Nikolas Karner: „Bei uns bekommen alle Menschen einen Spielerpass“
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Nikolas Karner: „Bei uns bekommen alle Menschen einen Spielerpass“

Michael J. Payer Michael J. Payer, Tips Redaktion, 09.10.2018 11:49 Uhr

NIEDERÖSTERREICH. Nikolas Karner hat 2016 den Verein SPIELERPASS gegründet. Das „soziale Startup“ setzt sich für Menschen mit besonderen Bedürfnissen ein und will dadurch die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit Beeinträchtigung stärken.

Es waren Erlebnisse aus der eigenen Kindheit, welche Nikolas Karner zur Gründung von SPIELERPASS anregten. „In meiner Jugendzeit in Droß gab es einen Freund mit Downsyndrom. Ich selbst war im Fußball-Internat in Sankt Pölten und musste mit­ansehen, dass mein Freund in keinem Verein regelmäßig trainieren und spielen konnte“, erzählt Karner.

Möglichkeiten schaffen

Mit dem Verein SPIELERPASS hat sich diese Situation bereits geändert und soll sich in Zukunft weiter verbessern. Mit verschiedenen Projekten schafft der Verein die Möglichkeiten, Menschen mit besonderen Bedürfnissen zum Sport, bevorzugt zum Fußball, zu bringen. Daher auch der Name „SPIELERPASS“. Was den betroffenen Menschen in herkömmlichen Vereinen verwehrt bleibt, ist bei den SPIELERPASS-Projekten möglich. „Wir möchten die Gründung und die Vernetzung von Special Needs Teams in ganz Ost-Österreich aktiv vorantreiben und den Spielern eine wertschätzende Bühne bieten, damit sie leichter den Weg in die Mitte der Gesellschaft finden. Beim SPIELERPASS CUP 2018 am 16. November im Sport.Zentrum.Niederösterreich wird es erstmals einen Spielerpass für alle geben. Wie der aussehen wird, bleibt noch ein Geheimnis“, berichtet Nikolas Karner erfreut.

Special-Needs-Teams in NÖ

Das „SPIELERPASS CAMP“ soll ein bis zwei Mal pro Jahr stattfinden und dient als Trainingslager für NÖ-Special-Needs-Teams. Aktuell bieten der SKN St. Pölten, FC Admira Mödling, Krems-Wachau und die NÖ-Lebenshilfe Special Needs Teams in Niederösterreich an. „Unser Ziel ist es, in ganz Niederösterreich flächendeckend Special Needs Teams ins Leben zu rufen“, erklärt Karner. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet er mit einem fünfköpfigen Kernteam (u.a. auch der ehemalige ÖFB-Pressesprecher Christoph Walter) täglich am Weiterkommen des gemeinnützigen Vereins. „Für mich ist das ein Lebensprojekt. Wenn man etwas in der Wirtschaft erreicht, gibt es einen Händedruck. Wenn man mit den Menschen mit besonderen Bedürfnissen etwas erreicht, gibt es tausend Umarmungen“, schildert der Vereinsgründer seine Erfahrungen.

Sieben Projekte in 2018

Allein im Jahr 2018 organisierte SPIELERPASS sieben Projekte. Neben dem größten Special-Needs-Hallenfußballturnier in Österreich organisiert der Verein in ehrenamtlicher Arbeit auch das SPIELERPASS Camp und bis Ende 2018 auch das SPIELERPASS-Symposium zum Thema „Inklusion im und durch Fußball“ am 17. November im Sport.Zentrum Niederösterreich in St. Pölten. Am 13. Dezember steigt im Wiener Prater Dome der SPIELERPASS Weihnachtsclub, die größte Inklusions-Party Europas. Bei allen SPIELERPASS-Projekten gilt: Der Eintritt ist frei. Besonders bemerkenswert: Bisher konnte sich der gemeinnützige Verein ohne einen einzigen Fördereuro erhalten. Der Finanzbedarf wurde durch Spenden, Sponsorings und Preisgelder gedeckt. So bekam der Verein etwa den Jugendfriedenspreis 2018 verliehen, auch für den Inklusionspreis 2018 ist man nominiert. „Wir sammeln Geld, um so vielen Menschen wie möglich das Erleben von einzigartigen Momenten zu ermöglichen und ihr Gesundheitsbewusstsein nachhaltig zu stärken. Wir sind überzeugt, dass Zeit und Anerkennung mehr wert sind als ein paar zusätzliche Münzen im Geldbörserl. Einen Menschen mit Down-Syndrom etwa kann man mit einer Million nicht heilen, aber vielen Menschen mit Down-Syndrom eine Million unvergesslich schöne Stunden bescheren“, ist sich Karner sicher.Der 31-Jährige will mit seinen Worten auch Bewusstein erzeugen: „Viele reden über Likes, Follower, digitale Währungen und vergessen die wirklich essentiellen menschlichen Werte. Für uns ist Inklusion weitaus mehr als nur ein Marketing-Synonym.“

Stefan Maierhofer als Unterstützer

SPIELERPASS geht einen anderen Weg und holt sich dafür auch prominente Unterstützung. Fußball-Star Stefan Maierhofer ist von Beginn an ein Förderer und Unterstützer. Beim SPIELERPASS CUP sind ehemalige und noch aktive Profikicker als Schiedsrichter tätig. „Unsere Spieler arbeiten auf das Training und solche Spiele hin und haben große Freude. Wir wollen sie nicht enttäuschen. Das Vertrauen ist immens viel wert“, weiß Karner.

So viele Menschen wie möglich erreichen

Das Ziel für 2018 ist klar definiert: „Wir wollen bei den sieben Projekten 2018 mehr als tausend Menschen mit Beeinträchtigung zum Fußball und Tanzen bringen.“Übrigens: Karners Freund aus Jugendtagen heißt Felix und hat mittlerweile eine Mannschaft im Waldviertel gefunden. Den Weg von Felix sollen auch andere gehen können. Gespräche für neue Vereine laufen.<

Infos gibt es unter:

facebook.com/SPIELERPASS.at

 

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