Entwicklung Österreich ermöglichen würde.

„Einige abgehobene Funktionäre der Wirtschaftskammer treten als Lobby der kommerziellen Neidgesellschaft auf und betreiben auf Kosten des Ehrenamtes eine Sündenbockpolitik. Es ist eine neue Sozialpartnerschaft statt der sturen Sozialgegnerschaft notwendig, daher sind mutige Strukturreformen erforderlich. Dies sollte auch die Abschaffung der Zwangsbeiträge beinhalten, die vorherrschenden neoständestaatlichen Blockadestrukturen sind unzeitgemäß für das moderne 21. Jahrhundert und offensichtlich ein Reformhindernis“, hält Initiator Sascha Krikler abschließend fest.

 

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