Geteilte Meinungen zu Verbindungsprojekt der Pyhrn-Priel Skigebiete

Geteilte Meinungen zu Verbindungsprojekt der Pyhrn-Priel Skigebiete

Jakob Weiermair, Leserartikel, 24.02.2015 17:00 Uhr

Pyhrn-Priel/OÖ. Die Diskussion um eine geplante Verbindung der Skigebiete Hinterstoder/ Höss und Wurzeralm erhitzt die Gemüter – Landesparteien, Umweltdachverband und Naturfreunde OÖ nahmen aktuell zum Thema Stellung. Tips fasst die wichtigsten Infos und Standpunkte zusammen.

In der Pyhrn-Priel-Region setzt man sich schon länger mit einer möglichen Verbindung der Skigebiete Hinterstoder/Höss und Wurzeralm auseinander. Aktuell wurde von der HIWU AG der Plan vorgelegt, eine Verbindung mittels eines rund 4,5 Kilometer langen Tunnels durch das Warscheneck zu realisieren. Der Tunnel würde von der Frauenkar-Bergstation auf der Wurzeralm bis zum Unteren Loigistal/Schafferteich reichen. Von dort wäre die Anbindung an die Höss mittels mehrerer neuer Seilbahnen geplant. Für diese müsste auch die nötige Infrastruktur bereitgestellt werden. Eine Vorstellung mit ersten Projektdetails fand Anfang Februar in der Hösshalle in Hinterstoder statt.   Gegensätzliche Standpunkte   Die Befürworter des Projekts betonen die Bedeutung für die regionale Wirtschaft und die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen. Die Gegner des Projekts stufen die Verbindung mittels Tunnel als ökonomisch und ökologisch sinnlos ein. Der sensible Naturraum Warscheneck dürfe nicht durch einen überdimensionierten Zusammenschluss gefährdet werden.   ÖVP-Bezirksparteiobmann Christian Dörfel erklärt: „Bei der Skigebietserweiterung handelt es sich um ein Zukunftsprojekt für die Region. 60 Prozent der Arbeitsplätze in der Pyhrn-Priel-Region hängen vom Tourismus ab, insofern muss man sich hier um eine Weiterentwicklung Gedanken machen. Der volkswirtschaftliche Nutzen wäre gegeben und ich denke, dass das Vorhaben im Einklang mit der Natur möglich ist.“   Der Präsident des Umweltdachverbands, Franz Maier, spricht sich klar gegen das publik gewordene Vorhaben aus – und fordert stattdessen die Erweiterung des Nationalparks Kalkalpen um das Warscheneck. „Das Projekt ist aus ökonomischen und ökologischen Gründen strikt abzulehnen. Das Tunnelprojekt entspringt einem rückwärts gewandten Machbarkeitswahn, der immer noch glaubt, mit naturzerstörender technischer Infrastruktur wettmachen zu können, was an echter Zukunftsorientierung versäumt wurde“, so Franz Maier.   Die Grünen OÖ erneuerten aktuell ihre Kritik an dem Vorhaben bei einem Lokalaugenschein in Hinterstoder. Maria Buchmayr, Landessprecherin der Grünen, erklärt: „Das Stodertal braucht nachhaltigen ganzjährigen Tourismus mit langfristigen Arbeitsplätzen und keine kurzsichtigen Naturzerstörungen. Nicht alles, was technisch machbar wäre, ist auch sinnvoll. Die aktuellen Planungen sind sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus Umweltschutz-Sicht absurd.“   Klaus Aitzetmüller, Obmann der WKO Kirchdorf, sagt dagegen: „Wir dürfen die Skigebietserweiterung und -attaktivierung nicht infrage stellen, sondern wir müssen gemeinsam daran arbeiten, diese so umzusetzen, damit sie so naturschonend wie möglich und rasch errichtet wird. Denn sieht man sich die Zahlen und Entwicklungen an, dann brauchen wir dringend Impulse für die Region.“ Die Vorsitzende der Naturfreunde OÖ und SPÖ-Naturschutzsprecherin, Gerda Weichsler-Hauer, übt scharfe Kritik an einem Tunnelprojekt: „Die zukünftige Existenz und der Ausbau des beliebten Skigebietes Wurzeralm darf nicht von der Errichtung Natur zerstörender, Steuergeld vernichtender und völlig den Klimawandel ignorierender Erweiterungsprojekte abhängig gemacht werden.“   SPÖ-OÖ-Vorsitzender LH-Stv. Reinhold Entholzer bekennt sich zur Wurzeralm und fordert den gemeinsamen Einsatz auf Landesebene für Qualitätsverbesserung und Ausbau dieses Skigebiets. „Der Erhalt und der Ausbau des Skigebietes Wurzeralm ist für die gesamte Region von existenzieller Bedeutung. Dafür wollen wir uns mit allen Kräften einsetzen. Zum derzeit in den Medien diskutierten Verbindungsprojekt gibt es noch keine Details, die eine Bewertung des Vorhabens erlauben würden“, so Reinhold Entholzer.   Herbert Gösweiner, Vorsitzender des Tourismusverbands Pyhrn-Priel, sagt: „Die Skigebietsverbindung ist nur eine von rund sieben Programmen, die im Rahmen des regionalen Masterplans 2020 ausgearbeitet werden. Eine Untertunnelung ist auch aus Naturschutz-Sicht sinnvoll: Das Warscheneck-Plateau wäre völlig ausgeklammert, man braucht keine Beschneiung und kommt rasch von A nach B.“
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