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Gebürtiger Kleinzeller ist mit Entscheidungs-App Swell weltweit erfolgreich

Petra Hanner Petra Hanner, Tips Redaktion, 20.11.2017 11:12 Uhr

KLEINZELL I. M./WIEN/LOS ANGELES. Fisch oder Fleisch, die roten oder die schwarzen Schuhe, das kurze oder das lange Kleid? Unser Alltag steckt voller Entscheidungen und um uns diese zu erleichtern, haben drei Oberösterreicher die App „Swell“ (www.swell.wtf) entwickelt. Der gebürtige Kleinzeller Philipp Holly (25) ist das technische Mastermind hinter der weltweit erfolgreichen App.

Mehr als fünf Millionen User in fast allen Ländern rund um den Globus helfen dem Swell-Nutzer, sich zu entscheiden. Dieser stellt zwei Fotos online und der Rest der Welt klickt auf seinen Favoriten – und schon bekommt man eine Entscheidungshilfe. Was so einfach klingt, haben sich Peter Buchroithner, gebürtig aus Eferding, und der Trauner Manfred Strasser gemeinsam mit Philipp Holly ausgedacht.

Seit 2016 in Los Angeles

 „Peter und Manfred hatten ein Modegeschäft auf der Wiener Mariahilfer Straße. Und sie haben festgestellt, dass viele Menschen Probleme haben, sich zu entscheiden – speziell, wenn es um Kleidung geht. So wurde kurzerhand nach einer Lösung gesucht und die Idee zu Swell war geboren“, erklärt Philipp Holly, den Tips per Mail in Los Angeles erreicht. Dorthin ist das Unternehmen im Jänner 2016 gegangen, denn gegründet wurde Swell in Wien. „Die Chancen sind unserer Meinung nach höher, in Amerika groß zu werden, als in Österreich“, erklärt Holly, der privat nun rund alle drei Monate zwischen L.A. und Wien hin und her pendelt.

„Ein toller Bursche“

Das technische Wissen hat er sich übrigens zuerst in den Technischen Fachschulen Haslach und danach beim Fachhochschul-Studium in Hagenberg angeeignet. Erich Hetzmannseder, Direktor der Haslacher Fachschulen, erinnert sich noch gut an den Vorzeigeschüler: „Er ist ein toller Bursche und hat bei uns im Sommer 2010 abgeschlossen. Bei unserer 130-Jahrfeier im Jahr 2015 war er das letzte Mal bei uns und hat damals sein Projekt beschrieben. Er war aber auch in der Schule äußerst aktiv und einer der ersten, die – damals noch freiwillig – eine Abschlussarbeit gemacht haben. Mit seinem Schulkollegen Daniel Lackner hat er eine Website komplett von Grund auf ausprogrammiert. Dafür hat er mit Auszeichnung abgeschlossen.“

Immer besser werden

Danach legte er zwei Lehrabschlussprüfungen – IT-Techniker und Elektroinstallations-Techniker – ab, dann noch die Berufsreifeprüfung und nach weiteren zwei, drei Jahren als selbstständiger Webent-wickler (www.pholly.at) startete er mit dem Studium Mobile Computing in Hagenberg. „Ich wollte immer Neues lernen und mich weiterbilden, um besser zu werden. Während des Studiums, im Jahr 2013, habe ich ein weiteres Start-up gegründet, eine Fahrtenbuch-App für L17-Fahrschüler namens “intracked„. Und dann kam Swell...“

2 Minuten 2 Millionen

Noch bevor Swell so bekannt wurde, versuchten die drei Gründer, bei der Fernsehshow „2 Minuten 2 Millionen“ – damals noch als „dvel“ – die Investoren zu überzeugen. Und obwohl der bekannte Unternehmer Hans Peter Haselsteiner nicht glauben konnte, dass man mit „so etwas“ Geld verdienen kann, gelang ihnen damals schon ein Deal.

Im Boot mit den „Großen“

Heute hat Swell 16 Mitarbeiter und Büros in Wien und LA. Und die drei Gründer mischen ganz groß in der Szene mit. „Neben der App haben wir auch einen der weltbesten Chatbots, bei dessen Entwicklung wir von Anfang an mit Facebook, Kik, Viber, Line, Telegram und Co (verschiedene online-Nachrichtendienste, Anm. d. Red.) dabei waren. Unser Chatbot wurde sehr schnell bekannt in der Szene und auch der User-Ansturm war groß. Deswegen hat uns Mark Zuckerberg auf der jährlichen Entwicklerkonferenz F8 vorgestellt. Wir bekommen viele Features von Facebook schon vorab, um sie zu testen und um Feedback zu geben und haben unsere Ansprechpartner dort.“ Neben der App für jedermann bietet Swell inzwischen auch eine Plattform für Unternehmen für Marktforschung an (www.swell.biz).

Geerdet und bodenständig

Die drei Gründer investieren viel Zeit in ihr „Baby“, sodass Hobbys und Familie zur Zeit Einteilungssache sind. Holly: „In L.A. geh ich sehr gerne surfen und mache Workouts am Muscle Beach. Ins Mühlviertel komme ich so gut wie nicht mehr, da meine Familie auch nach Linz gezogen ist. Die Familie ist mir sehr wichtig und ich pendle jedes Wochenende deswegen nach Linz. Aber im Mühlviertel aufgewachsen zu sein, hat mich – denke ich – geprägt. Ich würde mal behaupten, ich bin dadurch mehr geerdet und bodenständig. Die Reise vom kleinen Dorf mit 1000 Einwohnern nach Linz, Wien und L.A. war sehr spannend und lehrreich und ich würde sie jederzeit wieder machen.“

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Kommentare

  1. Marty Bauer 25.11.2017 02:11 Uhr

    Interessante App - Vielen Dank für diesen interessanten Artikel! Ich muss gestehen, dass ich diese App noch nicht kannte und ich werde sie auf jeden Fall ausprobieren. Bzw. ich habe sie gerade installiert und bin gespannt. :-)

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