Langsames Internet ist kein Schicksal
15

Langsames Internet ist kein Schicksal

Silke Kreilmayr Silke Kreilmayr, Tips Redaktion, 13.03.2018 17:00 Uhr

Linz-Land. Wie schon in der Vorwoche berichtet, ist Linz-Land von unserem oberösterreichweiten Tips-Themenschwerpunkt „Landflucht“ kaum betroffen. Ganz im Gegenteil, viele ziehen von der Stadt aufs Land. Was die Internetverbindung betrifft, gibt es beim Umzug in den Speckgürtel aber oft ein böses Erwachen.

Grundsätzlich hat der Bezirk auf einem gut entwickelten Durchschnittsniveau − gegenüber dem Rest von Oberösterreich − mit dem Breitbandausbau begonnen.

Als „Breitband“ wird aktuell eine Datenübertragung von mehr als 30 Megabit pro Sekunde bezeichnet, das passt sich aber immer dem Stand der Technik an. In ein paar Jahren kann der Grenzwert für die Definition laut Experten schon bei 100 Mbit pro Sekunde liegen.

„Trotz guter Versorgung könnte der ländliche Raum hier Probleme bekommen. Etwa dann, wenn Linzer aus dem gut versorgten städtischen Bereich in bestehende Gebäude des sogenannten Speckgürtels ziehen und von einer Top-Versorgung auf eine Mobilfunk-Versorgung “herunterfallen„“, sagt Volker Dobringer vom Breitbandbüro OÖ.

Denn LTE und Hybridrouter werden aufgrund der immer größeren Beliebtheit leider immer schlechter funktionieren. „Vergleichbar etwa mit einer Geburtstagstorte, die sich – vor allem abends – immer mehr Leute teilen.“

Koax vor allem in den Städten

Die Liwest hat daher in Neuhofen, Leonding, Asten, Ansfelden, Traun, Pasching und Kirchberg-Thening schon eine gut ausgebaute Koaxinfrastruktur (Kabel) bis zu 400 Mbit/s geschaffen. Andere Anbieter sind auf diesem Gebiet in Leonding, Wilhering, St. Florian und Niederneukirchen aktiv.

Glasfaser bis ins Haus für Kirchberg und Oftering

Glasfaser bis ins Haus (FTTH, sprich Fiber to the home) und damit quasi unbegrenzt schnelles Internet gibt es schon für 150 Haushalte in Hofkirchen, in Oftering hat die Energie AG den Ausbau soeben fertiggestellt und in Kirchberg-Thening ist der Vollausbau im Gange. Auch in Kematen haben schon 150 Haushalte die Chance auf High-Speed-Internet, die Wassergenossenschaft hat die Rohre mitverlegt.

Schnelles Internet auch für Oberweidlham

Zentrumsferne Bereiche wie etwa Oberweidlham oder Samesleithen in St. Florian, wo das „Surfen“ bisher ein Desaster war. Diese Ortsteile werden aber bald mit ARUs von A1-Telekom Austria erschlossen (hier geht die Glasfaser bis zu einem Verteiler, anschließend werden die bestehenden Kupferleitungen bis in die Haushalte genutzt. Je nach Entfernung zum Verteiler erreicht man 30 bis 150 Mbit/s gegenüber bisher 2 Mbit/s).

In anderen zentrumsfernen Bereichen des Bezirkes gibt es noch Defizite, vor allem in flächenmäßig größeren Gemeinden.

Bürgerengagement zählt

In solchen Gemeinden sollten Breitbandaktivisten oder Gemeinderäte providerneutrale Interessensbekundungen sammeln. „Wenn in größeren Ortsteilen eine 50-prozentige Zustimmung zum Ausbau erreicht wird, baut vermutlich ein Provider aus. Wenn sich keiner findet, baut die Landesglasfasergesellschaft Fiberservice OÖ “schwierige„ Regionen aus. Aber ohne Engagement der Gemeinden dauert es länger“, weiß Dobringer.

Kleine Gemeinden in OÖ. haben bereits vorgezeigt, dass man mit Engagement einen Vollausbau mit Glasfaser bis zum letzten Heustadl erreichen kann. So geschehen in Großraming oder Haibach/Donau. „Das sind total zersiedelte Regionen, die streamen jetzt wie in New York City“, freut sich der Experte.

