Schneemassen fordern Dauereinsatz von Winterdienst und Feuerwehren

Schneemassen fordern Dauereinsatz von Winterdienst und Feuerwehren

Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 07.01.2019 18:07 Uhr

BEZIRK FREISTADT. Schon lange hat Frau Holle ihre Federbetten nicht mehr so stark ausgeschüttelt wie in den vergangenen Tagen. Bis zu einem dreiviertel Meter hoch liegt die weiße Pracht. Schlechte Fahrverhältnisse und durch Schneedruck umstürzende Bäume bescherten vielen Verkehrsteilnehmern Probleme und dem Winterdienst und den Feuerwehren Dauereinsatz.

51 Einsätze von 24 Feuerwehren listet das OÖ. Landesfeuerwehrkommando alleine im Bezirk Freistadt von Samstag, 5. Jänner, bis Montag, 7. Jänner auf. Viele Straßen waren durch umgestürzte Bäume blockiert und mussten von den Florianijüngern freigeräumt werden. In einigen Fällen, wie zum Beispiel im Naarntal oder bei der Perger Landesstraße, mussten die Verkehrswege total gesperrt werden, da das Entfernen der Hindernisse für die eingesetzten Kräfte zu gefährlich war, da laufend weitere Bäume umstürzten. „Bis in die frühen Morgenstunden waren Mannschaften im Einsatz, um zumindest die wichtigsten Verkehrsverbindungen freizuhalten“, heißt es bei der FF Bad Zell.

Anstrengendes Wochenende

Für die Lasberger Feuerwehrkameraden war es eines der stärksten Wochenenden seit langer Zeit. Neben der Betreuung einer Actionzone bei der Jännerrallye kamen laufend Alarmierungen am Samstag und Sonntag herein. Es galt, Straßen im Bereich Paben und Gunnersdorf von umgestürzten Bäumen freizumachen. „Wir hatten während der Jännerrallye schon einige Einsätze, so richtig los ging es aber erst am Samstagabend, als wir zu einem Schneedruck auf der Punkenhofer Landesstraße Richtung Fürling gerufen wurden“, erzählt Kommandant Christian Ringdorfer. Er musste die Straße sperren lassen, da die Gefahr für Autofahrer zu hoch war. Die Straße war noch bis Sonntag, 15 Uhr unbefahrbar.

Baum drohte auf Garage zu stürzen

Nicht zur Ruhe kamen die Florianis dann auch am Sonntag. Tagwache war um 5 Uhr früh, der nächste Einsatz gleich um 7.19 Uhr. Spannend wurde es wieder am Abend, als ein Baum auf eine Garage in der Ortschaft Paben zu stürzen drohte. „Mittels Seilwinde haben wir den Baum vom Gebäude weggezogen. Insgesamt waren ständig rund 25 bis 30 Leute im Einsatz. Am Samstag während der Rallye waren es sogar 43 Mann und alle fünf Fahrzeuge“, sagt Ringdorfer, der sich nach dem anstrengenden Wochenende einen Tag Erholung gönnte.Für tausende Haushalte, speziell im südlichen Bereich des Bezirks, waren stundenlange Stromausfälle die Folge von umgestürzten Bäumen, die Stromleitungen beschädigt hatten.

Stromausfall als Herausforderung

Eine Herausforderung für alle, besonders für die Milchbauern, die Sonntagfrüh ihre Kühe nur mit Hilfe von Notstromaggregaten melken konnten. Die Mitarbeiter der Energieversorger gaben ihr Bestes, um die Stromversorgung wieder herzustellen – bei der Schneelast eine riskante Angelegenheit. Montagmittag hatte sich die Situation trotz neuerlicher Schneefälle wieder beruhigt. „Die Einsatzzahlen waren noch verkraftbar, zumal die meisten Einsätze am Wochenende stattgefunden haben.“

Nur kein Regen 

„Jetzt hoffen wir, dass kein Regen kommt – denn dann wird der Schnee schwer, die Bäume knicken um wie Zahnstocher“, weiß Thomas Wurmtödter aus Kefermarkt, designierter Bezirksfeuerwehrkommandant. Zudem steigt bei Plusgraden das Risiko von unter der Schneelast nachgebenden Dächern, fügt Franz Seitz hinzu. Der Windhaager (65) ist seit 1. Jänner 2019 als Bezirksfeuerwehrkommandant in „Feuerwehr-Pension“. „2006 waren wir tagelang im Einsatz, um die Schneeberge von Dächern zu schaufeln, unsere Kameraden haben in Gmunden und Kirchdorf ausgeholfen“, erinnert sich Seitz. Zum Schaufeln wird es in den nächsten Tagen auf jeden Fall: Laut Wetterprognose sind weiter größere Schneemengen zu erwarten, auch der Wind wird wieder für Verwehungen sorgen.

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