Ein Kremser Original: Ernst Kalt kennt die Stadt und ihre Gschichtln wie kein anderer

Ein Kremser Original: Ernst Kalt kennt die Stadt und ihre Gschichtln wie kein anderer

Claudia  Brandt Claudia Brandt, Tips Redaktion, 16.05.2018 18:45 Uhr

KREMS. Er ist Lokalhistoriker, pensionierter HTL-Professor, Künstler, Oldtimerbesitzer und vor allem ein waschechter und leidenschaftlicher Kremser: Ernst Kalt. Mit Tips plauderte der umtriebige 75-Jährige über sein bewegtes Leben.

Wer kennt ihn nicht? Ernst Kalt ist in Krems bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Und er selbst kennt die Stadt wie kaum ein anderer. Doch es ist nicht nur die historische Entwicklung der Wachaumetropole, die ihn interessiert. Es sind vor allem die Gschichtln und Anekdoten rund um die bedeutenden Ereignisse, die es ihm angetan haben und die er bei seinen Vorträgen immer wieder gerne zum Besten gibt.

Talent schon früh entdeckt

Ernst Kalt ist ein waschechter Kremser. Er wuchs in der Schillerstraße auf, später wohnte er am Pfarrplatz und in der Alauntalstraße und mittlerweile am Steiner Goldberg. „Bereits im Kindergarten bei den Englischen Fräulein hat man mein Zeichentalent erkannt“, erzählt der Sohn zweier Postangestellten. Die Freude daran hat er sich bis heute bewahrt. Immer wieder wurden seine Zeichnungen (vorwiegend Stadtansichten) und Grafiken bei Ausstellungen gezeigt.

28 Jahre an der HTL Krems

Nach der Matura 1961 am BRG Ringstraße studierte Kalt Architektur an der TU Wien. Sein beruflicher Weg führte ihn schließlich an die HTL Krems, wo er 28 Jahre unterrichten sollte. Seit 1990 ist der Heimatforscher mit seiner Frau Helga verheiratet, kennengelernt hat sich das Paar jedoch bereits 1967. „Ich hab mir halt ein bisschen Zeit gelassen“, meint er heute schmunzelnd.

„Fasziniert von Archiven“

Während seines Studiums arbeitete Ernst Kalt in verschiedenen Baufirmen und Architekturbüros und kam dort mit den Themen Denkmalpflege und Stadtentwicklung in Berührung. Unter anderem war es seine Aufgabe, Grundlagenforschung über Gebäude und Plätze zu betreiben. „Ich war fasziniert von den Archiven“, erinnert er sich.

Vielseitig interessiert

Eine Leidenschaft, die ihn nicht mehr loslassen sollte. Mittlerweile besitzt Kalt selbst ein großes Archiv zur Kremser Lokalgeschichte, darunter unzählige Fotos und Ansichtskarten. „Ich sammle alles, was mich interessiert“, erklärt der 75-Jährige. Neben der Lokalgeschichte gehören dazu auch Modellbau, Marine, Autos und Militär.

Gefragter Referent

Seine Schätze und sein Wissen teilt Ernst Kalt gerne bei Vorträgen. In den 80-er Jahren zeigte er seine Fotos erstmals bei einer Veranstaltung des Kremser Verschönerungsvereins. Heute wird er unter anderem von der Volkshochschule engagiert. Das Besucherinteresse ist teilweise so groß, dass die Vorträge sogar wiederholt werden müssen.

Persönliche Note

Das Erfolgsgeheimnis sind die Gschichtln, mit denen Ernst Kalt seine Erzählungen zu würzen weiß. Und er nutzt die Vorträge auch, um seine persönliche Meinung zu diversen Bauprojekten kund zu tun. Hier kann er für so manchen Stadtpolitiker durchaus unbequem werden. Wiederholt hat Kalt zuletzt öffentlich Kritik an der geplanten Neugestaltung des Südtirolerplatzes geübt, die aus seiner Sicht nicht funktionieren kann. Doch der Referent kennt auch die andere Seite: von 1997 bis 2002 saß er selbst für die ÖVP im Gemeinderat.

Leidenschaft für die Bühne

Neben der Stadtgeschichte hat es ihm die Kultur angetan. Ernst Kalt ist Gründungsmitglied des Theatervereins „Bühne am Hohen Markt“ und war eine Zeit lang dessen Obmann. Natürlich stand er auch selbst immer wieder in verschiedenen Rollen auf der Bühne. Denn eins ist sicher: Ernst Kalt braucht und liebt das Publikum...

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