In Linz-Land gibt es hier etwa in den „Ausläufern“ von Pucking oder Allhaming Aufholbedarf. „Ein Unternehmen hat den Standort Allhaming bereits wegen der unzureichenden Internetversorgung wieder verlassen“, weiß Bezirksparteiobmann Wolfgang Stanek (VP).

 

Volker Dobringer vom Breitbandbüro des Landes OÖ. rät dazu, sich ein Bild von der Versorgung in der eigenen Gemeinde zu machen:

Breitbandatlas: Der Breitbandatlas zeigt die maximale eingemeldete Versorgung für einen Standort, via Festnetz/Koaxkabel oder WLAN FunkM bzw. via Mobilfunknetz und auch die geplanten Ausbaugebiete: www.breitbandatlas.info/

Die Förderkarte Access 3 des BMVIT zeigt die versorgten (nicht förderfähigen) und die unversorgten (graue Bereiche) sowie die extrem unterversorgten (gelben) Gebiete. Achtung: Hier muss googleMaps auf dem PC installiert sein

Netztest: Unter www.netztest.at/de/Karte  kann man die Ergebnisse von Netztests, die Nachbarn bereits durchgeführt haben, ansehen.

Infos: www.breitband-ooe.at

Artikel weiterempfehlen:

+ Jetzt verfassen

Kommentar verfassen






Missen feiern Weihnachten

Missen feiern Weihnachten

PASCHING. Die schönste Weihnachtsfeier fand am Donnerstag Abend in Emil Bauers Lasersport Pasching statt. weiterlesen »

Rekord-Budget in Ansfelden

Rekord-Budget in Ansfelden

ANSFELDEN. Bürgermeister Manfred Baumberger legte dem Gemeinderat der Stadtgemeinde Ansfelden in seiner Sitzung vom 6. Dezember 2018 einen ausgeglichenen Voranschlag 2019 vor. weiterlesen »

Parkettzauber eröffnet Fußballjahr 2019

Parkettzauber eröffnet Fußballjahr 2019

OÖ/TRAUN. Erster fußballerischer Höhepunkt des neuen Jahres ist der von Tips präsentierte Auto Günther Hallencup mit allen 16 LT1 OÖ-Ligisten von 11. bis 13. Jänner ... weiterlesen »

Stadt Leonding beschließt Budget für 2019 und Gründung einer Standortmarketing-Agentur

Stadt Leonding beschließt Budget für 2019 und Gründung einer Standortmarketing-Agentur

LEONDING. Am 7. Dezember wurde in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres das von Finanzreferent Bürgermeister Walter Brunner vorgelegte ausgeglichene Budget für das Jahr 2019 einstimmig ... weiterlesen »

Grünfläche St. Isidor war Thema im letzten Gemeinderat des Jahres

Grünfläche St. Isidor war Thema im letzten Gemeinderat des Jahres

LEONDING.  Bei der Gemeinderatssitzung am 7. Dezember konfrontierten die Anwohner den Bürgermeister mit ihren Forderungen, den Grünzug St. Isidor unverbaut zu belassen. weiterlesen »

Kein Aus für Freizeitfahrten

Kein Aus für Freizeitfahrten

ANSFELDEN. Der Freizeitfahrtendienst für Menschen mit Beeinträchtigung stand nach einer Streichung der Fördergelder des Landes auf der Kippe. Jetzt haben sich Stadt Ansfelden und Samariterbund ... weiterlesen »

Odyssee eines Vereines

Odyssee eines Vereines

PASCHING. Der Paschinger Peter Öfferlbauer hat die kuriose Gründungsgeschichte des SV Pasching 16 in einem Buch verarbeitet. weiterlesen »

Arbeiterkammer untermauert die Leistung der Beschäftigten mit Zahlen

Arbeiterkammer untermauert die Leistung der Beschäftigten mit Zahlen

LINZ-LAND. Die Arbeiterkammer Linz-Land hat eine Beschäftigtenbilanz für Oberösterreich erstellt. Soweit es die Zahlen zulassen, wurde diese auch für die Bezirke regionalisiert. Auslöser ... weiterlesen »


Wir trauern