Martin Sedelmaier will die Kremser ÖVP wieder nach vorne bringen

Martin Sedelmaier will die Kremser ÖVP wieder nach vorne bringen

Claudia  Brandt Claudia Brandt, Tips Redaktion, 14.06.2018 16:14 Uhr

KREMS. Seit Mitte Mai ist Martin Sedelmaier neuer Stadtparteiobmann der ÖVP. Im Gespräch mit Tips verrät der Obstbauer aus Thallern, welche Lehren er aus der Vergangenheit gezogen hat und wie er die Kremser Schwarzen wieder nach vorne bringen will.

Die letzten beiden Gemeinderatswahlen bedeuteten eine herbe Niederlage für die Kremser ÖVP. Im Jahr 2012 verloren sie fünf Mandate, 2017 dann noch einmal weitere vier. Nach Jahrzehnten an der Macht gehören den Schwarzen mittlerweile nur mehr elf der 40 Sitze im Stadtparlament. Nach eher turbulenten Jahren und einigen personellen Wechseln will man nun wieder nach vorne schauen und sich neu positionieren.

Arbeit im Hintergrund

Neuer Hoffnungsträger ist Martin Sedelmaier. Der 50-jährige Obstbauer aus Thallern hatte die Stadtpartei bereits im Herbst vergangenen Jahres nach dem Rücktritt von Thomas Höhrhan interimistisch übernommen. Mitte Mai dieses Jahres wurde er schließlich offiziell zum Stadtpartei­obmann gewählt. Seine Aufgabe ist es nun, im Hintergrund die Fäden zu ziehen, Teams zu bilden und die Partei wieder nach vorne zu bringen.

Basis in Landwirtschaft

Martin Sedelmaier hat seine Wurzeln in der Landwirtschaft. Er hat die Kremser Weinbauschule absolviert und im Jahr 2000 schließlich den elterlichen Familienbetrieb in Thallern übernommen. Seither bewirtschaftet er mit rund 50.000 Bäumen eines der größten Obstbau-­Unternehmen in Niederösterreich. Seine Berufung sieht er in der Standesvertretung: seit 2000 ist er Präsident der NÖ Obstbauern, ein Jahr später wurde er sogar zum Vize­präsidenten der Österreichischen Obstbauern gewählt.

Seit Herbst im Gemeinderat

In der Stadtpolitik ist Martin Sedelmaier hingegen immer noch ein Neuling – wenn auch mit bemerkenswerter Karriere. Erstmals kandidiert hatte er bei der Gemeinderatswahl 2017 und wurde anschließend sofort in den Stadtrat gewählt. Zur ÖVP kam er ursprünglich über den Bauernbund, dem er seit seinem 18. Lebensjahr angehört. Nachdem er 2012 zum Obmann des Kremser Bauernbundes gewählt wurde, gehörte er fortan auch automatisch dem Stadtparteivorstand an.

Für die Leute da sein

„Ich bin langsam in die Stadtpolitik hineingewachsen“, erzählt der zweifache Familienvater und Witwer. Aus den Ereignissen der vergangenen Jahre hat er einiges gelernt. Oberstes Ziel sei nun, dass die Handschrift der Kremser ÖVP wieder deutlich erkennbar sei. Außerdem wolle man näher bei den Bürgern sein: „Wir müssen zeigen, dass wir für die Leute da sind“.

Neuer Zugang zur Politik

Ganz wichtig ist für Sedelmaier, respektvoll miteinander umzugehen und wieder gemeinsam an einem Strang zu ziehen. „Wir wollen kein zerstrittener Haufen sein“, betont der Obmann. Die Vorstände aller acht Ortsgruppen wurden in den vergangenen Monaten neu gewählt. Unter den 80 Funktionären finden sich zahlreiche neue Gesichter, die Sedelmaier zufolge einen anderen Zugang zur Politik und neuen Schwung mitbringen.

Gemeinschaftssinn spürbar

„Wir menscheln jetzt um einiges mehr“, ist Sedelmaier überzeugt. Mittlerweile spüre er auch stark den Gemeinschaftssinn. Ziel sei, dass die Funktionäre wieder präsenter bei Mitgliedern und Wählern sind. Jede Ortsgruppe richte daher zwei publikumswirksame Veranstaltungen pro Jahr aus. Die Bandbeite reiche dabei vom Grillabend, über eine Entenrallye bis hin zum Preisschnapsen.

Oppositionsrolle

In der Stadtpolitik sieht Sedelmaier seine Partei aktuell ganz klar in der Oppositionsrolle. Die Koalition mit der SPÖ gibt es nicht mehr. „Wir haben die Möglichkeit, frei zu agieren und auch zu politisieren“, erklärt der Thallerner. Aber man wolle auch konstruktiv mitarbeiten. „In Krems müssen Projekte angegangen und umgesetzt werden“, betont Sedelmaier. Als Beispiele nennt er die Anbindung der Utzstraße an die B3, den Neubau der Badearena, die Umfahrung von Gneixendorf. Als dringlichstes Projekt betrachtet er die Errichtung eines Stadtmarketings.

Ziel: Bürgermeister stellen

Für die kommende Gemeinderatswahl im Jahr 2022 hat sich die Volkspartei das große Ziel gesteckt, wieder den Bürgermeister zu stellen. Mit der Suche nach einem geeigneten Spitzenkandidaten will Sedelmaier nach den Erfahrungen beim letzten Wahlkampf auf alle Fälle deutlich früher beginnen: „Ich weiß sicher schon ein paar Jahre vorher, wer der nächste Bürgermeisterkandidat sein wird“.

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