Neues Zuhause für Kopfinger Wanderhühner

Neues Zuhause für Kopfinger Wanderhühner

Elena Auinger Elena Auinger, Tips Redaktion, 12.07.2018 05:59 Uhr

KOPFING. Vor einem Jahr hat Gerhard Zauner aus Kopfing von der Milchwirtschaft auf Wanderhühner umgestellt. Er schaffte sich im Mai 2017 einen fahrbaren Wanderhuhn-Stall an. Dazu 1.290 Legehühner und zehn Hähne. Nach einem Jahr müssen die Tiere ausgetauscht werden. Die Kopfinger Hühner werden allerdings nicht geschlachtet, sondern erhalten ein neues Zuhause, in dem sie weiterleben dürfen.

Wanderhühner werden in einem sogenannten Wanderhuhnstall auf einer Wiese gehalten, mit dem sie alle acht bis zehn Tage den Standort wechseln. Vorteile seien unter anderem, dass sich die Hühner immer in Stallnähe und somit in Sicherheit und nahe der Nahrung fühlen. Dadurch haben die Hühner immer frisches Gras zum Picken und legen geschmackvolle, gesunde Eier. Außerdem werde der Boden aufgewertet. Der fahrbare Hühnerstall wird mit einem Traktor umgestellt, damit die Hühner das zarte Grün der Wiesen, die Sonnenstrahlen und die gesunde Landluft in freier Natur erleben können. Sie dürfen einfach glückliche Hühner sein. Außerdem könne sich der Boden immer wieder erholen.

Keine Schlachtung

Für Gerhard Zauner war von Anfang an klar, dass seine Hühner, wenn sie nach einem Jahr ausgetauscht werden müssen, nicht geschlachtet werden dürfen. Hennen werden mit einem Jahr aus großen Eierbetrieben ausgemustert, da sie dann in die Mauser kommen und für einige Zeit das Legen einstellen. Auch das Federkleid wird erneuert. Ab diesem Zeitpunkt sind sie für den Eiererzeugungsbetrieb nicht mehr rentabel und werden durch Junghennen, die sofort wieder jeden Tag ein Ei legen, ersetzt. Zauner meint: „Ich will mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass man Tiere artgerecht halten und dabei trotzdem rentabel bleiben kann. Das ist schließlich auch das, was sich die Konsumenten wünschen.“

Rette dein Huhn

Er setzte sich mit dem Verein Rette dein Huhn aus Hainburg in Verbindung, die einen Großteil der Hühner vom Hof abholten und in ganz Österreich auf Plätze zum Weiterleben verteilten. Auch private Personen konnten sich einjährige Hühner vom Hof abholen. Der künftige Halter muss einen „Schutzvertrag“ unterzeichnen, in dem festgelegt wird, dass die Hühner am Leben bleiben dürfen und tierärztlich versorgt werden. Nina Hofstädter vom Verein Rette dein Huhn erklärt: „Wir geben den Tieren durch unsere Vermittlung eine Chance auf ein Leben in Freiheit und ohne Zwang.“

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