Volleyballnachwuchs ist gut drauf

Volleyballnachwuchs ist gut drauf

Philipp Hebenstreit, Leserartikel, 03.10.2017 11:24 Uhr

NÖ. Die Hallensaison im Volleyball startet wieder. Die Ballsportart ist vor allem bei der Jugend sehr beliebt. Tips sprach daher mit dem NÖ-Volleyballpräsidenten Thomas Mayer über die Entwicklung und die Herausforderungen im heimischen Nachwuchsvolleyball.

Viele Sportvereine kämpfen um den Nachwuchs. Trendsportarten und die digitale Konkurrenz bereiten einigen Funktionären Sorgenfalten. So war das auch beim NÖ-Volleyball. „Unsere Aufgabe war und ist es, den Volleyballsport in Niederösterreich als Breitensport weiter zu entwickeln und als Spitzensport vorzubereiten“, erklärt NÖ-Präsident Thomas Mayer. „Wir haben uns der Herausforderung von sinkenden Kinderzahlen gestellt“, führt der Kremser aus. Neben Zeitgeist und Konkurrenz durch trendige Sportarten liegt laut Mayer aber „ein Hauptproblem in fehlenden Vereinsstrukturen und sinkender Bereitschaft zur ehrenamtlichen Tätigkeit in der Jugendarbeit.“ Die Geburtenjahrgänge erreichten 2001 in Niederösterreich ihren Tiefpunkt und bleiben seither auf sehr tiefem Niveau weitgehend stabil. „Die Herausforderung liegt also im Recruiting von Kindern zum Volleyballsport“, ist sich Mayer bewusst.

Verpflichtende Nachwuchsarbeit

Eine der wichtigsten Maßnahmen war die Änderung der Nachwuchsverpflichtungen für Niederösterreichs Landesligavereine. „Die anfängliche Skepsis der betroffenen Vereine ist gewichen und wir haben positive und zuversichtliche Rückmeldungen von vielen Mitgliedsvereinen erhalten“, führt der Präsident aus. Mayer weiter: „Die Schlüssel des Erfolgskonzeptes sind die Wandlung von einer reinen Strafzahlung (Freikauf) zum Ausschluss aus der Landesliga (5 Jahresfrist), sowie die Konzentration der Nachwuchsverpflichtung auf den Kinderbereich U11 bis U13. Einerseits ist zu erwarten, dass eine gute Nachwuchsarbeit im Kindesalter in den Alterskategorien U15 bis U19 seine Fortsetzung findet, anderseits ist es möglich, bereits im ersten und zweiten Jahr der Vereinsarbeit die geforderten Verpflichtungen zu erfüllen. Die dadurch dramatisch gesunkenen Strafgelder sind gut investiertes Kapital in unseren Nachwuchs!“

Der Erfolg bestätigt den Weg

Die sportliche Arbeit findet in den Vereinen statt. „Da können wir wirklich stolz sein, denn die Qualität dieser Arbeit hat sich merkbar weiterentwickelt“, ist der Volleyballboss zufrieden. Das lässt sich an folgenden Fakten leicht erkennen: In den vergangenen vier Saisonen waren NÖ-Vereine bei den Mädchen U17 und U19 immer in den Medaillenrängen. Vier Mal Österreichischer Meister und vier Mal Vizemeister. In der abgelaufenen Saison stellen Schwechat und Purgstall den Meister und Vizemeister in der Alterskategorie U17. „Insgesamt haben wir in den letzten vier Jahren bei den Mädchen 13 von 24 möglichen Podestplätzen in den Alterskategorien U11 bis U19 nach Niederösterreich geholt. Das bedeutet, unsere Mädels stehen durchschnittlich in jedem zweiten Bewerb am Podest“, ist der Präsident stolz.

Bei den Burschen ist die Situation ähnlich, wenngleich deutlich schwieriger. Mayer weiß warum: „Die Konkurrenz zu anderen Sportarten ist bei den Jungs weit größer und es ist schwieriger Kinder für die coolste Sportart der Welt zu begeistern.“ Die Vierjahresbilanz ist dennoch erfreulich, elf von 24 möglichen Podestplätzen. Waren die NÖ-Burschen 2014 noch auf fünf von sechs Podesten mit dabei, so war 2017 kein Podestplatz möglich. „Im Sport braucht man neben Klasse aber auch ein Quäntchen Glück und das hat in dieser Saison bei den Burschen leider gefehlt, immerhin waren zwei vierte Plätze dabei“, zieht Mayer dennoch ein positives Fazit.

Der Nachwuchs zeigt auf

Im direkten Vergleich der Länderorganisationen, dem Bundesjugendbewerb, haben sich die Niederösterreichischen Volleyballer wieder zurückgekämpft. Bei den Mädchen hat eine Änderung im Regulativ ergeben, dass viele Sportlerinnen, die bei SV VB Sokol NÖ ihr Handwerk gelernt haben, plötzlich nur im Wiener Kader spielberechtigt waren und beim Bundesbewerb gegen ihre Niederösterreichischen Altersgenossinnen antreten mussten. Das führte in den Jahren 2013 und 2014 zu Schlusslichtplatzierungen. 2015 und 2016 sind die NÖ-Kaderspielerinnen knapp am Podest gescheitert und belegten jeweils den vierten Rang. Die Burschen konnten 2015 den Titel gewinnen und landeten 2016 ebenfalls auf Platz vier.

Eine Erfolgsgeschichte

Mayers Resümee fällt dementsprechend aus. „Die Entwicklung und die Erfolge der vergangenen Jahre der-NÖ Jugendarbeit im Volleyball ist eine Erfolgsgeschichte. Die Tatsache, dass wir viele volleyballbegeisterte Kinder in den Vereinen haben, sollte diese Erfolgsgeschichte auch für die Zukunft garantieren.“

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