Ausgebüxter Ameisenbär plündert in Liebenau sämtliche Ameisenhaufen

Ausgebüxter Ameisenbär plündert in Liebenau sämtliche Ameisenhaufen

Mag. Susanne  Überegger Mag. Susanne Überegger, Tips Redaktion, 01.04.2018 07:32 Uhr

LIEBENAU. Ist in den Wäldern von Liebenau ein Ameisenbär unterwegs? Auffallend viele geplünderte Ameisenhaufen und ein - leider unscharfer - Schnappschuss einer Wildkamera sorgen in der Region für Spekulationen.

Jäger Paul Niewoda aus Liebenau hat in seinem Jagdrevier mehrere Wildtierkameras montiert. Vor kurzem gelang einer davon ein etwas unscharfer Schnappschuss von einem ziemlich haarigen Tier, etwa kniehoch, mit einer auffallend langen und dünnen Schnauze. „Wenn ich mir so die zerstörten Ameisenhaufen in meinem Revier anschaue, hab ich gleich den Verdacht, dass hier wo ein Ameisenbär sein Unwesen treibt“, sagt der passionierte Jäger. In natura zu Gesicht bekommen hat Paul Niewoda das Tier - vielleicht sind es aber auch mehrere - zwar noch nicht, aber die Spuren seien eindeutig.

Liebenau idealer Lebensraum

„Normalerweise leben Ameisenbären in Südamerika östlich der Anden sowie in Mittelamerika bis in den Süden von Mexiko. Der Lebensraum umfasst überwiegend Tiefländer, aber auch Gebirgshöhen bis zu 2000 Meter. Dabei bewohnen Ameisenbären sowohl Wälder als auch offene Gras- und Savannenlandschaften“, weiß Wildbiologe Peter Haase vom OÖ. Wildtier-Forschungszentrum. „In den Liebenauer Wäldern fühlt er sich bestimmt sehr wohl.“

Haase war schon vor Ort in Liebenau, um sich die geplünderten Ameisenhaufen genauer anzusehen. „Die Spuren sind außergewöhnlich, ein Fuchs war das schon mal ziemlich sicher nicht“, sagt der Wildbiologe.

Aus privatem Gehege entkommen?

Bleibt nur die Frage, wo das exotische Tier herkommt? „Es kommt immer wieder vor, dass sich Leute exotische Tiere daheim halten, ohne die Behörden zu informieren. Möglicherweise ist der Ameisenbär aus einem privaten Gehege ausgebüxt“, mutmaßen Niewoda und Haase. 

„Angst braucht übrigens vor dem Tier niemand haben. Es ist außerordentlich scheu und friedfertig und ernährt sich ausschließllich von Ameisen und Termiten. Zudem hat es nicht einmal Zähne“, beruhigt Wildbiologe Haase.

 

 

 

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Kommentare

  1. Gastuser 04.04.2018 07:27 Uhr

    Streicheltier-Ameisenbär - Als Forstwirt bin ich häufig im Wald unterwegs. Die großen Löcher in den Ameisenhaufen, erklärte bisher meinen Schülern, Neffen und Nichten als Fuchs- oder Spechtlöcher, die im Winter nach Futter suchten. Ab sofort werde ich auch den Ameisenbär erwähnen. Danke für die nette Idee und den lustigen Aprilscherz. (Luduwickus Riepelus, Waidersfelden)

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  2. Gastuser 02.04.2018 20:25 Uhr

    Ameisenbär und Wüstenfuchs - Sehr geehrte Frau Mag. Überegger, mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel “Ausgebüxter Ameisenbär plündert in Liebenau sämtliche Ameisenhaufen” auf www.tips.at/home/news/freistadt/.... gelesen. Es war ja zu befürchten, dass jetzt, Anfang April, auch Exoten wie der Ameisenbär aus ihrem Winterschlaf erwachen und sich in unseren Wäldern herumtreiben. So haben wir im Mühlviertel neben dem Wolf noch eine weitere neue Zuwanderung, die zur Bereicherung unserer vielfältigen Fauna beitragen wird. Noch mehr verwundert war ich aber über eine Entdeckung, die ich vor ein paar Tagen bei meinen häufigen Waldspaziergängen machen konnte: Ich fand Termitenhaufen vor, in die wesentlich größere Löcher, als die von dem mir bestens bekannten Jäger und Heger Paul Niewoda beschrieben, gegraben waren. Vom Ameisenbär können diese wohl nicht stammen, es muss ein tierischer Termitenliebhaber mit kürzerem Rüssel bzw. kürzerem, jedoch dickeren Kopf und Fang am Werk gewesen sein. Auf Grund meiner guten Logik ist mir da sofort der bekannte Schlaufuchs in den Kopf “geschossen”. Er sieht mit seinen großen Gehören dem Fennek sehr ähnlich. Der muss es gewesen sein, nur der kann diese äußerst typischen Löcher in die Termitenhaufen graben und sich mit seiner klebrigen Zunge die Leckerlies herausholen. Vielleicht können Sie auch diesen meinen Beitrag noch vor dem 1. April 2019 veröffentlichen, sonst würde mir diese Geschichte niemand abnehmen. Freundliche Grüße Kurt Niewodort (alias Josef Hackl Liebenau 103 4252 Liebenau)

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  3. Mag. Susanne Überegger 01.04.2018 21:38 Uhr

    April, April! - Die Tips-Redaktion hat sich erlaubt, ihren Lesern heute einen (Ameisen)Bären aufzubinden....Wir hoffen, alle Leser hatten schöne Ostern und einen lustigen 1. April!

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